
Elizabeth Winkler hat sensationelle Nachrichten - Shakespeare war
eine Frau! In der neuen
Ausgabe des Magazins
sammelt Winkler Indizien und nennt einen Namen:
Emilia Bassano. "Ist je jemand auf die Idee gekommen, dass der Schöpfer all der außergewöhnlichen Frauenfiguren selbst eine Frau war? … Die vorherrschende Ansicht war, dass in der Renaissance in England keine Frau für das Theater schrieb, weil das
gegen die Regeln verstieß. Religiöse Verse und Übersetzungen wurden als geeignete literarische Aktivitäten für Frauen angesehen, 'closet dramas', die nur
für die private Lektüre gedacht waren, waren akzeptabel. Die Bühne war tabu. Wissenschaftler haben allerdings herausgefunden, dass Frauen als Gönner, Anteilseigner, Kostümbildnerinnen und Kassiererinnen in das Bühnen-Geschäft involviert waren. Darüber hinaus wurden 80 Prozent der in den 1580er Jahren gedruckten Stücke
anonym geschrieben, und diese Zahl fiel erst in den frühen 1600er Jahren unter 50 Prozent … Bassano wurde 1569 in London als Tochter einer venezianischen Einwandererfamilie - wahrscheinlich jüdische Musiker und Instrumentenbauer - geboren und war eine der ersten Frauen in England, die
einen Gedichtband veröffentlichte (angemessen religiös und doch
verblüffend feministisch gegen männliche Unterdrückung und für die Befreiung der Frau streitend). Ihre Existenz wurde 1973 vom Oxford-Historiker A. L. Rowse aufgedeckt, der spekulierte, sie sei Shakespeares Geliebte gewesen, die in den Sonetten beschriebene 'Dark Lady'. In dem Stück 'Emilia' geht die Dramatikerin Morgan Lloyd Malcolm noch einen Schritt weiter: Ihr Shakespeare ist ein Plagiator, der Bassanos Worte für Emilias berühmte Verteidigung der Frauen im Othello verwendet. Könnte Bassanos Beitrag noch größer und direkter sein? Die Idee fühlte sich wie eine
feministische Fantasie über die Vergangenheit an. Doch Geschichten über verlorene und verdeckte Errungenschaften von Frauen haben oft etwas Traumhaftes, da sie eine andere Geschichte als die enthüllen, die wir kennen. Hatte ich mich hinreißen lassen, Shakespeare nach dem Bild unserer Zeit neu zu erfinden? Oder blickte ich hinter die geschlechtsspezifischen Annahmen, auf eine Frau, die wie Shakespeares Heldinnen eine
raffinierte Verkleidung trug? Vielleicht war die Zeit endlich gekommen, sie zu erkennen."
In der Titelstory
sieht James Carroll für die
Katholische Kirche nur eine Möglichkeit, sich nach den Missbrauchsskandalen zu erneuern: Sie muss ihre Hierarchie und den
Klerikalismus abschaffen. "Die Kirche, die ich voraussehne, wird
von Laien regiert werden, wobei das Verb dienen angemessener wäre als regieren. Es wird Führer geben, die Gemeinschaften in der Anbetung versammeln, und weil die Tradition reich ist und tief in der Menschheitsgeschichte Akkorde anschlägt, können solche sakramentalen Befähiger durchaus als Priester bekannt sein. Dazu werden
auch Frauen und verheiratete Menschen gehören. Sie werden ontologisch allen anderen gleich sein. Sie werden keinem feudalen Übergeordneten Lehnstreue schulden."
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