Deutschland ergreift
drastische Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise. Aber weder das Bundesgesundheitsministerium (BMG), noch das Bundesforschungsministerium (BMBF) begleiten diese Maßnahmen mit
Forschungsprogrammen, die sie auf ihre Wirksamkeit untersuchen,
berichtet Heike Haarhoff in der
taz: "Wie kann das sein?
Auf welcher Grundlage werden Millionen Kinder vom Schulunterricht ausgeschlossen, werden weitere Millionen arbeitende Menschen ins Homeoffice verbannt oder in die Arbeitslosigkeit geschickt, wenn diese Maßnahmen - zeitnah ihre Durchführung begleitend- nicht auch wissenschaftlich überprüft und hinterfragt werden?" Immerhin, nach Impfstoffen und Medikamenten gibt es inzwischen
laut Manfred Ronzheimer auch in Deutschland intensive Forschung.
Daniel Laufer
untersucht in einem instruktiven Artikel für
Netzpolitik, wie die
Daten über Neuerkrankungen im föderalen Deutschland mit seinen Dutzenden von Gesundheitsämtern überhaupt zustande kommen. Nicht immer ist die
neueste Technologie im Einsatz: "Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, wie Meldungen abzulaufen haben. Stellt ein Labor anhand einer Probe fest, dass sich ein Patient mit dem Coronavirus infiziert hat, teilt es das Ergebnis dem örtlichen Gesundheitsamt mit. Dazu nutzt es ein vorgefertigtes Meldeformular, das es
üblicherweise per Fax verschickt. Zudem informiert das Labor die für den Patienten zuständige Ärztin. Sie soll die Meldung etwa durch Kontaktdaten des Betroffenen ergänzen und sie ebenfalls an das Gesundheitsamt übermitteln. Recherchen zeigen, dass auch dies
meist per Fax passiert."
Wir wissen genug über die Pandemie, um uns aus dem "
Lockdown zu befreien",
schreibt der Arzt
Alexander Kekulé auf
Zeit Online. Er rät ebenfall zum
Tragen von Masken, zu "Smart Distancing", also vor allem dem Schutz von Risikogruppen und zu "individueller Vigilanz": "An Covid-19 Erkrankte sind in der Regel
nur wenige Tage ansteckend. Durch das vorgeschlagene Smart Distancing können die meisten Infektionen, insbesondere von Risikopersonen, vermieden werden. Zusätzlich muss jeder Einzelne bei einem Verdacht auf Covid-19 konsequent und verantwortungsvoll reagieren - wer hustet oder Fieber hat, bleibt zu Hause, bis ein Testergebnis vorliegt. Für diesen Fall sollten
Hotlines eingerichtet werden, die die Testung auf Covid-19 und erforderlichenfalls auch die Versorgung mit Lebensmitteln organisieren (hierfür und für die Versorgung der Risikopersonen wäre übrigens eine Smartphone-App nützlich - das Geo-Tracking infizierter Personen ist dagegen Unsinn)."
Außerdem: Das Tragen von
Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit sei sehr wohl sinnvoll, und auch Hauptorakel
Christian Drosten hätte seine Position dazu verändert,
berichten Malte Kreutzfeldt und Mareike Andert in der
taz. "Das Virus wird nicht schwächer, es
mutiert nicht",
sagt Elisa Vicenzi, Forschungsleiterin am Krankenhaus San Raffaele in Mailand laut
Linkiesta - und annonciert einen
schwierigen April und möglicherweise ein Ende der Krise im Mai. Die Bundesregierung will
Tests massiv ausweiten,
berichtet die SZ. Und bei
heise.de stellen Sebastian Müller und Guido Burger einige "Maker" vor, die qua
3D-Drucker einfach nachzubauende
Beatmungsgeräte entwickeln - sie haben sich bei dem #
WirVsVirus-Hackathon (unser
Resümee) kennengelernt.