Alles passiert über Blicke

Koya Kamuras "Winter in Sokcho" ist eine subtile Studie über das Erwachsenwerden. Im Kino mit Alice Fischer

Benennen und sprengen

Die Geschichte vom Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs beginnt früher als bei Michel Foucault und setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort. Von Thierry Chervel

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Würdig wie ein knorriger Baum

11.02.2026. Dlf begibt sich mit Jens Wonneberger auf eine faszinierende "Zimmerreise" zu den verborgensten Plätzen des Inneren. Dlf Kultur zieht mit Antje Schrupp in den Kampf gegen die postpatriarchale Gesellschaft. Außerdem jubelt er über Marek Torčíks Roman "Was die Zeit nicht nimmt", der von einer schwulen Liebe in einer tschechischen Plattenbausiedlung erzählt. Die FR vertieft sich in die von Thomas Meyer herausgegebenen gesammelten Schriften Hannah Arendts, die eine große Denkerin und ihre Widersprüche zeigen.  Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Susanne Heim: Die Abschottung der Welt

09.02.2026. Viele Juden versuchten in den 1930er Jahren verzweifelt, sich aus Nazi-Deutschland ins Ausland zu retten. Doch kaum jemand wollte sie aufnehmen. Auch auf der internationalen Konferenz von Evian 1938 konnten sie die teilnehmenden Staaten nicht auf Aufnahmekontingente einigen. Doch es gab auch Länder, die Juden aufnahmen, Iran zum Beispiel, wo Margot Kupfer und ihr Mann landeten, nachdem sie erst ins sowjetische Jakutien deportiert worden waren. Eine Leseprobe aus Susanne Heims Buch "Die Abschottung der Welt". Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Mit Tequilaglas und Zigarette

11.02.2026. Die mexikanische Fotografin Graciela Iturbide bezwingt den Tod in jedem ihrer Bilder aufs Neue, jubelt die FAZ. Der Tagesspiegel taucht derweil in die Schwarz-Weiß-Welten der Fotografin Dörte Eißfeldt ein. Die Welt schimpft über Lotte Beers verzwergte Münchner Inszenierung von Gounods "Faust"-Oper. Die FAZ ärgert sich über die Deutsche Bahn, die in Köln zwei alte, aber schöne Eisenbahnbrücken abreißen lassen will. Der Tagesspiegel spaziert in Berlin durch das runderneuerte Kino InternationalMehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Wow!!!

11.02.2026. Mehr Zirkus als Aufklärung: Die FAZ ist entsetzt von der Debattenkultur, die die Veröffentlichung der Epstein-Akten in den USA offenbart. Und selbst in diesem Zirkus spielen nur die Männer eine Rolle, klagt die SZ. Wie leicht Epstein die nur nicht gerade arme Prominenz ködern konnte, zeigt Le Monde das Beispiel der Tochter Jack Langs. In der NZZ  hat der Politikwissenschaftler Mahdi Rezaei-Tazik wenig Hoffnung, dass die Amerikaner den Demonstranten im Iran helfen. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Soll Jamie den Kanzler noch einmal anrufen?

10.02.2026.
Forbes fragt sich, wie der ehemalige Mathelehrer Jeffrey Epstein ein Vermögen von 600 Millionen Dollar ansammeln konnte. Der New Statesman versteht nicht, dass Labour nie auffiel, wie eng der britische Politiker Peter Mandelson und Epstein waren. Die NYT porträtiert den ehemaligen General und linken Politiker Yair Golan, der als einziger israelischer Politiker noch an eine Zweistaatenlösung zu glauben scheint. Der Merkur liest Peter Jelavichs Buch über Kunstfreiheit. Wired fragt sich, ob ICE eine Strategie hat oder nur dumm und brutal ist. Der New Yorker hört Joe Rogan.
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BÜCHERBRIEF

Finden Sie Ihre Madeleine!

09.02.2026. ... ermuntert ein Arzt die an Gedächtnisverlust leidende Heldin aus Leila Slimanis neuem hochgelobten Roman "Trag das Feuer weiter". Uns reicht es schon, wenn Sie sich einfach eine Madeleine schmecken lassen bei der Lektüre der besten Bücher, die wir diesen Monat für Sie ausgesucht haben: Etwa "Die andere Stadt", den jetzt erst in Deutsche übersetzten Roman des Tschechen Michal Avjat, der Miniatur-Elche und Meeresmonster durch ein mystisches Prag ziehen lässt. Wolfram Lotz hat derweil Träume aus ganz Europa zusammengetragen. Beste Gesellschaft sind die russischen Künstler, die Felix Philipp Ingold im Pariser Exil aufstöbert. Mehr...

FOTOLOT

Immer noch vermintes Gelände

30.01.2026. Noch ist Jahresanfang und genug Zeit für einen Ausblick auf kommende Ausstellungen: Südafrikanische FotografInnen stehen im Fokus. Die Berliner Galerie Stallmann zeigt (jetzt schon) die Fotografin Victoria Pidust. Und Pierre Huyghe durchstößt im Berghain die nach unten offene Banalitätsskala. Von Peter Truschner. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Taschenbücherbrief Januar 2026

24.01.2026. Im Taschenbuch-Januar stehen die Preisträgerinnen Schlange! Zu entdecken gibt es Martina Hefters buchpreisprämierten Roman "Hey, guten Morgen, wie geht's dir?". Oder "Die Achse der Autokraten" von Friedenspreisträgerin Anne Applebaum. Und nicht zuletzt den Roman "Griechischstunden" von Literaturnobelpreisträgerin Han Kang, empfohlen von Arnim Eisenhut. Dies alles und mehr in unseren besten Taschenbüchern des Monats Januar. Von Arnim Eisenhut. Mehr...

TAGTIGALL

Ein Ohrenmensch

27.01.2026. Am 2. Januar ist Ilma Rakusa, eine der grandes dames unter den Lyrikerinnen, Kritikerinnen und Übersetzerinnen, 80 Jahre alt geworden. Am 22. Januar 2026, fand im Berliner Haus für Poesie eine Feier für sie statt. Die Lyrikerin Anja Utler führte das Gespräch. Im Mittelpunkt stand Rakusas jüngster Band, "Wo bleibt das Licht. Tagebuchprosa", der 2025 im Literaturverlag Droschl erschien. Von Marie Luise Knott. Mehr...

INTERVENTION

Benennen und sprengen

21.01.2026. Gern wird beim Thema "Linke und Iran" auf Michel Foucaults begeisterte Äußerungen zur iranischen Revolution hingewiesen. Gut so, aber die deutsche Geschichte beginnt früher und war eher noch fataler. Und der Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort. Von Thierry Chervel. Mehr...

WO WIR NICHT SIND

Bekenntnis zur unbedingten Erinnerung

21.01.2026. Anatoli Kusnezows "Babyn Jar" ist vieles auf einmal: Roman, Dokument eines der grausamsten Judenmorde der Nazis im Zweiten Weltkrieg, aber auch eine Geschichte der Zensur. Denn der Roman durfte in der Sowjetunion nur bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt erscheinen. Kusnezow macht dies typografisch kenntlich. Vor allem ist der Roman jedoch Zeugnis der Naziherrschaft in der Ukraine, erzählt aus der Perspektive eines 12-Jährigen, der nie den Blick senkt. Von Benita Berthmann. Mehr...

BÜCHERBRIEF LIVE

Wie nervt man Elon Musk, Aya Jaff?

15.01.2026. In der neunten Folge unseres Podcasts stellen die Perlentaucher Benita Berthmann und Lukas Pazzini wieder Bücher vor, die sie besonders interessant fanden: Mit László Krasznahorkai erkunden wir den Wahnsinn seines über neunzigjährigen Protagonisten, der sich für den rechtmäßigen König von Ungarn hält. Mit Aya Jaff sprechen wir über die Gefahr, die von Broligarchen wie Elon Musk ausgeht und finden heraus, was wir selbst tun können, um den Tech Bros auf die Nerven zu gehen. Von Benita Berthmann, Lukas Pazzini. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

Unterstützen Sie den Perlentaucher

24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...