
Im
Dossier macht sich der
Economist Gedanken über die
Qualitätsicherung der Hochschullehre angesichts einer stetig wachsenden Studentenschaft. Gerade um die Bildungsstätten der
alten Wissenschaftshochburg Europa steht es schlecht,
schreibt der Economist bitter. In einer von der Universität Shanghai erstellten internationalen
Rangliste der Universitäten befänden sich allein Oxford und Cambridge unter den ersten zwanzig. "Um die ganze Absurdität zu begreifen, lohnt es sich, der
Humboldt-Universität in Berlin einen Besuch abzustatten. Treten Sie ins Hauptfoyer, wandeln Sie die Treppen hinauf zum ersten Stock, vorbei an dem
Spruch eines früheren Studenten (Karl Marx), der in goldenen Lettern in die Wand gemeißelt ist ("Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern"), und besehen Sie sich die
Porträts der Nobelpreisträger, die die Wände säumen. Zwischen 1900 und 1909 waren es acht, zwischen 1910 und 1919 sechs, vier zwischen 1920 und 1929, sechs zwischen 1930 und 1939, einer zwischen 1940 und 1949 und vier zwischen 1950 und 1956. Die Ehrenreihe zählt Koryphäen wie Theodor Mommsen, Max Planck, Albert Einstein und Werner Heisenberg. Doch
nach 1956 gibt es plötzlich
keine Nobelpreisträger mehr."
Weiter Artikel: Der konservative Richter
John Roberts - eben noch Anwärter auf den Posten der zurückgetretenen Richterin am Obersten US-Gericht Sandra Day O' Connor - soll nun, nach dem Tod des Obersten US-Richters
William Rehnquist (dem der
Economist einen süßsauren
Nachruf widmet), dessen Posten einnehmen. Der Economist
stöbert in Roberts' Keller und kann dort zu seiner eigenen Überraschung nichts finden, was auch nur annähernd einer Leiche ähnlich sieht.
Weiterhin hat der Economist drei empfehlenswerte
Bücher gefunden, die
Amerika zur
neuen Supermacht des Weins küren. In Frankreich bahnt sich ein Kampf um die
Nachfolge des gesundheitlich geschwächten Präsidenten
Jacques Chirac an. Der Economist
vergleicht die beiden Kontrahenten
Dominique de Villepin und
Nicolas Sarkozy. Und wie der Economist
entdeckt hat, legen medizinische Studien nahe, dass die
Langzeitauswirkungen des Atomunfalls von
Tschernobyl vor allem psychischer Natur sind.
Nur im Print zu lesen ist der Aufmacher, den der Economist dem
Wirbelsturm Katrina und seinen verheerenden Folgen widmet. Zu lesen ist allerdings,
ob New Orleans nach der Katastrophe überhaupt noch eine
Zukunft hat.