Magazinrundschau - Archiv

The Economist

428 Presseschau-Absätze - Seite 4 von 43

Magazinrundschau vom 21.05.2013 - Economist

Hätten Sie gewusst, was die Globalisierung in den letzten 50 Jahren am meisten angeschoben hat? Der Economist präsentiert eine originelle, aber tolle Theorie: Nicht etwa gesetzliche Abkommen, nein, der standardisierte Container, wie er in Schiffen zum Einsatz kommt, steckt dahinter. "Die Containerisierung ist Kronzeuge für die Macht der Prozessinnovation. In den 1950ern arbeiteten die Häfen der Welt im Großen und Ganzen so wie in den Jahrhunderten zuvor. Wann immer ein Schiff festmachte, entluden Horden von Hafenarbeitern die Massenstückgüter, die im Bootsinneren zusammengepackt waren. Dann stopften sie die neue Beladung wie bei einer maritimen Tetris-Variante so effizient wie möglich rein. Der Vorgang war teuer und langsam, die meisten Schiffe verbrachten mehr Zeit im Hafen als auf der See. Und der Diebstahl war ungeheuerlich: Über den Lohn eines Hafenarbeiter sagte man, er belaufe sich auf '20 Dollar am Tag und soviel Scotch, wie er tragen konnte'. Die Containerisierung änderte alles."

Außerdem entnimmt der Economist jüngeren Buchveröffentlichungen, warum sich Nordkorea auch bis auf weiteres nicht ändern wird.

Magazinrundschau vom 07.05.2013 - Economist

Sehr interessiert hört Economist den Reform- und Wohlstandsversprechungen des neuen chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping zu, nicht ohne dabei auf die Risiken eines neuen Autoritarismus hinzuweisen: "Eines davon ist der Nationalismus. Ein fest verankerter Sinn für den eigenen, historischen Opferstatus bedeutet, dass die Rhetorik einer wiederaufstrebenden Nation nur allzu schnell sehr hässlich werden könnte. Während die Scharmützel und Provokationen in den umliegenden Meeren zunehmen, brauchen patriotische Mikroblogger keine Extra-Aufforderung, um nach einer demütigenden Lektion für die Japaner zu verlangen ... Das andere Risiko besteht darin, dass der chinesische Traum am Ende der Partei mehr Macht verleiht als der Bevölkerung ... Auch wenn der chinesische Traum eine kommunistische Rhetorik vermeidet, hat Xi zu erkennen gegeben, dass seiner Meinung nach die Sowjetunion zusammenbrach, weil die kommunistische Partei dort die ideologische Orthodoxie und strikte Disziplin verlassen hat. 'Der chinesische Traum', sagte er, 'ist ein Ideal. Kommunisten sollten ein höheres Ideal haben und das ist der Kommunismus'."

Weiteres: Eine Vorstellung der gerade in der Tate Modern gezeigten Künstlerin Ellen Gallagher, die "für ihre Kunst aus Science Fiction, Meeresbiologie und schwarzer Geschichte schöpft und auf ganz unterschiedliche Arten Tonpapier, Bleistift, Knetmasse, Druckwaren, Radiergummi, Blattgold und Heliogravüre verwendet". Von den Herausforderungen (und den lockenden traumhaften Renditen) der Musical-Industrie erfahren wir hier. Außerdem liest der Economist neue Bücher über Maggie Thatcher sowie, an dieser Stelle, über die Zukunft und das Netz, darunter Eric Schmidts und Jared Cohens "Vernetzung der Welt".

Magazinrundschau vom 30.04.2013 - Economist

Eine Anhörung beim Supreme Court in Michigan lässt den Economist über den Sinn und Zweck von "affirmative action" (oder "positive Diskriminierung") nachdenken und zu einem eindeutigen Plädoyer gelangen: Der Staat sollte, trotz der langen Geschichte der Segregation, "farbenblind" sein und etwa bei der Vergabe von Studienplätzen auch gegenüber Angehörigen ethnischer Minderheiten allgemein gültige Maßstäbe ansetzen: "Eine Studie fand heraus, dass an manchen amerikanischen Universitäten schwarze Bewerber, die bei den Eignungstests um 450 Punkte (bei 1600 erzielbaren) schlechter abschnitten als asiatische, dennoch die selben Chancen auf einen Studienplatz haben. Das ist weder fair gegenüber Asiaten, noch ein Anreiz für Schwarze, auf der High School zu lernen. In ihrem Buch 'Mismatch' legen Richard Sander und Stuart Taylor Indizien vor, die den Schluss nahelegen, dass 'affirmative action' die Anzahl von Schwarzen, die sich als Anwälte qualifizieren, verringert, da sie schwarze Studenten an Law Schools verweist, für die sie schlecht vorbereitet sind, sodass viele von ihnen ihr Studium abbrechen. Wären sie an weniger herausfordernde Schulen gegangen, hätten sie ihren Abschluss wohl gemacht. Auch wenn die Gruppen, die von 'affirmative action' bedacht werden, in der Regel ärmer sind als ihre Nachbarn, sind es die Individuen, die daraus Nutzen ziehen, oftmals nicht." Ausführlicher dazu auch dieser Text.

Außerdem beobachtet der Economist den Fortschritt von 3D-Printern und blickt mit Sorge auf die global steigende Jugendarbeitslosigkeit.

Magazinrundschau vom 16.04.2013 - Economist

Der Economist feiert Margaret Thatcher wie zu erwarten schon auf dem Titelblatt als "Freiheitskämpferin". "Nur eine Handvoll Politiker in Friedenszeiten können für sich beanspruchen, die Welt verändert zu haben. Margaret Thatcher war eine von ihnen", heißt es in dieser Würdigung. "Sie veränderte nicht nur ihre eigene konservative Partei, sondern die gesamte britische Politik. Der Enthusiasmus, mit dem sie für Privatisierungen einstand, trat eine globale Revolution los und ihr unbedingter Wille, gegen die Tyrannei einzustehen, begünstigte das Ende der Sowjetunion. Winston Churchill hat einen Krieg gewonnen, doch einen '-ismus' hat er nie geschaffen."

Der Thatcherismus, heißt es in dieser ausführlicheren Bilanz, hat bis heute spürbare Wellen von "Warschau über Santiago bis Washington" geschlagen. Aber auch: "In ihrer Heimat steht es um ihr Erbe komplizierter. Widersprüche, wohin man schaut. Sie war ein waschechter Tory, der die Tory-Partei auf eine Generation marginalisierte. Die Tories hörten auf, eine Volkspartei zu sein, sie zogen sich in den Süden und die Vorstädte zurück, während sie in Schottland, Wales und den Städten im Norden nahezu völlig ausstarben. Tony Blair zog aus der Thatcher-Revolution mehr Nutzen als John Major, ihr Nachfolger".

Außerdem: Eine Sammlung internationaler Stimmen zu Thatchers Tod. Weiter denkt der Economist über die virtuelle, womöglich demnächst crashende Währung Bitcoin nach (hier eine Erklärung, wie sie funktioniert) und erklärt uns, dass weibliche Ansprüche ans Aussehen der Männer auch nicht realistischer sind als die von Männern an Frauen.

Magazinrundschau vom 09.04.2013 - Economist

"Von jenseits der großen Mauer können wir in alle Winkel der Welt reichen" lautet der Text der 1987 verschickten, ersten und angesichts heutiger Versuche des chinesischen Regimes, das Netz zu kontrollieren, durchaus blauäugigen E-Mail aus China, steht im Aufmacher zum Themenschwerpunkt China und Internet. Diesem zufolge scheint die Zeit der Netzrepression aber auch durchaus endlich zu sein, da insbesondere auf dem Land die Zahl der Internetnutzer schlagartig wächst: Und "selbst nur gelegentliche Internetnutzer können in politische Diskussionen verwickelt werden und das Internet stellt den einen Raum dar, in dem die Leute verhältnismäßig frei ihre Gedanken äußern und die Regierung kritisieren können. Im Privaten haben sie immer gemurrt und Familien haben sich am Esstisch über die Propaganda amüsiert, die ihnen das Staatsfernsehen serviert. Doch in der Lage zu sein, abweichende Ansichten kollektiv online auszudrücken, ist neu. Millionen von Nutzern sind subversiv im Kleinen, sie nagen am imposanten Gebäude des Parteienstaats mit Humor, Wut und betrübtem Zynismus. Nur jene, die es wagen den Staat zu bedrohen - in einer sehr breiten Definition umfasst dies auch die Kritik an einem Führer oder öffentlich seine Klage zu artikulieren - werden zur Bestrafung ausgesiebt."

Die Effizienz der großen Firewall, die das chinesische Netz zensiert, nimmt stetig zu, erfährt man hier: "Wer heute bei Google verbotene Suchbegriffe eingibt, wird zu einer Sackgasse weitergeleitet und auf eine virtuelle Strafbank verfrachtet, von der aus der Zugang zur Suchmaschine für 90 Sekunden gesperrt bleibt, auch wenn andere Bereiche des Internet zugänglich bleiben." Einen etwas genaueren Blick hinter die Kulissen der chinesischen Netzregulierung findet man hier. Außerdem mutmaßt der Economist über das Ausmaß staatlicher Hackaktivitäten aus China und stellt die Internetrestriktionen anderer Regime vor.

Außerdem eine Reportage aus dem nordkoreanischen Pyöngyang, wo es im Alltag derzeit offenbar ganz und gar nicht danach aussieht, als würde sich das Land ernsthaft für einen Krieg wappnen: "Nordkorea ist die am höchsten militarisierte Gesellschaft auf Erden. Und doch sind die einzigen Gewehre, die man in der Hauptstadt zu Gesicht bekommt, die hölzernen, die einige ziemlich unerfahren wirkende Kadetten tragen. ... In Pyöngyang fällt es einem schwer, den Eindruck abzuschütteln, dass die Drohungen und das Geprahle in Richtung Amerika und Süden im wesentlichen für das eigene Land gedacht sind. Bedrohungen von außen legitimieren Nordkoreas Paranoia und durchgesetzte Isolation, egal was das Land seinem Volk abverlangt. Und sie versorgen eine Nation, die an einschläfernde, umfassender Kim-Lobpreisung als Entertainment gewohnt ist, mit existenziellem Drama."

Magazinrundschau vom 12.03.2013 - Economist

Der Economist weint Hugo Chávez erwartbar keine Träne nach: "Hinter der Propaganda zeigt sich Venezuelas hässliche Wirklichkeit eines korrupten, zynischen und inkompetenten Regimes. ... Gewiss wuchs das Selbstbewusstsein des Kontinents während seiner Amtszeit, doch ist dies auf ein besseres Wirtschaftsmanagment und den steigenden Handel mit China, aber nicht auf Chávez' Taten zurückzuführen. Sein scharlachrotes Beret mag auf bourgeoisen T-Shirts in Greenwich Village und Islington ganz gut aussehen, doch der wirkliche lateinamerikanische Held der Arbeiterklasse ist Lula aus Brasilien. Und trotz aller herzlicher Umarmungen auf lateinamerikanischen Zusammenkünften hat Chávez die Anliegen des Kontinents nicht weitergebracht. Obwohl Lateinamerikas Führungspersonal - Lula inklusive - nur widerwillig schlecht über Chávez redet, weiß es, dass er ein Hindernis dabei war, das Potenzial des Kontinents auszuschöpfen und ihn hinter Demokratie und offenen Märkten zu vereinen." Dazu passend: Die Besprechung einer neuen Biografie über den Staatsmann, die ihn als großen Schauspieler, aber als schlechten Präsidenten charakterisiert.

Weitere Artikel: "Frauen, auf nach Neuseeland", kann man nach dieser Infografik zu den besten Arbeitsbedingungen für Frauen nur sagen (Deutschland liegt weit abgeschlagen gerade mal kurz vor Griechenland und Italien...). Die seit der Finanzkrise 2008 und mit dem Aufstieg von Facebook aus dem Boden sprießenden Onlineportale zum Tausch von Dienstleistungen (mehr) stehen derzeit unter enormer fiskalischer Beobachtung, erfahren wir hier. US-amerikanische Unternehmen sprechen sich für die Homo-Ehe aus - wenn auch nur vor allem deshalb, weil die interne Lohnabrechnung dadurch erleichtert würde. Außerdem erklärt uns der Economist, warum es nach dem 3D-TV-Flop auch neue, ultrahochauflösende 4K-Fernsehgeräte schwer haben werden, sich auf dem Markt durchzusetzen.

Magazinrundschau vom 05.03.2013 - Economist

Sehr skeptisch begegnet der Economist den kontrovers diskutierten Plänen von Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die Mitarbeiter aus der Tele-Arbeit von zuhause aus wieder zur Büroarbeit im Hauptquartiert zu verpflichten: "Die Indizien häufen sich, dass Büroarbeit auch die Produktivität hemmt. Kürzliche Studien aus Stanford und Peking berichten von Experimentergebnissen bei einem chinesischen Onlinereisebüro (...), das seine Callcenter-Agenten auf zwei Teams aufgeteilt hatte. Das eine arbeitete neun Monate zuhause, das andere im Büro. Am Ende stellten die Akademiker fest, dass die Heimarbeiter die Anrufe effizienter bearbeitet haben, weniger Pausen gemacht haben und um 13% produktiver waren als ihre Bürokollegen. Auch waren die Heimarbeiter deutlich zufriedener mit ihrem Job." (Der Business Insider sieht das ganz anders, ebenso der Telegraph, der mit Virginia Woolf argumentiert. Wired meint: abwarten. Slate, hier, und Atlantic, hier, dagegen kritisieren Mayers Entscheidung, die ein wirklich erstaunliches Echo ausgelöst hat.)

Außerdem: Sieh an, die Musikindustrie ist dank verbesserter Onlinestrategien erstmals seit 13 Jahren wieder im Wachsen begriffen: "Die Leichtigkeit, mit der man Musik kaufen oder streamen kann, mag es begünstigt haben, dass die Leute von illegalen Angeboten abwandern."

Magazinrundschau vom 26.02.2013 - Economist

Die Zeit für Syrien läuft davon, fürchtet der Economist. "Es sieht mehr und mehr danach aus, als falle das Land verfeindeten Kriegsherren, Islamisten und Gangs zur Beute - ein neues Somalia, das inmitten des Vorderen Orients verrottet. Wenn dies geschieht, liegt das Leben von Millionen in Trümmern. Zudem würde ein zersplittertes Syrien den globalen Dschihad begünstigen und gewaltvolle Rivalitäten im Nahen Osten befeuern. Es steht zu befürchten, dass Assads jetzt noch sicher lagernde chemische Waffen in die falschen Hände geraten könnten. Diese Katastrophe würde im gesamten Nahen Osten und jenseits davon spürbar sein."

Die Umsätze der Filmindustrie wachsen zwar, doch sie wachsen im Vergleich zu anderen Unterhaltungsformen zu langsam, warnt der Economist: Längst schon nehmen Fernsehproduktionen einen größeren, vor allem aber einen für die Bilanz wesentlich verlässlicheren Anteil in den Kalkulationen der großen Studios ein. Zudem steigen die Kosten: "Der Wechsel von analogem zu digitalem Film gestattet perfektionistischen Regisseuren mehr Takes, die sie im Nachhinein bearbeiten können. Produktion und Schnitt dauern dadurch kostenempfindlich länger. Zudem produzieren die Studios mehr 'Zeltstangenfilme': Große Titel, die das niedere Segment der Produktionen tragen. Um ein globales Publikum zu erreichen, verlassen sich diese wiederum eher auf teure Spezialeffekte als auf ein ansprechendes Skript. ... Doch legen teure Filme eine Bruchlandung hin, sind die Verluste angsteinflößend. Disney hat nach dem Flop eines einzigen Films, 'John Carter', ein verwirrendes Sci-Fi-Abenteuer, 160 Millionen in den Sand gesetzt."

Außerdem fragt sich der Economist, warum sich die NASA, die doch ohnehin seit Jahren abwickelbar sei und nur noch bestehe, um Steuergelder abzugreifen, sich nicht mal nützlich macht und ein Asteroidenabwehrnetz konstruiert.

Magazinrundschau vom 12.02.2013 - Economist

Der Economist beobachtet einen neuen Trend in Nordkorea: Kapitalistische Unternehmer besetzen erste wirtschaftliche Nischen im quasi-stalinistisch geführten Land. "Eine vitale Abwechslung für die Menschen, denen dort bislang groteske Lügen verfüttert wurden. Korrupte Grenzpatrouillen and Sicherheitsbeamte lassen sich von engagierten Menschen - ob nun aus religiösen oder politischen Gründen - bestechen, um Information rein und raus zu lassen. Handys, Computer und Radios, die die Händler verkaufen, lassen das Staatsmonopol auf Wahrheit erodieren." Dem argwöhnischen China rät der Economist unterdessen, den neuen Kapitalisten beherzt unter die Arme zu greifen. Im beistehenden Nordkorea-Briefing erfahren wir außerdem: "Diese illegalen Märkte (...) haben eine Klasse neuer Reicher entstehen lassen, die gelegentlich mit ihrem Reichtum protzen - und die Behörden schmieren, wenn diesen das zu verdächtig vorkommt. ... Diese Unternehmer könnten schlussendlich eine Bedrohung für das Regime darstellen, auch wenn sie durchaus ein Interesse daran haben, den Status Quo zu erhalten, solange er ihrem Profit dienlich ist. Die Zeit wird zeigen, ob ein ernsthafter Versuch unternommen wird, deren Reichtum zu beschlagnahmen. Alternativ dazu könnte der zusehends sichtbare Abstand zwischen Reich und Arm Ressentiments in der Bevölkerung begünstigen."

Außerdem liest man beim Economist neue Bücher über Scientology und Essays von James Wood.

Magazinrundschau vom 05.02.2013 - Economist

Dass das Internet und neue Technologien Schwellen abtragen und damit etwa auch das vor 20 Jahren kulturell ("von wenigen kulturellen Ikonen wie Ingmar Bergman und Abba" abgesehen) ziemlich abgehängte Skandinavien seit einigen Jahren für Furore auf ganz unterschiedlichen kreativen Gebieten (angefangen vom Krimi über Fernsehserien bis hin zur Gastronomie) sorgt, will der Economist als Erklärung nicht ausschließlich gelten lassen. Vielmehr hat man in London eine Krise des skandinavischen Lebensgefühls mit als Ursache identifiziert: "Eine einst geschlossene Gesellschaft, die von einer einzigen politischen Orthodoxie, der Sozialdemokratie, und einer engen Definition der nationalen Identität geprägt war, (...) wird von mächtigen Kräften wie Globalisierung und Einwanderung durchgerüttelt. ... Die Identitätskrise der Region bedingt eine multikulturelle Explosion. Die Leute im Norden plündern die Welt nach Ideen. Sie setzen ihre Liebes-Hass-Beziehung zu Amerika fort. Sie lassen sich von den wachsenden ethnischen Minderheiten in ihrem Land inspirieren und greifen auch auf ihre eigenen kulturellen Traditionen zurück. ... Der nordische Noir-Krimi ist Bestandteil einer erweiterten Meditation über die Spannung zwischen dem alten Skandinavien (mit seiner niedrigen Kriminalitätsrate und monochromen Kultur) und dem neuen (mit all seinen Bedrohungen und Möglichkeiten)."

Außerdem: Der Economist lässt die Hoffnung für Ägypten noch nicht fahren und gibt den Muslimbrüdern um Morsi Ratschläge. Netflix und Amazon bauen ihre bereits bestehenden Streamingdienste mit eigenen Serienproduktionen zu einer Art neuem HBO um, erfährt man hier. Außerdem staunt man beim Economist über eine Ausstellung frühester menschlicher Eiszeitkunst im British Museum: Dabei handle es sich "weniger um eine archäologische Ausstellung, als vielmehr um eine Erkundung der menschlichen Suche nach Bedeutung und deren Ausdruck. Viele der gezeigten menschlichen Figuren beispielsweise sind weiblich ... Deutungen, warum sie existieren, ob als sexuelle Fetischsymbole oder matriarchale Stellvertreter, gibt es im Überfluss. Doch ihre Signifikanz besteht darin, dass sie überhaupt existieren, als arbeitsintensiv erstellte Verkörperungen des Begehrens."