
Das Bild der
Alt-
Right verliert erheblich an Schrecken, wenn man sich vor Augen hält, was für
trübe Tassen da im Grunde genommen in ihren Kellern an den Keyboards sitzen.
Andrew Anglin etwa, Gewährsmann des selbsternannten "intellektuellen Alt-Right-Führers"
Richard Spencer und Herausgeber und Haupt-Bestücker des prominentesten und berüchtigsten US-Nazi-Portals
The Daily Stormer, den Luke O'Brien in einer epischen Reportage
ziemlich nackt dastehen lässt: Der Herrenmensch-Aspirant war nicht nur selbst einmal anarcho-veganer Antirassist - offenbar um einer Frau zu gefallen -, er neigt zu selbstzerstörerischem Verhalten, sprunghaften Online-Präsenzen und
bekloppten Verschwörungstheorien. Dem Neonazismus wandte er sich wohl endgültig aus einer Kränkung heraus zu, nachdem ein indigener Stamm auf den Philippinen keine Lust hatte, seine Sehnsüchte nach einem wilden heroischen Leben im Einklang mit der Natur zu erfüllen. Auch "vernarrte er sich
geradezu religiös in Wladimir Putin oder 'Zar Putin den Ersten, Verteidiger der menschlichen Zivilisation', wie Anglin ihn nennt. In seinen Augen ist Putin der große weiße Retter, eine 'Wesenheit immenser Macht'. Mitglieder der Alt-Right sind zwar oft auf diese Weise
auf Stärke fixiert, doch Anglin bringt es diesbezüglich auf ein wildes, extremes Niveau. 'Er denkt in Begriffen eines
faschistischen Disney-
Films', erzählt mir ein prominenter weißer Nationalist, der mit Anglin zusammengearbeitet hat, und fügt hinzu, Anglin hoffe, er könne einen neuen Hitler heraufbeschwören, wenn nur hartnäckig genug Schüler für seine sektenartigen Vision anwirbt."