I am a happy woman

Es ist das Frühjahr der Meredith Monk: Mit Pina-Bausch-Professur, Großem Kunstpreis und der "MaerzMusik". Von Marie Luise Knott

In der Hose war mehr Freiheit

Markus Schleinzers Film „Rose“ über überraschende Freiräume in einer puritanischen Gesellschaft. Im Kino mit Jochen Werner.

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Barfuß über splitternde Flaschen

09.05.2026. Die taz ist verblüfft über den Zynismus, der in den Biennale-Pavillons von USA und Russland vorherrscht: "They don't give a shit". Critic.de verliebt sich bei der Valerio Zurlini-Retrospektive im Kino Arsenal in Berlin nochmal frisch in Alain Delon. Die Nachtkritik trifft in Calixto Bieitos Inszenierung von Benjamín Labatuts Stück "Maniac" die Frauen um den Mathematiker John von Neumann, der die Atombombe mitentwickelte. Ein neuer Schlingensief ist Milo Rau leider nicht, konstatiert backstage classicalMehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Ein Unheil geht zu Ende, ein anderes Unheil kommt

09.05.2026. In der NZZ macht sich der ägyptisch-amerikanische Essayist Hussein Aboubakr Mansour wenig Illusionen, dass im Iran durch den amerikanischen-israelischen Angriff Frieden herrschen wird: Vielleicht folgt ein Islamo-Techno-Autoritarismus, glaubt er. Zeit Online weiß: Zum heutigen 9. Mai wird es in Moskau nur ein "Parädchen" geben, Putin hat zu viel Angst vor einem Attentat. Die FAS bezweifelt, dass die ungarische Justiz Orban und seine Günstlinge zur Rechenschaft ziehen kann. Nicht den exzellenten, nur den mittelmäßigen Journalismus wird KI ersetzen, ermuntert der Medienwissenschaftler Stephan Weichert in der taz. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Im eigenen Traum aufwachen

08.05.2026. Die FAZ legt mit Maylis de Kerangal Schicht um Schicht die Geschichte von Le Havre frei. Viel Spaß hat sie mit dem phlegmatischen Hans im Glück, den Jens Sparschuh als Restaurantkritiker durchs Nachwende-Berlin schickt. Die NZZ kommt Elena Ferrante in deren Essays so nahe wie nie zuvor. Der Dlf amüsiert sich mit in Fernando Aramburus „Fabula“ über zwei ungeschickte Anti-Helden, die für ein unabhängiges Baskenland kämpfen. Und Dlf Kultur lässt sich von dem Germanisten und Kulturhistoriker Albrecht Koschorke Anfänge und Widersprüche des Liberalismus erörtern.  Mehr...

IM KINO

Wichtiger ist, was sein wird

08.05.2026. Auf das Fehlen einer nationalen Erzählung des Libanons reagiert die Essayfilmerin Lana Daher nicht, indem sie eine solche entwirft. Vielmehr wird ihr "Do You Love Me?" zu einem Archiv der Emotionen. Von Sebastian Markt. Mehr...

IM KINO

Kino als Klassenzimmer

06.05.2026. Der Menschheitsverbrecher und der Psychiater: James Vanderbilts "Nürnberg" erzählt die juristische Aufarbeitungen des Naziunrechts als Schauspielerduell. Mit historischen Schreckensbildern geht der Film dabei einigermaßen pragmatisch um. Von Lukas Foerster. Mehr...

ESSAY

Im Haifischbecken der Aufmerksamkeitsökonomie

06.05.2026. Reels sind merkwürdige Hybride, ein Bastard aus den Eigenschaften der oralen Kultur und der Schrift- und Druckkultur. Einerseits bedienen sie sich in der Rede oft rhetorischer Mittel, die man bereits seit der Antike kennt. Andererseits sind sie aufgezeichnet und damit fixiert - wiederholt rezipierbar wie ein Text. Einübung in die "tertiäre Oralität", am Beispiel der steuerpolitischen Kommunikation von Zohran Mamdani. Von Tilman Baumgärtel. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Von der Freiheit der Liebe

05.05.2026. New Lines analysiert die neue Rolle Pakistans in der Weltpolitik. Im Merkur überlegt Claus Leggewie, ob und wie sich Klimaschutz auf der Erde mit dem Schutz der Meere verbinden lässt. Die London Review sieht da mit Blick auf Russlands Arktis-Politik wenig Chancen. In Elet es Irodalom hofft die Dichterin Timea Turi auf autonome ungarische Bürger. Antizionismus ist keine Position, er ist eine Weltanschauung, warnt Hussein Aboubakr Mansour in Substack die Demokraten.
Mehr...

FOTOLOT

Sinn für die menschliche Tragödie

05.05.2026. Das Genre der Fotoreportage ist populär und oft überschätzt. Aber es gibt tolle Ausnahmen. Am besten funktionieren Arbeiten wie die von Göran Gnaudschun oder Miron Zownir, die ohne direkt formuliertes Anliegen daher kommen und ihren Gegenstand erforschen. Einige interessante Ausstellungen laufen zur Zeit in Berlin, Köln und anderswo. Von Peter Truschner. Mehr...

TAGTIGALL

I am a happy woman

01.05.2026. Es war und ist ein Frühjahr der Meredith Monk. In Essen hat sie, die große Vokalartistin und Magierin, derzeit die Pina-Bausch-Professur inne, im März wurde sie von der Berliner Akademie der Künste mit dem Großen Kunstpreis geehrt und auf dem Festival "MaerzMusik" bestritt sie das diesjährige Auftaktkonzert. Wer dort war und sie in ihrem knallroten Harlekin-Anzug sah, erlebte, wie ihre Tanz-Stimm-Performances auch nach fünfzig Jahren faszinieren wie am ersten Tag. Von Marie Luise Knott. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Mau empfiehlt Zirkuszelte

28.04.2026. Auf der Bühne sitzen an diesem Nachmittag zwei ehemalige Einzelhäftlinge aus Belarus. Sie heißen Maria Kolesnikowa und Maxim Znak. Sie war, vor ihrem Verschwinden in der Frauenstrafkolonie IK-4, für viele "das Gesicht" der belarussischen Opposition. Ein herzförmiges, ein geradezu strahlend herzliches Gesicht, das noch beim Prozess gegen sie, im Herbst 2021, zu leuchten schien vor Zuversicht und moralischer Klarheit. Nun sitzt sie da, weiß geworden unter der jahrelangen Tortur, die Lippen rot, das Lächeln unbegreiflich unverändert. Über das taz-Lab. Und über das Überleben mit Prada. Von Elke Schmitter. Mehr...

ESSAY

Kinder, wie die Zeit vergehen wird

07.04.2026. Der Horizont des Möglichen droht perspektivisch zum ersten Mal zu schrumpfen, weil unentwegt Tatsachen geschaffen werden, die den Spielraum des Gestaltbaren verengen und das Noch-nicht in ein Schon-weg verwandeln. Die Klimabeschlüsse des Bundesverfassungsgerichts und anderer Gerichte wollten diese Drift bekämpfen. Sie werden jetzt von einer Fraktion hintergangen werden, der es angeblich um die "Bewahrung der Schöpfung" zu tun ist. Mit Vladimir Jankélevitch und Peter Sloterdijk wäre zu fragen,  wann wir "imstande sein werden zu begreifen, auf welchen Festen wir uns in jüngeren, blinderen Jahren zerstreuten?" Von Daniele Dell'Agli. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...