Am Freitag eröffnete
Seyran Ates in Berlin die
liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Seitdem hetzen nicht nur radikale Muslime sondern auch
türkische Medien gegen die Moschee,
berichten auf
Spon Maximilian Popp und Anna Reimann. Ihr absurder Vorwurf: das Gebetshaus sei ein
Gülen-Projekt. In die Welt gesetzt habe diese Behauptung der Privatsender
AHaber, "regierungsnahe türkische Medien griffen den Beitrag auf:
Sabah, eine der größten Zeitungen, titelte: 'In der Fetö-Kirche beten Männer und Frauen'. Das Boulevardblatt
Takvim berichtete unter der Überschrift '
Gülen Ketzerei, Applaus aus Israel'. Die Gülenisten in Deutschland verzerrten den Islam nach ihren 'eigenen, perversen Ansichten', schrieb die Tageszeitung
Star. ... Ates vermutet, dass es der türkischen Seite darum gehe, die in der Moschee praktizierte
liberale Auslegung des Islam zu bekämpfen. 'Aber auf der Schiene bekommen sie uns nicht. Deshalb werden uns Gülen-Verbindungen unterstellt, um uns zu Terroristen zu erklären, die zum Abschuss freigegeben sind', so Ates."
Auf
Zeit online ist Canan Topçu zwar
irgendwie enttäuscht, dass zur
Antiterrordemo der Muslime, zu der Lamya Kaddor aufgerufen hatte, nur so wenig Menschen kamen. Sie selbst wollte aber auch nicht mitmachen, erklärt sie verschnupft: "
Wir als Muslime sollten sichtbar und hörbar der Erwartung der Mehrheitsgesellschaft nachkommen. Ich will mich als Muslima aber
nicht rechtfertigen. Weil es für mich als Mensch selbstverständlich ist, Gewalt und Mord abzulehnen. Wenn Muslime sich nicht von Gewalt im Namen Allahs distanzieren, dann bedeutet das keineswegs, dass sie islamistische Terroraktivitäten gutheißen. Das müssen wir den Menschen in diesem Land und anderswo vermitteln." Auf einer Demo vielleicht?
In der
Welt kann Dirk Schümer diese Distanzierungsversuche
nicht mehr hören: "Auch die meisten nach Europa zugewanderten Menschen aus China und Vietnam, Südamerika oder Indien hängen einer Form von Religion an, doch gibt es da mit
ostentativem Fasten oder
autistischen Kleiderordnungen allermeistens keinerlei Probleme. Die Frage, ob der Sikhismus, der Buddhismus, der Konfuzianismus oder der Voodookult zu Deutschland gehören, stellt sich deshalb auch nicht annähernd so schmerzlich wie beim Islam, weil deren Anhänger, ob in der Schule oder bei der Arbeit, ihre jeweiligen Religionen
sehr viel reibungsloser mit den Erfordernissen einer aufgeklärten Gesellschaft in Einklang bringen."