Sehr im Sinne der Printunternehmen
resümieren Matthew Karnitschnig and Chris Spillane in
politico.eu (das zum Teil dem Hauptlobbyisten Springer Verlag gehört) die europäischen Debatten um das
Leistungsschutzrecht für Presseverlage: "In den vier Jahren von 2010 bis 2014 sind die Printeinnahmen europäischer Zeitungen und Magazine um
14 Milliarden Euro zurückgegangen, konstatiert eine Studie des Marktforschers PwC. Die digitalen Einnahmen sind in dieser Zeit um 4 Milliarden Euro angestiegen, so dass
ein Loch von 10 Millarden Dollar in der Bilanz bleibt. Es wird erwartet, dass diese Lücke in den kommenden Jahren wieter aufspringt. Teil des Problems ist, dass Verleger über Jahre den Inhalt, den sie nun zu schützen suchen,
kostenlos hergaben." (Nein, das Problem ist, dass sie dies die ganze Zeit behaupten, obwohl es
nicht stimmt, und dass sie das eigentliche Problem, den Verlust der
Rubrikenanzeigen, nicht benennen!)
In einem zweiten Artikel
stellen die Autoren die wichtigsten Einflussagenten beim Copyright-Thema in Brüssel vor.
In der
SZ berichtet Kathrin Hollmer über Dienste wie
Blendle,
Piqd oder
reprtagen.fm (aber nicht den
Perlentaucher), die Lesern längere Artikel empfehlen: "Das Kuratieren von Artikeln ist derweil in den vergangenen Jahren
zum Geschäftsmodell geworden. Start-ups wie Blendle, Piqd und Pocketstory geben in Newslettern und auf ihren Websites personalisierte Leseempfehlungen samt Begründungen. Finanziert werden sie durch Einzelverkäufe von Paid-Content-Artikeln, Abo-Modelle oder Mitgliedschaften.
Wie sehr sich das lohnt, darüber kann man nur spekulieren, denn konkrete Zahlen nennen die Portale nicht."
Ähnlich sieht es Christian Nürnberger bei
kress.de, der zwar einerseits in einem rätselhaften Satz
behauptet: "Soviel Pressefreiheit wie in Deutschland war in diesem Land noch nie." Aber andrerseits angesichts der
gefährdeten Geschäftsmodelle ein Umdenken, auch in der Politik, fordert: "ich höre keinen Bundeskanzler und keinen Bundespräsidenten sagen, dass Qualität Geld kostet, journalistische Qualität für den Bestand der Demokratie lebenswichtig ist und darum von Bürgern
irgendwie bezahlt werden muss, notfalls durch Steuern. Sehr viele stolze Journalisten schreien auf, wenn sie das hören.
Öffentlich-rechtlich subventioniert werden möchten sie auf keinen Fall. Im Gegenteil, sie möchten auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen am liebsten abschaffen und geben sich der Illusion hin, dass sich
schon genügend Leute finden werden, die bereit sind, ihnen ihre Leitartikel, Reportagen, Feuilletons einzeln abzukaufen."