Magazinrundschau - Archiv

The Economist

428 Presseschau-Absätze - Seite 25 von 43

Magazinrundschau vom 21.03.2006 - Economist

Die großen Medienkonzerne drängen mit Wucht ins Internet, stellt der Economist fest. "Es gibt keinen Zweifel, dass unter den großen Konzernen Rupert Murdochs News Corporation am entschiedensten gehandelt hat. Viacom hat dagegen einige Gelegenheiten verpasst, vielleicht weil es im vergangenen Jahr damit beschäftigt war, sich von der Schwestergesellschaft CBS zu trennen. Nicht nur MySpace.com ist ihnen entgangen, auch der Musik-Download-Service, den sie seit Jahren ankündigen (zusammen mit Microsoft ist im Laufe des Jahres ein Service namens 'Urge' geplant), muss noch veröffentlicht werden. Währenddessen hat Apple den Online-Musikmarkt übernommen. Die Firmen verfolgen eine unterschiedliche Strategie im Internet. Viacom und News Corporation wollen brandneue Onlineunternehmen aufbauen oder einkaufen und ihre existierenden Marken auf das Netz ausdehnen. Disney und Time Warner stellen hauptsächlich eigene Inhalte ins Netz."

Weitere Artikel: Weil sich das Open-Source-Modell von der Software-Branche auf weitere Wirtschaftsbereiche wie etwa die Medikamentenherstellung auszudehnen beginnt, untersucht der Economist Vor- und Nachteile des Systems. Der durchschnittliche Brasilianer liest 1,8 nicht-akademische Bücher im Jahr und damit halb so viel wie in Europa, beklagt ein Artikel. Und im Titel werden die letzten Tage von Premierminister Tony Blair eingeläutet.

Magazinrundschau vom 14.02.2006 - Economist

Im Karikaturen-Streit schlägt sich der Economist ganz entschieden auf die Seite der Pressefreiheit und tadelt den britschen Außenminister Jack Straw, der die Veröffentlichung der Zeichnungen "unnötig, taktlos, respektlos und falsch" genannt hat. "Die Redefreiheit, zu der auch die Freiheit gehört, die Religion auf die Schippe zu nehmen, ist nicht nur ein hart erkämpftes Menschenrecht, sondern jene Freiheit, über die sich liberale Gesellschaften definieren. Wenn dieser Freiheit Gewalt angedroht wird, ist es die Aufgabe der Regierungen, sie ohne jede Einschränkung zu verteidigen."

Gerade im Hinblick auf den Karikaturen-Streit begrüßt der Economist Daniel C. Dennetts ("Breaking the Spell: Religion as a Natural Phenomenon") Initiative, Religion als Naturphänomen aufzufassen und zum Gegenstand rationaler und wissenschaftlicher Betrachtung zu machen. Außerdem zu lesen: Dass die USA erneut in Versuchung geraten, sich außenpolitisch zu isolieren, welche marktwirtschaftliche Macht in der Hand der blogger liegt, und wie es um die Geburtenraten in Europa steht (vor allem für Deutschland richtig übel).

Das Dossier ist Deutschland gewidmet. Online lesen dürfen wir nur den Einführungsartikel von Ludwig Siegele, der ankündigt, nicht die positiven (Exportweltmeister), sondern die negativen Seiten aufs Korn zu nehmen. Wenn sie ihre strukturellen Probleme nicht anpacken, glaubt Siegele, haben die Deutschen bald amerikanische Verhältnisse.

Magazinrundschau vom 07.02.2006 - Economist

Niemand hatte mit einem Wahlsieg der Hamas gerechnet, so der Economist, auch nicht die Hamas, die im Wahlkampf eher Alltagsprobleme wie Korruption und Arbeitslosigkeit zur Sprache brachte. Und so sind "die Fragen, die jetzt jeder stellt, Fragen, von denen die Hamas nicht dachte, dass sie sie jemals beantworten müsste. Wie wollt ihr ohne jegliche Erfahrung eine Regierung bilden? Werdet ihr Israel anerkennen? Werden eure Milizen in den Sicherheitskräften der palästinensischen Autonomiebehörde aufgehen? Werdet ihr die Scharia einführen? Welche Zugeständnisse werdet ihr machen, um weiterhin finanzielle Hilfe aus dem Ausland zu bekommen?" Bislang versucht die Bevölkerung das Ganze mit Humor zu nehmen, wie der Economist vielerorts beobachtet hat, doch "wenn eine Gesellschaft Humor gebraucht, um ein Vakuum auszufüllen, dann um die Angst zu knebeln, dass dieses Vakuum bald von etwas weitaus Unlustigerem ausgefüllt werden könnte."

Weitere Artikel: Sie alle berufen sich auf den Islam, doch die verschiedenen islamischen Gruppierungen - etwa al-Quaida oder die Muslimbruderschaft -unterscheiden sich sowohl in ihren Zielen als auch in den Mitteln, mit denen sie diese Ziele verfolgen, erklärt der Economist in einem ausführlichen Artikel. Berichtet wird vom Verbot des Magazins Bing Dian, das der Economist als weiteres Kapitel einer nicht enden wollenden Eiszeit für die Gesellschaftskritik in China deutet.

Außerdem zu lesen: ein Nachruf auf Christopher Lloyd, den Bilderstürmer unter den englischen Gärtnern, ein kurzes Porträt der sogenannten alternativen Fotografie, die auf alte Fototechniken zurückgreift, und eine Einschätzung von George Bushs jüngster Rede zur Lage der Nation (günstigerweise inhaltsschwach).

Magazinrundschau vom 17.01.2006 - Economist

Was sahen (und sehen) die Israelis in Ariel Scharon, dass sie ihm so blind vertrauten (und vielleicht noch vertrauen)?, fragt der Economist angesichts des anhaltenden Wählerzuspruchs für die von Scharon gegründete Kadima-Partei - selbst jetzt noch, obwohl Scharon wahrscheinlich nicht mehr ins politische Leben zurückkehren wird. "Was ihn für den durchschnittlichen israelischen Juden glaubwürdig, wenn nicht sogar liebenswürdig machte, war, dass er es verstand, die von vielen geteilte Überzeugung, es sei notwendig, besetzte Gebiete aufzugeben, mit einem tiefen Misstrauen gegenüber den Palästinensern in Einklang zu bringen. Die Israelis spürten, dass er als Vater der Siedlerbewegung die Siedlungen nur aufgeben würde, wenn es - wie in Gaza - wirklich notwendig ist, und zwar in einem einseitigen Prozess, der von Israel kontrolliert werden könne."

Weitere Artikel: Im Aufmacher beschäftigt sich der Economist mit dem Vermächtnis des scheidenden Chefs der amerikanischen Zentralbank Alan Greenspan: "Was er hinterlässt, ist die größte wirtschaftliche Unausgeglichenheit in der amerikanischen Geschichte." Eine alte chinesische Weltkarte legt nahe, dass die Chinesen die ersten Weltumfahrer gewesen sein könnten, berichtet der Economist und zeigt sich erstaunt über die beachtliche Präzision der auf 1418 datierten Karte. Mit einer kleinen, geradezu unverschämten Ausnahme: Die britischen Inseln fehlen! Und schließlich: Nach Jahrhunderten lückenloser Überwachung der Bürger durch die Obrigkeit, so der Economist, entdeckt China das Bedürfnis nach Privatsphäre.

Magazinrundschau vom 27.12.2005 - Economist

Warum sind die Japaner nur so vernarrt in Roboter? Weil sie die perfekte Antwort auf ihre Kommunikationsstörungen sind, mutmaßt der Economist. "Viele Japaner haben es schwer, sich in Anwesenheit anderer wohl zu fühlen. Das trifft besonders auf Fremde zu. Denn Einwanderer können nicht - wie Roboter - einfach programmiert werden. Man weiß nie, wann sie womöglich etwas Spontanes tun werden, eine unangenehme Frage stellen oder im Gespräch die falsche Höflichkeitsform gebrauchen werden. Doch von Fremden einmal abgesehen: Japaner zu sein, und immer Acht geben zu müssen, was man im Beisein von anderen sagt oder tut, ist wahrlich kein Picknick."

Weitere Artikel: Jesus als Chief Executive Officer? Der Economist staunt über christliche Gemeinden wie die "Willow Creek Community" in Illinois, die sich die Kniffe der Geschäftswelt zunutze machen und zu "kundenorientierten" Firmen werden. J. P. Martins "Uncle"-Geschichten sind genial exzentrisch, doch leider - zum großen Entsetzen der eingefleischten Fans - seit Ewigkeiten vergriffen und auch sonst kaum noch zu ergattern, berichtet der Economist. Ein Fall für das Print-on-demand-Modell?

Außerdem zu lesen: Was Jeremy Seal über den heiligen Nikolaus und seinen Weg zur Ikone in Erfahrung gebracht hat ("Nicholas: The Epic Journey from Saint to Santa Claus"), warum der französische Antiamerikanismus nicht so tief sitzt, wie es scheint, welche die meistgehassten amerikanischen Firmen sind, dass das Gründen eines Mikrostaates nach dem Vorbild Monacos gar nicht so einfach ist, und wie vermögensbildende Maßnahmen zur Zeit von Jane Austen aussahen.

Evolution im Doppelpack: Utopia ist für den Menschen unerreichbar, aber Dystopia ist auch nicht von Dauer - fragen Sie Darwin!, so der Economist im Aufmacher. Und im Dossier geht es um unsere eigene Erfolgsstory als Spezies.

Magazinrundschau vom 20.12.2005 - Economist

Weg vom Macho-Soldatentum, hin zum differenzierten Krisen-Management: Die US-Armee denkt langsam um und nimmt sich die Briten dabei zum Vorbild, berichtet der Economist mit einiger Belustigung - sowie lesbarer Genugtuung. Zu beobachten sei dieses Umdenken vor allem in militärischen Trainingscamps wie Fort Polk, das ein fiktives Afghanistan nebst Zivilbevölkerung zu Übungszwecken eingerichtet hat: "Glaubt man dem Brigadegeneral und Leiter von Fort Polk , Michael Barbero, dann 'wird hart daran gearbeitet, Graustufen anzuerziehen, den Befehlshabern beizubringen, nicht bloß Türen einzutreten, sondern sich unters Volk zu mischen und Informationen zu sammeln."

Der Economist hat Marin Alsop getroffen, die neue Dirigentin des Baltimore Symphony Orchestra, und weiß seitdem, warum die weibliche Dirigententätigkeit einem Spießrutenlauf gleicht: " 'Man braucht klare Linien und muss Abstand nehmen vom Filigranen', sagt Alsop. 'Einen aggressiven Mann wird man schlicht als aggressiven Mann sehen, aber eine aggressive Frau kann leicht mit gehässigeren Bezeichnungen bedacht werden. Umgekehrt, erklärt sie und dreht ihre Handflächen nach oben, 'lassen manche Gesten einen männlichen Dirigenten sensibel, eine Frau aber schwach aussehen.'"

Außerdem zu lesen: Warum die britischen Bobbies lieber auf ihre jüngst erlangten Befugnisse verzichten würden, und warum es kein Skandal - sondern rechtmäßiger Schutz von geistigem Eigentum - wäre, sollte die drahtlose Telekommunikations-Technologie BlackBerry vom Netz genommen werden. Großes Lob geht an Edward Castronovas glanzvolles Handbuch über Online-Spiele und deren neue, synthetische Welten ("Synthetic Worlds: The Business and Culture of Online Games"). Außerdem lesen wir einen Nachruf auf einen "Thomas von Aquin im Anzug", den Politiker Eugene McCarthy.

Magazinrundschau vom 29.11.2005 - Economist

Mit einiger Erleichterung stellt der Economist fest, dass sich al Qaida allmählich um die Sympathie der arabischen Bevölkerung bringt, nicht zuletzt mit dem jüngsten Attentat in Amman: "Es ist vielleicht mehr als nur zufällige Ironie, dass sich unter den sechzig Opfern auch Mustafa Akkad befand, jener in Syrien geborene Regisseur, dem der Film "Löwe der Wüste" zu verdanken ist. Nun trifft es sich aber, dass besagter Film, der den Mut von muslimischen Widerstandskämpfern verherrlicht, eine der wenigen Produktionen ist, die auf islamistischen Webseiten ausdrücklich gutgeheißen werden, wenn auch in einer Version, in der die Filmmusik durch religiöse Gesänge ersetzt und alle Szenen, in denen Frauen vorkommen, herausgeschnitten wurden."

Spannend findet der Economist "The Chosen", Jerome Karabels Studie über die Aufnahmeverfahren der drei Elite-Universitäten Harvard, Yale und Princeton, die ihre Aufnahmekriterien über die Jahre immer so zurechtgeschustert haben, dass sie genau jene Studenten aufnehmen konnten, die sie am liebsten wollten (etwa mehr wohlhabende Protestanten und weniger Juden), ohne allzu offensichtlich gegen das Diktum der Meritokratie zu verstoßen. Etwa, indem sie die Charaktereigenschaft der "Männlichkeit" zum Aufnahmekriterium machten, und sich weigerten, in Bewerbern, die nicht wohlhabend und protestantisch waren (beispielsweise Juden), besagte Männlichkeit zu entdecken.

Weitere Artikel: In mehrere Artikeln überlegt der Economist, ob ein Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak Sinn machen würde (nur einer ist online). Und schließlich fragt der Economist im Dossier, ob es das Schicksal Italiens ist, ein großes Venedig zu werden, nämlich kaum mehr als eine - zugegebenermaßen verführerische - Touristenattraktion.

Magazinrundschau vom 01.11.2005 - Economist

Das ist wahrlich keine schöne zweite Amtszeit für George Bush, stellt der Economist fest und blickt zurück auf das Fiasko um die von Bush für den Obersten Gerichtshof nominierte Juristin Harriet Miers. "Es war auch eine persönliche Demütigung für George Bush. Er hatte sich für ihren Charakter verbürgt. Der Grundtenor seiner Argumente für ihre Kandidatur lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Vertrauen Sie mir. Doch zahlreiche Senatoren waren nicht bereit dies zu tun. Sie sahen eine Frau mit wenig Erfahrung im Bereich des Verfassungsrechts. Ihre hauptsächliche Eignung schien in ihrer kriecherischen Bewunderung für 'den brillantesten Mann, dem sie jemals begegnet ist' zu bestehen."

Das britische Klassensystem existiert noch, es hat sich nur verändert, schreibt der Economist. Früher waren Adel und ein stattliches Heim entscheidend, heute dagegen "besteht Großbritanniens Elite aus einer Superklasse, die ererbten Reichtum mit Hirn verheiratet hat. Die meisten zuverlässigen Hinweise, dass jemand Upper-Class ist, sind verschwunden, dennoch bleibt ein Indikator: wo er zur Schule gegangen ist. Sowohl Tony Blair als auch David Cameron, der Favorit für den Vorsitz der Konservativen, waren auf top Privatschulen und sind in diesem Sinne Angehörige einer kleinen Elite."

Weitere Artikel: Der Economist empfiehlt das organisierte Fürchten der Ausstellung "SAFE: Design Takes On Risk" im New Yorker Moma, die rund 300 Gegenstände zur Schau stellt, die den Menschen vor den derzeit als solche empfundenen Gefahren schützen sollen. Angesichts der allgemeinen Überraschung über den Wahlausgang in Polen gibt sich der Economist leicht süffisant: Die Stimmenverteilung folge einfach den (zugegebenermaßen ein bisschen komplexen) geografischen und historischen Gegebenheiten des Landes.

Außerdem zu lesen: Warum das Schicksal der amerikanischen Sicherheitspolitik in Fernost an einem winzigen japanischen Strand hängt, dass China und Indien wirtschaftlich noch stärker wachsen könnten - wenn sie sich nur trauen würden, warum Schizophrene so gut sehen, und dass die Ratten den New Yorkern schon so nahe sind, dass sie, "wenn ein Kind etwas fallen lässt, 'Mittagessen!' rufen".

Magazinrundschau vom 25.10.2005 - Economist

"Gib mir, was deine Seele dir sagt." Solches und Ähnliches, so der Economist, hört man in Russland, wenn es ums Bestechen geht. Und man höre es ständig, denn die Korruption habe sich in den letzten Jahren zu Russlands größtem Problem entwickelt. "Korruption herrscht in Russland überall. Oftmals scheint es nicht ein Nebeneffekt der Politik und der Ereignisse zu sein, sondern geradezu deren treibende Kraft, stärker noch als der wieder aufkommende Nationalismus." So sehr, dass nur aufsteigt, wer korrupt ist. Denn, wie die Russland-Beauftragte von "Transpareny International" Elena Panfilowa es ausdrückt, "ein korrupter Beamter ist ein loyalerer Beamter".

Weitere Artikel: Geradezu ehrfurchtsvoll schreibt der Economist über "Wasser", den dritten Teil der Film-Trilogie von Deepa Mehta, in dem sich die indische Regisseurin kritisch mit dem Schicksal der indischen Witwen (die nach dem Tod ihres Ehemannes als halb tot gelten und genötigt werden, unter Verschluss zu leben) auseinandersetzt. Und noch einmal Indien: Schlichtweg gefährlich nennt der Economist die Zugeständnisse, die George Bush entgegen dem Nichtverbreitungs-Vertrag für Nuklearwaffen an Indien gemacht hat. Weiter trauert der Economist um Arthur Seldon, der als Ideengeber des IEA (Institute of Economic Affairs) die wirtschaftspolitische Kultur Großbritanniens entscheidend geprägt hat. Aus vier mach drei - AOL steht zum Verkauf und der Economist spekuliert über den letztendlichen Käufer: Yahoo!, Google oder Microsoft? Und: Viel Lärm um Nichts? - Der Economist berichtet von einer kontroversen Studie, die bewiesen haben will, dass es doch keine "Dunkle Materie" gibt.

Und schließlich: Im Dossier geht es um Patente und die Auswirkungen, die eine Reform des Patentrechts auf die Entwicklung der Wirtschaft haben könnte.

Magazinrundschau vom 18.10.2005 - Economist

Nicht nur gegen den guten Geschmack, auch gegen die Verfassung hat George Bush mit der Nominierung Harriet Miers zu Vorsitzenden des Obersten Gerichts verstoßen, schreibt ein erboster Economist. "Im Grundsatzpapier 'Federalist 76' rechtfertigte Alexander Hamilton die beratende Funktion des Senats mit der Begründung, dass diese einen Präsidenten davon abhalten würde, dieses Amt an Menschen zu verleihen, die 'ihm persönlich verbunden' oder so unbedeutend und fügsam sind, dass sie nur 'ergebene Werkzeuge seines Wohlgefallens' wären ... Werden die Mitglieder des Senats-Justizkommittees ihr Augenmerk darauf richten, wo es zu sein hat, nämlich auf Miers' Eignung und ihre Beziehung zum Präsidenten oder werden sie lediglich Zeit verplempern und sie darüber ausfragen, wie sie in Sachen Abtreibung stimmen wird? Sollte es je einen Zeitpunkt gegeben haben, an dem der Senat aufgefordert wäre, sich über die kulturellen Fehden zu erheben, dann jetzt."

Weitere Artikel: Der Aufmacher ist der Nachfolge des scheidenden Präsidenten der amerikanischen Notenbank Alan Greenspan gewidmet. Doch wer, fragt der Economist besorgt, ist imstande, dieses entscheidende Amt zu übernehmen? Der Economist kann dem geflügelten Wort Gerhard Schröders nur Recht geben - Deutsche Koalitionsverhandlungen ähneln den Paarungsversuchen von Stachelschweinen: Beide gehen seeehr langsam vonstatten. Ob gut oder schlecht, diese Ladies retten jeden Film, schreibt ein schmachtender Economist über die weiblichen Stars des Kinoherbstes. Und im Nachruf würdigt der Economist Leo Sternbach, den leidenschaftlichen Chemiker und Erfinder des Valiums, der die Versuchsratten dazu brachte, "froh und munter auf dem Boden des Käfigs umherzulaufen, als gäbe es das Laufrad nicht".

Außerdem: Wie es das Modell der "Grippebörse" erlaubt, Grippewellen zuverlässig vorherzusagen, dass neue Studien den ökonomischen Nutzen von Impfungen belegen und damit Impfungen als regelrechte Zukunftsinvestition ausweisen, und schließlich ob mit Fortschritten in der Erdbeben-Prognose zu rechnen ist.