Magazinrundschau - Archiv

The Economist

428 Presseschau-Absätze - Seite 41 von 43

Magazinrundschau vom 16.09.2002 - Economist

Titel sind George W. Bushs Vorbereitungen für einen Krieg gegen den Irak, den Artikel darf man allerdings nur als Abonnent lesen. Im Zusammenhang damit aber finden wir immerhin eine Analyse der deutschen Außenpolitik, einen Special Report über die Frage, wie sich ein Krieg auf die Ölreserven auswirken würde und einen Artikel, der erklärt, warum die irakischen Ölexporte sinken.

Zwei Artikel beschäftigen sich mit dem Patentrecht, das die Welthandelsorganisation zusehends auch in armen Ländern durchsetzen will. Der Economist, immer gut für eine unabhängige Position, ist da sehr skeptisch und beruft sich dabei auf eine von der britischen Regierung in Auftrag gegebene Studie. "Sie stellt die Doktrin in Frage, nach der auch die Armen von Patenten profitieren. Es gibt wenig Hinweise darauf, dass geknechtete Länder, die ein robustes Urherberrecht einführen, irgend etwas von den vielgepriesenen Profiten einstreichen könnten. Patente sind wichtig für bestimmte Industrien wie etwas die Pharmaindustrie. Aber ein rigoroses Patentsystem wird aus Angola keine Hochburg der Biotechnologie machen. Ein Führerschein ist ohne Auto nichts wert." Ein zweiter Artikel stellt die britische Regierungsstudie näher vor.

Weitere Artikel: Wir erfahren, dass das Gälische in Schottland ausstirbt: Nur noch ein Prozent sprechen die Sprache, während ihr Gebrauch in Wales immer wichtiger wird: Hier sprechen 19 Prozent der Bevölkerung Gälisch. Ferner befasst man sich mit der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität in den USA, mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage New Yorks nach dem 11. September und mit der Gefahr einer Deflation in der Weltwirtschaft.

Magazinrundschau vom 09.09.2002 - Economist

In einem Special beschäftigt sich der Econmist mit dem 11. September und seinen innen- und außenpolitischen Konsequenzen für die USA. So untersucht ein Text, wie der 11. September das Binnenklima verändert hat. Nachdem einer der "amerikanischen Gründungsmythen" - "a place apart, a continent protected by high seas" so nachhaltig erschüttert worden war, hätten sich der ohnehin stark ausgeprägte amerikanische Patriotismus und die Religiosität unmittelbar nach den Anschlägen erheblich intensiviert. In der Zwischenzeit sei beides wieder auf Normalmaß reduziert, was nahe lege, dass es sich dabei um "Reaktionen einer verletzten Nation" gehandelt habe. Auch aus diesem Grunde habe "die patriotische Bestätigung" nicht wirklich Neues bewirkt, sondern eher alte Mentalitäten und tief sitzende Überzeugungen gestärkt. Die "Auswirkungen auf die amerikanische Weltsicht" könnten sich dagegen nach Ansicht des Economist "mit der Zeit als weitreichender erweisen."

Ein gutes Beispiel hierfür ist der erste von zwei weiteren Texten des Specials. Darin geht es um das "wohltätige" (sic!) Engagement der USA in Zentralasien, eine Region, die man sträflich vernachlässigt habe. Russenkrieg und Taliban waren die Folge. Damit ist jetzt Schluss: "September 11th has re-established the precept that Central Asia is too important and too dangerous to be ignored. It is home to the world's most alarming Islamic sects, it is the place where the West has historically rubbed up against Russia and China, and it is both blessed with oil and cursed with (Pakistani) nuclear weapons." Und auch der zweite Text zeugt von deutlichen "Auswirkungen auf die amerikanische Weltsicht": Er versucht zu erklären, weshalb ein Schlag gegen den Irak nicht nur keinswegs die Brücken zur arabischen Welt kappen, sondern stattdessen vielmehr "einige Gesellschaften in Richtung westliche Welt schubsen" werde.

Schließlich geht noch ein Blick nach Europa, genauer in die Schweiz. Thema ist ihr Beitritt zur UN, der im März diesen Jahres per Volksabstimmung beschlossen worden war. Auch wenn der Economist einräumt, dass dies als ein "Sieg der Normalisierer" über die stets um ihre "Ultra-Unabhängigkeit" ringenden Gegner von Öffnungen und Anschlüssen aller Art gewertet werden könne, dürfe mit einem nachfolgenden EU-Beitritt aber noch lange nicht gerechnet werden: "Wetten Sie lieber nicht darauf." Und in der Rubrik "Books and Arts" werden noch zwei Bücher über die Al-Qaeda vorgestellt.

Nur im Print: Artikel über Edmund Stoibers bayerisches Vermächtnis, über Bertelsmanns strategische Änderungen und den Tod von Napster (nur die Clone leben, aber die gehören ja auch nicht Bertelsmann).

Magazinrundschau vom 02.09.2002 - Economist

Einen leicht grünlichen Schimmer will der Economist in seinem Titeldossier über den Johannesburger Nachhaltigkeitsgipfel der amerikanischen Außenpolitik angemerkt haben. Zwar lässt sich Präsident Bush höchstpersönlich nur zu den Abschlusszeremonien am 4. September blicken, aber "kratzen Sie ein wenig an der Oberfläche, dann finden Sie Gründe, optimistisch zu sein: Immerhin versucht die Bush-Regierung diesen Gipfel nicht zu untergraben. Sie hat in letzter Zeit sogar einiges getan, dass manche als geradezu unterstützend ansehen. Und auch wenn Bush nicht selbst an den Verhandlungen teilnimmt, so hat er doch ein hoch angesehenes Team von Diplomaten und Experten entsandt. Verhandlungspartner und UNO-Offizielle bestätigen, dass die amerikanischen Delegierten im Gegensatz zum Gipfel von Kyoto 'konstruktiv am Prozess teilgenommen haben'." Die Gründe dafür kennt der Economist auch: Sie liegen in den "obszönen Summen Bargeld", die Bush jüngst mal wieder als Subventionen an seine Bauern ausgeschüttet hat, und in der Sympathiewerbung nach dem 11. September: "Ein Engagement in Entwicklungs- und Umweltfragen wirkt immer so positiv." Auch der Leitartikel befasst sich mit dem Gipfel.

Negativ wirkte der 11. September allerdings auf die bürgerlichen Freiheiten, wie der Economist in einer längeren Analyse feststellt. "Die Welt ist heute ohne Zweifel weniger frei als am 10. September." Alle Länder haben ihre Gesetzgebungen um teilweise recht willkürliche Eingriffsmöglichkeiten ergänzt: "Der 11. September hat den Diktatoren in der ganzen Welt einen Vorwand gegeben, ihre Kritiker als Terroristen zu brandmarken." Auch die USA bekommen ihr Fett weg: Wer gedacht hat, dass so etwas wie der Maccarthyismus nicht mehr möglich sei, wird eines besseren belehrt, meint das Magazin: "Die Regierung hat ein 'Terrorism Information and Prevention System' gestartet, in dem Millionen von Bürgern aufgefordert werden, einander auszuspionieren und die so gewonnen Happen an eine Datenbank zu senden. Die jüngste Gesetzgebung wird es der Polizei erlauben, in jeder Firma alle Details über eine Person zu erfragen, inklusive medizinischer Berichte aus Hospitälern und Zeugnissen aus den Universitäten."

Weitere Artikel handeln von den Wahlen in Deutschland und von Saul Davids Buch über die antibritischen Revolten in Indien im Jahr 1857.

Magazinrundschau vom 26.08.2002 - Economist

Die USA haben alles, was Europa nicht hat: steigende Nachwuchsraten und anhaltende hohe Zuwanderungsquoten, konstatiert der Economist in seinem Special Report. 2050 gibt es demnach schon 550 Millionen Amerikaner, während Europa schrumpft und schrumpft. Unterschiede gab es zwar schon immer: "The contrast between youthful, exuberant, multi-coloured America and ageing, decrepit, inward-looking Europe goes back almost to the foundation of the United States." Aber der Riss, der sich jetzt auftut, hat eine neue, für Europa unerfreuliche Qualität. "Over time, America's ties of family and culture will multiply and strengthen with the main sources of its immigration - Latin America chiefly, but also East and South Asia. As this happens, it is probable that it will also pull American attention further away from Europe."

Die Jahrhundertflut mal aus Inselperspektive: Die deutsche Wirtschaft wird vielleicht sogar gestärkt aus der Katastrophe herausgehen, lesen wir im Hochwasserresümee. "Rebuilding work and the replacement of ruined goods may even give a bit of a boost to GDP." Politisch dagegen sei noch unklar, wer Oberwasser hat. "Much depends on whether Mr Schröder has genuinely impressed Germans with his handling of the crisis or merely done what they expect of those in charge. For a few days, the dire state of the German economy, hitherto the dominant theme of the election, has scarcely been discussed. Mr Stoiber will be trying to ensure that the respite does not last."

Weitere Artikel: In einem Nachruf auf den Terroristen Abu Nidal heißt es, dass nicht einmal die Palästinenser um ihn trauern. Ein anderer Artikel stellt Singapore als das künftige Paradies der Clone vor.
Stichwörter: Thonet, Immigration

Magazinrundschau vom 19.08.2002 - Economist

Wer einmal lügt... Oder so ähnlich, denkt sich der Economist in der Cover Storty und findet, bei den Reparaturarbeiten am leckgeschlagenen amerikanischen Kapitalismus könnte ruhig etwas beherzter zugepackt werden, all der emsig hergezeigten weißen Westen zum Trotz.

Warum einige Tschechen eher auf den EU-Beitritt verzichteten als an den immer noch heißen Benes-Dekreten zu rütteln, stellt ein anderer Artikel fest: "In part because annulling the decrees would open the floodgates to property claims from Germans. But mostly for patriotic reasons: Czechs-like the Poles, who, with the Red Army, ruthlessly expelled 6m-8m Germans from what, after the war, became western Poland-feel those who began an appalling war have no claim to revise its effects." Fragt sich, was wird, wenn Stoiber gewinnt. Nicht nur, dass seine Frau eine Sudenten-Deutsche ist: "Sudeten Germans form an ageing but still influential part of his electorate."

Das Fürchten lehrt uns ein Science-Beitrag, der berichtet, wie eine US-Firma mit einem satellitengesteuerten "digitalen Engel" (man kann ihn sich implantieren lassen) die totale Überwachung vorantreibt. "Alte Menschen, Kinder und Hunde können damit beaufsichtigt werden. "The wearer's guardians define a perimeter beyond which they feel their charge should not wander, and receive alerts via mobile phone or pager when he has gone beyond these boundaries. The digital angel can also issue an alert when its wearer has fallen down, or when there has been an unexpected change in local temperature of the sort that might be caused, say, by someone falling into a pond." Oder durch unerlaubte Wechselbäder.

Weitere Artikel erläutern, wie die "Hollywood hype machine" mit ihrer neuen Obsession, die Kosten für einen Film möglichst gleich am Eröffnungswochenende einzuspielen, die Zuschauer unter Druck setzt, und stellen einen Essayband des Historikers David Cannadine vor, der in das typisch britische Genre der "decline studies" fällt und den Umgang mit dem nagenden Gefühl der verlorenen (territorialen) Größe zeigt, bei Leuten wie Churchill oder Ian Fleming.

Magazinrundschau vom 12.08.2002 - Economist

Die gesperrte Titelgeschichte dreht sich um Sinn und Unsinn des "Einbuchtens", ein Sport, in dem die USA mit derzeit etwa 2 Millionen Knastis Weltklasse sind, wie in so vielem. Ein den Leader ergänzender Artikel kümmert sich um die ca. 3 Millionen Entlassenen - und ihre düstere Zukunft.

Was geht vor in den Führungsetagen der Konzerne? Das Magazin konstatiert eine Wachablösung in Richtung Nummer Sicher: "Chief executives who 'got it', in the parlance of the late 1990s, are being replaced with folk who didn't get it, or who at least wear a tie but not a beard. An enthusiasm for good corporate governance has replaced vision as the most desirable characteristic for a new boss." Besser wäre es allerdings, raten die Economisten, das Kind nicht gleich mit dem Bade auszuschütten und auf "vision and flair" leichtfertig zu verzichten. Und für die grauen Schlipsträger und die Vorsichtigen gibt es schon auch ein passendes Wirkungsfeld. "It is called the finance department."

Ein anderer Beiträger beobachtet die sich weitende außenpolitische Kluft zwischen Europa und den USA und staunt über den Gesinnungswandel der Schröders und Chiracs binnen eines Jahres. Was ist passiert? "Disagreement about Iraq is linked to divergence over Palestine. Simplifying a little, conventional European opinion is that the Middle East will never be stable until the Palestinians have their state, and that to attack Iraq before then risks setting the region on fire. The hawks in Washington see things the other way around. They argue that Iraq destabilises the Middle East because it stokes Palestinian militancy. But talk in Washington of 'regime change' in Iraq, Iran or even Saudi Arabia causes huge anxiety in Europe, where people fear where American policy is going to lead them."

Den einsamen Bush-Kämpen Tony Blair hingegen dürfte ein Inlands-Beitrag beunruhigen, der auch einen Riss ausmacht zwischen der offenbar kriegsbereiten britischen Regierung und dem eher vorsichtigen königlichen Militär. Ferner erkundet ein Special, was der Integration von Muslimen in Westeuropa im Wege steht (nichts, was nicht umgangen werden könnte, jedenfalls). Und "Books and Arts" stellt Tom Stoppards neues Mammut-Stück vor, "his new trilogy under the umbrella title, 'The Coast of Utopia', premiered over 12 hours (including two meal breaks) at the National Theatre on August 3rd."

Magazinrundschau vom 05.08.2002 - Economist

Saddam Hussein, adieu! Der Economist macht keinen Hehl aus seiner Meinung über die Halbwertzeit des Diktators und die notwendigen Mittel, ihn abzusetzen. "Painful as it is, our vote is for war", heißt es im Leader. Ein Wink für den zögernden amerikanischen Präsidenten. Ein Special probt die möglichen Kriegsszenarien und besichtigt einen saddamlosen Irak.

Weil die Amerikaner jetzt sogar gegen ihre geliebten Fastfood-Ketten klagen ("5 Big Macs täglich haben mich krank gemacht", Caesar Barber), schlägt ein Artikel vor, die Burger künftig mit Nikotin oder Koks zu versetzen. "Nobody should be keener for fast food to be made addictive than governments. Once fast food became a genuine compulsion, there could be no economic or moral objection to regulating its consumption, as alcohol and tobacco are regulated, and to taxing it. The revenue from this 'sin tax' could be used in a pretend effort to wean people off bad food." Und McDonald's und Co. wäre schließlich auch geholfen: "They might follow the tobacco firms, who are living proof that even after murderous litigation you can be both universally reviled and still successful."

"Books and Arts" räumt auf mit dem Klischee vom Dumm-TV. Zumindest in den USA, so die Nachricht, hat das Kino das Fernsehen an Einfallslosigkeit überrundet. Während auf der "big screen" schwarzgekleidete Männer und "Scooby-Doos" einander an Stumpfheit überbieten, hat sich die Mattscheibe mit Effekten wie Echtzeithandlungen, "split screen" o.ä. zum Experimentierfeld des dramatischen Genres gemausert. Serien wie "The Sopranos", "Sex and the City" oder "24", die oftmals von den Drehbuchautoren mitproduziert werden, bieten nicht nur mehr Spielraum, komplexe Plots und Charaktere zu entwickeln, als ein 90-Minuten-Film, im Zahlkanal HBO, heißt es, haben sie zudem einen unerschrockenen Partner gefunden.

Weitere Autoren besuchen Washingtons neues Internationales Spionage-Museum, sehen bzw. hören in Bruce Springsteens 09/11-Album "The Rising" jede Menge Schmalz im Dienst nationaler Katharsis am Werk und erkunden die Ursachen für Gewalt anhand des Zusammenspiels genetischer und sozialer Determinanten.

Magazinrundschau vom 29.07.2002 - Economist

Der Economist lässt Mister Bush fallen! Viel Geduld und Zuneigung hat das Magazin über die Jahre für diesen keinesfalls leicht zu liebenden amerikanischen Präsidenten bewiesen, jetzt scheint man (in der Cover Story) auf Abstand zu gehen: "The man who promised to clean up Washington, DC, now finds his press conferences dominated by corporate shenanigans at Harken Energy (where he was a director) and Halliburton (where Dick Cheney was boss). His reaction to America's 'crisis of capitalism' has been derided as meek. His attempt to calm the stockmarkets has failed. His huge tax cut has helped push the government into deficit. Abroad, his allies have sniped at Mr Bush about his policies towards Afghanistan, Arafat and agriculture (just to name things beginning with A)."

Die Franzosen behaupten es ja schon lange: Wein ist gesund. Nun aber, so berichtet ein Beitrag, haben Forscher herausgefunden, dass es weniger der Wein selbst ist, der ein langes Leben garantiert, als vielmehr die Lebensweise der weintrinkenden Klientel. "Despite allowing themselves the indulgence of wine-drinking, members of this group practised reasonable self-discipline in matters of diet, exercise and smoking. According to the researchers, the lifestyle led by wine-drinkers explains much of their better health." Dass es dem Abstinenzler, der naturgemäß frisst (Fleisch, kein Gemüse) und qualmt, was das Zeug hält, helfen würde, zum Weinglas zu greifen, dafür allerdings würde kein Wissenschaftler die Hand ins Feuer legen.

Andere Artikel lassen die Luft aus der einst so frenetisch gefeierten AOL-Time-Warner-Fusion (von Synergie keine Spur), erklären, warum Ägypten 50 Jahre Revolution feiert und niemand hingeht, und stellen die ambitionierten Pläne einer Grande Dame der Glasbläser-Kunst aus Murano vor.

Magazinrundschau vom 22.07.2002 - Economist

Ein Schuldenberg von einer Billion Dollar! Der Titel untersucht den "crash" der Telekommunikations-Giganten, die vielleicht größte Blase der Weltwirtschaftsgeschichte. Ein Special hakt nach: "Was ist schief gelaufen, was ist zu tun?" Und deckt auf, wie WorldCom seine Netuser-Daten frisierte. Ein Business-Artikel erklärt Ron Sommer zum Opfer wahltaktischer Überlegungen und bezweifelt, dass es der Telekom ohne ihn besser gehen wird.

Was wird aus Ground Zero? fragt der Economist. Kürzlich legten 40 Millionen neugierige User den Internetbetrieb des gesamten amerikanischen Nordostens lahm, als die Lower Manhattan Development Corporation (LMDC) auf ihrer Homepage sechs (nicht mal sehr aufregende) Vorschläge zur Bebauung unterbreitete. "The funkiest of the designs, known rather unfunkily as concept number three or Memorial Triangle, boasts an 85-storey tower that, with a broadcasting spire on top, could exceed the height of the former 110-storey twin towers. Most, however, are more modest than that, proposing between four and six smaller towers. The most popular of these in an early newspaper poll, concept number six or Memorial Promenade, features a grass park that would lead all the way down to the waterfront. "

Eine klug kombinierte Buchvorstellung findet sich unter "Books and Arts". Besprochen werden Catherine Millets erotische Erinnerungen ("theatrical, but in the event limited to being a brilliant flourish"), Howard Jacobsons neuer Roman "Who's Sorry Now?" ("able to milk the pain and humour of human sexual relations") und ein Buch von Olivia Judson, das sich als "Definitive Guide to the Evolutionary Biology of Sex" ausgibt und eine gewisse Dr. Tatiana in ihrer Sprechstunde Fragen sexuell gehemmter Mistkäfer beantworten lässt, "die ihr Sperma attraktiver machen wollen", oder einen Elefanten berät, "who is diagnosed as possessing SINBAD (Single Income, No Babe, Absolutely Desperate)". Hübscher Versuch. Am Ende aber, meint der Rezensent, ist's doch bloß das alte Rein-raus, "a long way from the richness and absurdity of human desire".

Außerdem widmet sich ein Dossier (hier der einleitende Artikel) dem Wandel in der "defence industry" nach 09/11, ein Wissenschaftsbeitrag präsentiert eine genetische Kuriosität aus der Welt südafrikanischer Honigbienen, und ein Nachruf verabschiedet den kanadischen Starfotografen Yousuf Karsh, der mit einem Churchill-Porträt (ohne Zigarre) berühmt wurde.

Magazinrundschau vom 15.07.2002 - Economist

In der Cover Story pflegt der Economist weiter aufopferungsvoll den angeschlagenen US-Kapitalismus (ja doch, er wird wieder gesund) und belächelt in einem Special Bushs halbherzige "bad apples"-Theorie: Nicht nur wegen dessen wirtschaftskrimineller Vergangenheit ist da der Wurm drin. Und zwar dermaßen, dass ein weiterer Beiträger mutmaßt, ein gewisser Al Gore, der einst vor einem Unternehmer-Präsidenten gewarnt hat, könnte 2004 das Rennen machen.

"Books and Arts" liefert eine beherzte Doppelempfehlung für Freunde brillanter politischer Prosa: Bücher über die Verbrechen Josef Stalins ("Koba the Dread: Laughter and the Twenty Million" von Martin Amis) beziehungsweise die Tugenden George Orwells ("Orwell's Victory" von Christopher Hitchens). Ganz und gar nichts Aufgekochtes auftischend, sondern "distinctively personal, involving filial piety, contested ideals and conversations with the dead", verknüpft Amis einen Katalog stalinistischen Terrors mit persönlicher Anklage und einem Rundumschlag gegen "utopische Ideale und das Böse an sich", während Hitchens eine "gute, kraftvoll argumentierende Einführung" zu Orwell bietet, die den Dichter zugleich von diversen "Schichten ideologischer Übermalung" befreit, "even if, as with every restoration, he adds a few of his own".

Ein anderer Kultur-Beitrag führt durch die Geschichte der U-Boot-Filme, preist das Krachen der Bootswand-Nieten in Wolfgang Petersens Klassiker und annonciert Kathryn Bigelows "K-19: The Widowmaker" über das sowjetische Atom-U-Boot, das 1961 der amerikanischen Küste gefährlich nahe kam. Ein kleine Sensation, der Film - "the first to depict what happened from a Russian perspective and it was shot with full co-operation from America's former enemy. It is also the first such film to be directed by a woman". (Mehr über Bigelow hier)