Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
27.04.2010. Trotz ihrer ersten Niederlage in der Kruzifix-Frage: Es ist gut, dass Aygül Özkan Ministerin wird, findet die taz. In der FR lernt Micha Brumlik bei Shlomo Sand Neues über die Geschichte der Juden. Die Auflage der amerikanischen Zeitungen ist um 9 Prozent gefallen, meldet die New York Times. Jörg Lau nennt die South Park-Zensur und die dahinterstehende Mentalität in seinem Blog "langsam verachtenswürdig". Mashable fragt: Warum twittert Hugo Chavez? Die SZ stellt Tato Tabordas Musiktheaterprojekt mit den Yanomami-Indianern vor.
26.04.2010. Heute ist Tag des Geistigen Eigentums. Wir zitieren Zweifel der Wikipedia an der Einschlägigkeit des Begriffs. Techcrunch fragt: Kann man Facebook noch stoppen? Matthias Küntzel legt auf seinem Blog Ungereimtheiten bei der Neubesetzung der renommierten, zur Zeit von Wolfgang Benz besetzten Professur für Antisemitismusforschung an der TU Berlin offen. In SZ Online äußert sich Harald Martenstein ein bisschen traurig zur Zukunft des Journalismus. Die FAZ feiert Kristof Schreuf.
24.04.2010. Die 200. South-Park-Episode ist jetzt auch für das deutsche Publikum gesperrt. Die FAZ hat ein Statement von MTV eingeholt. Jörg Lau hat zur Gruppe Revolution Muslim recherchiert und fragt bestürzt: Wegen der albernen Drohposts dieser Freaks wird zensiert? Jon Stewart singt dazu: Bleep Bleep Bleep. In der taz erklärt die Autorin Olga Lewicka: Polentum ist eine Religion. In der FR diskutieren Christa Ritter und Arno Widmann über Sex zwischen Schülern und Lehrern. In der Welt fürchtet Michael Krüger den Zusammenbruch der kritischen Öffentlichkeit durch das Internet. Die NZZ porträtiert den Künstler Hitonari Tsuji. Die SZ lernt aus Großbritannien: Auch im Fernsehen kann man vernünftig debattieren.
23.04.2010. Die Welt möchte die Southpark-Folge mit Mohammed im Bärenkostüm (Abbildungsverbot eingehalten!) sehen. Aber sie wurde nach Einspruch religiös Empfindlicher (die das Schicksal Theo van Goghs beschworen) zensiert. Die NZZ berichtet über die Schweizer Dialektik der Dialekte. Die Welt besucht eine Stadtbücherei. FAZ und SZ denken über die katholische Kirche nach.
22.04.2010. Die taz klärt auf: Nicht nur in der katholischen Kirche, auch in der alternativen Szene und bei manchem taz-Autor war Sex mit Knaben echt beliebt. Da schlug das Pendel zu weit aus, meint Christian Ströbele dazu heute. Die Zeitschrift Cicero ist unter Michael Naumann auf dem Weg nach Vorwärts, meldet The European. Die NZZ spricht mit Arseni Roginski von Memorial über Katyn. Die FAZ findet den Dalai Lama nicht. Sie hat aber auch bei Google.cn gesucht. Die SZ bringt einen Essay von Olga Tokarczuk über das "neurotische Theater eines katholischen Nationalismus" in Polen. Die Zeit mischt sich ins Netz ein.
21.04.2010. In der NZZ erklärt der Islam-Experte Olivier Roy, warum er den Begriff der Islamophobie für abwegig hält. Die Welt bringt einen Aufruf nun doch noch angeknipster Künstler und Designer zum Erhalt der Glühbirne. Die FR weiß, warum der Tod deutscher Soldaten in Afghanistan weniger Empathie auslöst als der Tod Robert Enkes. Google führt jetzt eine Liste mit Zensuranfragen von Regierungen. Deutschland steht auf einem ehrenvollen zweiten Platz. In der FAZ schreiben Andrzej Stasiuk und Viktor Jerofejew über das Flugzeugunglück von Smolensk und seine Folgen.
20.04.2010. Irights.info stellt das Online-Spiel Cat Protect vor, mit dem der Börsenverein Kinder für das Urheberrecht sensibilieren möchte (und wer es bricht "wird für alle Ewigkeit als abschreckendes Beispiel gefangen sein"). The Big Picture bringt very big pictures des Eyjafjallajökull. In der FAZ verteidigt Werner Spies den allenthalben groß präsentierten Maler Neo Rauch gegen Neider und Zweifler. Die SZ sieht ihn vor allem als sehr deutschen Künstler.
19.04.2010. Gizmodo bringt eine Weltkarte des Dreifrontenkrieges zwischen Google, Apple und Microsoft. Die westlichen Werte sind nicht westlich, erklärt Kenan Malik in seinem Blog. In der FAZ und in der Welt wird's wolkig. In der NZZ empfiehlt der Pädagoge Allan Guggenbühl: Lasst Kinder chatten. Die Zeit stellt einige Artikel aus ihrer Islamdebatte online.
17.04.2010. Die NZZ beobachtet eine Renaissance des Jiddischen. Die FR sieht nur Pseudozusammenhänge im Werk Neo Rauchs. Die taz rühmt das Tollkühne an Alain Resnais. Die SZ lauscht Enteignungsfantasien auf der re:publica. Die FAZ betrachtet das Grauen in Form einer anonymen Hacker-Truppen auf der Webseite 4chan.
16.04.2010. In der Welt fegt Michael Wolffsohn den vom Papst angerichteten interreligiösen Scherbenhaufen zusammen. The Big Picture bringt erhabene Anblicke von Der großen Wolke. In der NZZ schreibt György Konrad über Ungarn nach den Wahlen. Nachtkritik bringt eine Rede des zum Theaterfan konvertierten Filmkritikers Michael Althen. Die SZ hat mit Blick auf den Papst irgendwie Verständnis von Gentlemans Beschreibung der Homophobie in Jamaika als kultureller Praxis.