Magazinrundschau - Archiv

The Economist

428 Presseschau-Absätze - Seite 42 von 43

Magazinrundschau vom 08.07.2002 - Economist

Der Economist bläst zur Energie-Revolution, setzt dabei aber weniger auf Windenergie als auf Wasserstoff als Mittel gegen "the needlessly dirty, unhealthy and inefficient way in which we use energy". Die Energiewende weg von fossilen Brennstoffen, lässt der Leader erkennen, will man vor allem Spanien und Deutschland ans Herz legen, wo Kohle noch immer subventioniert wird, und natürlich dem Kyoto-Opponenten Bush. Passend zum Titel gibt es ein Survey zum heiklen Verhältnis Wachstum und Umwelt (hier die Einleitung) sowie einen Wissenschaftsartikel, der das Oxymoron "saubere Kohle" auflöst.

Ist das "business-bashing" in den USA ein vorübergehendes Phänomen? Gut möglich, beruhigt ein Artikel mit Hinweis auf eine noch immer wohlgenährte Wirtschaft: "Share prices are falling, but still hover above the point at which Alan Greenspan worried about 'irrational exuberance'. The bubble is deflating rather than bursting." Dass die Parteien weiche Knie haben, ist allerdings auch klar: "The White House has to balance the need for good business ethics against the risk of panicking the markets. The Democrats fear regaining their reputation, so painstakingly shrugged off in the Clinton era, of being hostile to business." Und sollten (was wahrscheinlich ist) noch weitere Geschäfts-Skandale ans Licht kommen und Wall Street und den Dollar ramponieren, könnte Bushs Post-September-Bonus bald endgültig aufgebraucht sein.

Andere Beiträge widmen sich den Machtverschiebungen in der indischen Regierungskoalition, bei denen sich der Hindu-Demagoge L.K. Advani als Nachfolger von Premier Vajpayee abzeichnet, und empfehlen ein Buch über das Leben nach dem Schlaganfall - eine bewegende Fallgeschichte zum Thema Aphasie, die nicht spart mit Kritik am britischen Gesundheitssystem.

Magazinrundschau vom 01.07.2002 - Economist

Welche Rolle spielen die USA in der Welt? fragt das Magazin. Kritisiert die Cover Story noch Bushs einseitige Pläne für einen Frieden in Nahost, "die Scharon selbst nicht besser hätte entwerfen können", und beleuchtet ein anderer Beitrag die innenpolitischen Implikationen der neuen pro-israelischen Linie der US-Regierung, so widmet sich ein Extra-Dossier etwa dem "Zauber", der für die allermeisten Nationen von der Stärke der einzigen Weltmacht ausgeht (hier) oder wagt eine Prognose im Hinlick auf ein US-Engagement im Irak.

Im einleitenden Beitrag des Dossiers prüft Economist-Herausgeber Bill Emmott die Aussichten auf eine von den USA entworfene neue Weltordnung und zieht Parallelen zum Stand der Dinge 1945: "Two immediate things make change a likelier outcome than stasis. One is that the attacks on September 11th, and the fear of more in future on an even more devastating scale, have given the United States a powerful new motive for global activism, while persuading most other countries, whatever their snarls of criticism or resentment, not to stand in its way-at least for the time being. The second is that the actions implied by that motive are likely then to draw America into new acts and new types of engagement, whether it likes it or not."

"Books and Arts" vergleicht zwei einander prima ergänzende Erinnerungs-Bücher westlicher Diplomaten über Russland. Das eine - "The Russia Hand" des Clinton-Beraters Strobe Talbott - eine chronologische, etwas schwerfällige und selbstrechtfertigende Arbeit, das andere - "Across the Moscow River" des ehemaligen britischen Botschafters in Moskau, Rodric Braithwaite - mit einem vergleichsweise umfassenderen, nachdenklicheren und erhellenderen Blick. Während Talbott die Leistungen (und Versäumnisse) der Clinton-Regierung und vor allem des Jelzin-Freunds Bill herausstellt, konzentriert sich Braithwaite auf den Kollaps des russischen Kommunismus und den Machtwechsel im Kreml. "He movingly describes Mr Gorbachev's dilemmas and, with many first-hand anecdotes, analyses the last Soviet leader's talents and flaws with rare insight. His description of how power gradually and then with dizzying speed slipped out of Mr Gorbachev's hands is hard to beat."

Weitere Artikel beschäftigen sich mit der auch nach Giulianis Abgang immer noch blendenden Verbrechensstatistik New Yorks sowie mit der Entdeckung ganz ganz früher Picassos: 70 000 Jahre alter, in Stein geritzter geometrischer Muster, aufgestöbert in einer Höhle in Südafrika. Ein Schlag für alle eurozentrischen Kulturimperialisten!

Magazinrundschau vom 24.06.2002 - Economist

"Books and Arts" liefert einen Bericht von der weltweit größten Kunstschau in Kassel. Was gibt es zu sehen auf dieser ersten documenta im 21. Jahrhundert? Jede Menge zum Thema Bilderflut, zum Thema Grenzen auch, eher wenig Sex - und eine Arbeit von Maria Eichhorn "from Germany", die mit Hilfe der Documenta Foundation eine Firma gegründet hat, deren einziges Ziel darin besteht, um Himmels willen keinen Profit zu machen, "thus perverting one of the basic principles of capitalism". Eine surreale Arbeit, bestehend aus lauter Firmenunterlagen, erklärt der Economist und fügt sicherheitshalber hinzu: "Ms Eichhorn and her co-exhibitors are not crypto-communists. Rather they express a profound anxiety about a global capitalism that, they believe, all too easily homogenises human expression." Wie beruhigend.

Im einleitenden Artikel eines Technology Quarterly bekommen Investoren den Ratschlag, herkömmliche Informationstechnologien endlich abzuschreiben und sich stattdessen die wirklich innovativen Disziplinen vorzunehmen, als da wären: "genomics, neuro-silicates, nanotechnology and, above all, bio-informatics". Außerdem preist man die Investitionsmöglichkeiten mit "soft capital" und neue flexiblere Produktionsverfahren: "Specialised 'hard tooling' is giving way to reprogrammable 'soft assembly' lines. In short, companies do not have to spend anything like the sums they used to do to get comparable, or even greater, increases in output. In an increasingly competitive world, much of the extra profit released in the process then flows directly into innovation and new product development."

Anderes: Die Cover Story nimmt sich noch einmal der angeschlagenen US-Wirtschaft an: Auch die Aussichten sind trübe. Wir erfahren über die Herausforderungen an die neue französische Regierung, darüber, wie wir lernen, während wir schlafen, und über den 350. Geburtstag der Quäker, der naturgemäß in aller Stille begangen wird.

Magazinrundschau vom 17.06.2002 - Economist

Angesichts des "schmutzigen Bombers" sorgt sich der Economist um die Erfolgsaussichten des Antiterror-Feldzugs. Was wir im gesperrten Leader zum Thema nicht lesen dürfen, vertieft ein Special, das auch erklärt, worin die in Tests ermittelte Tücke der aus radioaktiven Abfällen gezimmerten sogenannten "dirty bombs" besteht: "Dirty bombs made of such materials might better be called weapons of mass dislocation ... the number of immediate deaths and injuries was thought to be relatively low. It was decontamination, in areas from a few to dozens of city blocks, that posed the greatest challenge. Often the only solution would be demolition. It was these economic consequences, from the costs of cleaning up to longer-term damage to business, running together into tens or hundreds of billions of dollars, that proved devastating."

"Books and Arts" bespricht ein neues Shakespeare-Glossar, das erfolgreich das erklärte Ziel verfolgt "to highlight the range and multiplicity of meanings and so strengthen the reader's intuition for the language" des alten Barden. Alle, die Shakespeare für England längst verloren glaubten, weil, so die Annahme, kein Mensch auf der Insel das alte Idiom mehr versteht (und die anderen ihre Übersetzungen haben), dürfen sich freuen: Mit seinen 21263 Einträgen sticht Ben und David Crystal's "Shakespeare's Words" nicht nur seine Vorgänger an Genauigkeit locker aus, es bietet dem Leser auch Erklärungen zu dramatis personae, zur Mythologie, zu Shakespeares London und zu den auftauchenden Dialekten. "It is sometimes assumed that it is only a question of time before Shakespeare becomes inaccessible. But does time come into it?" Mit diesem Buch wohl vorerst nicht.

Weitere Artikel befassen sich mit dem New Yorker Kunsthandel-Skandal um unterschlagene Verkaufssteuern (hier), mit der Zukunft des Multi-Milliarden-Dollar-Geschäfts "space tourism" (hier) und mit den von isländischen Wissenschaftlern neu erstellten "linkage maps", genealogisch vergleichenden Gen-Karten, die erblichen Krankheiten besser auf die Schliche kommen sollen als die "physical maps" des Genomprojekts (hier).

Magazinrundschau vom 10.06.2002 - Economist

Wie viel Schelte verdient Wall Street? fragt die Cover Story. Erwartungsgemäß milde gestimmt sind die Economisten und sagen in einem Special, was zu tun ist, damit Amerikas Kapitalmärkte Weltspitze bleiben: Die Interessenkonflikte der Analysten gehören gelöst.

Was hat man sich nicht alles ausgemalt für eine Post-09/11-Politik in den USA! Und was ist daraus geworden? Das Regierungsprogramm der Bush-Regierung für die November-Wahlen ist eher ernüchternd, wie ein Artikel feststellt: "In some ways, the programme is less adventurous than anything Mr Clinton espoused, since it ignores his favourite themes of reforming government and boosting economic growth ... Only in a few areas has Bush tried something really new that might attract both conservatives and moderates, such as his education reform or the still-wobbly 'faith-based initiative' to boost the public role of religious charities. This is the record of a man seeking re-election by the tried and trusted formula of securing the base and then adding a few targeted groups, not of someone trying to lay the foundations for wider political change."

Ferner erfahren wir, wieso der Wirtschaftstheoretiker und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz mit "Globalisation and Its Discontents" kein gutes Buch über die Globalisierung geschrieben hat (wie es Titel und Autor eigentlich vermuten ließen), sondern eines von "quengeliger Selbstgerechtigkeit" über die Versäumnisse des Internationalen Währungsfonds.

Weiteres: Ein Wissenschaftsbeitrag betrachtet das Universum als einen gigantischen Computer, der 10120 Rechenvorgänge auf dem Buckel hat, ein Business-Artikel sieht Vivendi Universal schon "den Kirch machen", und ein Blick ins Inland verzeichnet die zweifelhaften Erfolge britischer Drogenpolitik: LSD ist jetzt billiger als Zigaretten!

Magazinrundschau vom 03.06.2002 - Economist

Die Cover Story erklärt die westlichen Interessen an einer friedlichen Lösung entlang der indisch-pakistanischen Grenze. Besorgniserregend sei nicht allein die Perspektive eines Atomkriegs, auch ein konventioneller Schlag gegen die Regierung Musharraf könnte böse Folgen haben: "Now that most of the Taliban and al-Qaeda leadership is sheltering in Pakistan's unruly tribal areas, decapitating the terror threat depends on Pakistan being willing to root the fugitives out, or to let others do so. A post-Musharraf Pakistan, humiliated by India, might well swing the other way. Osama bin Laden would be only too happy to have exchanged a ramshackle haven in Afghanistan for a new one in a friendly, nuclear-armed Pakistan."

Eher skeptisch resümiert ein Special die Europa-Tour des amerikanischen Präsidenten: "Fair zu sagen, Bush habe einen Schritt in Richtung besserer transatlantischer Verbindungen und einer Stabilisierung der NATO getan." Ebenso fair sei es aber nicht zu verschweigen, "that both sides show a certain ambivalence about closer ties in the war against terror. That does not mean transatlantic improvements cannot happen. But they are likely to prove messier, less dramatic and more dependent on external events (like another terrorist attack) than either side would ideally hope for."

Außerdem erfahren wir, dass die Queen ihren Job bisher leidlich erfüllt hat (50 Jahre "wohl überlegte Untätigkeit", man bedenke!), ein Dossier erforscht die leidenschaftlichen, die politischen und die monetären Seiten von König Fußball (hier der einleitende Artikel), ein Wissenschaftsartikel bestätigt: Mittagsschlaf wirkt Wunder! "Books and Art" staunt über den selbst verlegten Bestseller "A New Kind of Science", der die physische Welt mittels einfachster Computerprogamme erklären will und bereits mit Newtons "Principia Mathematica" verglichen wird.

Magazinrundschau vom 27.05.2002 - Economist

Angst vor der Gentechnik? Es gibt Schlimmeres, meint der Economist in seiner Titelstory. Die Neurotechnik zum Beispiel "stellt nicht nur eine größere und unmittelbarere Bedrohung für die menschliche Natur dar, sie spielt in der öffentlichen Diskussion auch praktisch keine Rolle". Dieser Vermutung liegt die schlagende Beobachtung zugrunde, dass die "Wirkung" eines Gens noch immer über das Gehirn vermittelt wird. Ein Organ, mit dem fleißig experimentiert wird: "Over the course of the next decade, scientists may be able to predict, by examining a scan of a person's brain, not only whether he will tend to mental sickness or health, but also whether he will tend to depression or violence. Neural implants may within a few years be able to increase intelligence or to speed up reflexes. Drug companies are hunting for molecules to assuage brain-related ills, from paralysis to shyness." Ein weiterer Artikel zum Thema bekräftigt diese Aussichten, räumt aber ein, die Neurotechnik sei mitnichten soweit, eine "post-humane Zukunft" (Francis Fukuyama) einzuläuten. Zu flüchtig ist die menschliche Seele - was immer das auch sein mag.

Einen anderen Beiträger beschäftigt die heiße Frage, was Bush über 09/11 nicht wußte und wieso. Wie kann jemand wie Condoleezza Rice jetzt behaupten, Jets als Raketen seien nicht vorstellbar gewesen, wo doch Pläne bekannt waren, auf ebendiese Weise den Eiffelturm zu attackieren? Die Vermutung liegt nahe, dass der Wurm im FBI steckt. "Before September 11th, Mr Mueller (FBI-Chef Robert Mueller) promised to shake up the FBI's bureaucratic secrecy. Clearly, that is needed ... Whatever kind of body emerges, its task will be to assign blame. That may be a good thing. Heads have not rolled at either the CIA or the FBI; the only 'punishment' has been a lot more money. A little clearing of the air would be good, and might even prompt a reorganisation of the whole intelligence apparatus."

Ein Special Report setzt sich mit den Vor- und Nachteilen großer Media-Konglomerate wie Bertelsmann und Co. auseinander, und "Books and Arts" verreißt die Studie "The World We're In" des britischen Journalisten Will Hutton als antiamerikanische Kampfschrift, die sich liest wie Sowjetpropaganda der 50er und 60er: "a collection of mostly accurate facts put together in such a way as to yield a wholly misleading conclusion."

Magazinrundschau vom 21.05.2002 - Economist

Eine Liebesgeschichte erzählt die Cover Story des Magazins: Putin und der Westen. "After 70 years of blind-alley communism, and ten more of drift, Mr Putin is making a determined bid for Russia to end its self-estrangement and join the concert of developed, democratic countries alongside America and Europe ... an economically capable Russia; not the superpower it once was, but a power among others, respected for the contribution it can make, not feared and quarantined for the damage it can do. Such is Russia's opportunity. Will it grasp it?" Ein das Thema vertiefender Special Report bleibt da eher vorsichtig: "Stopping bad habits is one thing. Starting good new ones is harder."

Ein Inland-Artikel befasst sich mit der 100.000 Pfund schweren Parteispende, die Tony Blair von dem britischen Zeitungs- und Pornoverleger Richard Desmond erhalten hat. Heikle Angelegenheit, meint der Economist, wenn auch echte Herzensgründe hinter dem Deal stecken ("Einige von Desmonds Publikationen wie Big & Black, 50 & Over, Working Girls und The Very Best of Mega Boobs lassen die alte Labour-Leidenschaft erkennen, soziale Ausgrenzung zu bekämpfen"). "Blairs mistake is simply that he has done a rotten deal ... The wooing of newspaper proprietors, however vile, is normal politics. But Mr Blair has accepted money that most Labour supporters will regard as tainted. In their eyes, he has been, however slightly, diminished."

Außerdem erläutert ein Überblick über die internationalen Finanzmärkte die Schwachstellen des Kapitalismus (hier der einleitende Beitrag), ein kurzer Artikel findet, dass "Spiderman" eine prima Sozialstudie unserer Städte abgibt, "Books and Arts" empfiehlt wärmstens die Lektüre von Onora O'Neills nüchterner wie kluger Abhandlung über "Autonomy and Trust in Bioethics", und ein Nachruf weint Krokodilstränen um den geltungsbedürftigen Mafiaboss Joseph Bonanno, der einst den "Doppelsarg" erfand und sich doch immer bloß als Gangster behandelt fühlte.

Magazinrundschau vom 13.05.2002 - Economist

Wie angeschlagen ist Europa? Unverdrossen hält der Economist zum alten Kontinent und ruft in seiner Cover Story: Alles halb so schlimm! Alles übertrieben! Le Pen? Von Chirac längst auf die Plätze verwiesen. Pim Fortuyn? Sein Tod - eine Ausnahme eher als der Auftakt zu einer Gewaltwelle in Holland. Der neue Rassismus? Habe keine Chance, den allgemeinen öffentlichen Diskurs zu vergiften wie anno 1930, sei aber im übrigen "nicht überraschend" und keinesfalls ein rein europäisches Phänomen. "Europe has, indeed, had a shameful few weeks. It has problems galore. The frustration expressed against complacent and arrogant elites by the French who voted for Mr Le Pen or by the Dutch who may yet vote for Mr Fortuyn's party is salutary. But Europe is far from irredeemable."

In die große Debatte ums Klonen, die in den USA im kommenden Monat ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen wird, wenn der Senat über den "Human Cloning Prohibition Act" abstimmt, schaltet sich ein Beitrag ein, der ausnahmsweise auch die Argumente der Befürworter notiert: 1. Die potentiellen Vorteile sind immens ("The National Academy of Sciences estimates that 100m Americans could benefit from stem-cell therapies. Cloning, they claim, is a better technology for harvesting stem cells because it could mitigate problems of tissue rejection"); 2. Das Argument von der "schiefen Bahn", auf die ein Gewährenlassen führen würde, verfängt nicht ("there is already a huge supply of human eggs that could easily move on to a black market"); 3. Ein Verbot wäre unsinnig, solange andere Länder das Klonen erlaubten; und 4. Man hätte mit einem "talent drain" sondergleichen zu rechnen. Vom vielen Geld klonwilliger Kunden, das dem Staat durch die Lappen ginge, ganz zu schweigen.

Außerdem bietet die Ausgabe den ultimativen Opern-Festival-Kalender für den Sommer, diskutiert den britischen Gesetzentwurf zur Deregulierung des Rundfunkrechts und seine Eignung als Murdoch-Stopper und legt einen Wissenschaftsartikel zum Thema Urbanisation vor, der erkennt: In der Stadt ist es besser, aber auch voller.

Magazinrundschau vom 06.05.2002 - Economist

Die Cover Story befasst sich mit den gefallenen Helden der Wirtschaft. Schneller als Marx und Engels nach dem Fall der Mauer holte man sie heutzutage vom Sockel, heißt es in dem Artikel: Bernie Ebbers von WorldCom, Diana Brooks von Sotheby's, "even Jack Welch, the former boss of General Electric who was perhaps the best-known celebrity chief executive of all, has seen his reputation dive". Möglich, dass derartiger Misskredit auch mit dem Abschmieren der Aktienkurse zusammenhängt und mit der persönlichen Raffgier der Firmenbosse. Einen anderen Grund dafür aber kannte schon Büchner: "It is also a reaction against the worship heaped on them in the 1990s. Revolutions devour their children, and the impact of new technology and the bull market on business was little short of a revolution. Now for the devouring." Weiser Ratschlag der Economisten: "By all means tear the statues down, but don't destroy them. The faces can be rechiselled next time round."

Ein Wissenschaftsbeitrag lehrt, dass Widerstand erlernbar ist: "For example, people often do not resist advertising, because they have the illusion of invulnerability to its effects. They believe that advertising is something that only affects everybody else. But ... if you demonstrate to somebody that this is not true by showing them that they have been fooled, this causes a powerful increase in resistance." Für Politiker und Werbeleute sicher gut zu wissen.

Weiterhin lesen wir einen Nachruf auf Ruth Handler, die vor 43 Jahren die Barbie-Puppe erfand. Wir erfahren, warum die schöne Provence den hässlichen Le Pen wählt. Und "Books and Arts" empfiehlt ein Buch der US-Journalistin Sandra Mackey, das erwägt, wie ein Irak ohne Saddam aussehen könnte.