
In einem
Special beschäftigt sich der Econmist mit dem
11. September und seinen
innen- und außenpolitischen Konsequenzen für die USA. So untersucht ein
Text, wie der 11. September das Binnenklima verändert hat. Nachdem einer der "amerikanischen
Gründungsmythen" - "a place apart, a continent protected by high seas" so nachhaltig
erschüttert worden war, hätten sich der ohnehin stark ausgeprägte amerikanische
Patriotismus und die
Religiosität unmittelbar nach den Anschlägen erheblich intensiviert. In der Zwischenzeit sei beides wieder
auf Normalmaß reduziert, was nahe lege, dass es sich dabei um "Reaktionen einer verletzten Nation" gehandelt habe. Auch aus diesem Grunde habe "die patriotische Bestätigung" nicht wirklich Neues bewirkt, sondern eher
alte Mentalitäten und tief sitzende Überzeugungen gestärkt. Die "Auswirkungen auf die
amerikanische Weltsicht" könnten sich dagegen nach Ansicht des Economist "mit der Zeit als weitreichender erweisen."
Ein gutes Beispiel hierfür ist der
erste von zwei weiteren Texten des Specials. Darin geht es um das "wohltätige" (sic!) Engagement der
USA in Zentralasien, eine Region, die man sträflich vernachlässigt habe. Russenkrieg und Taliban waren die Folge. Damit ist jetzt Schluss: "September 11th has re-established the precept that Central Asia is
too important and too dangerous to be ignored. It is home to the world's most alarming Islamic sects, it is the place where the West has historically rubbed up against Russia and China, and it is both
blessed with oil and cursed with (Pakistani) nuclear weapons." Und auch der
zweite Text zeugt von deutlichen "Auswirkungen auf die amerikanische Weltsicht": Er versucht zu erklären, weshalb ein
Schlag gegen den Irak nicht nur keinswegs die Brücken zur arabischen Welt kappen, sondern stattdessen vielmehr "einige Gesellschaften in
Richtung westliche Welt schubsen" werde.
Schließlich geht noch ein
Blick nach Europa, genauer in die
Schweiz. Thema ist ihr
Beitritt zur UN, der im März diesen Jahres per Volksabstimmung beschlossen worden war. Auch wenn der Economist einräumt, dass dies als ein "
Sieg der Normalisierer" über die stets um ihre "Ultra-Unabhängigkeit" ringenden Gegner von Öffnungen und Anschlüssen aller Art gewertet werden könne, dürfe mit einem nachfolgenden EU-Beitritt aber noch lange nicht gerechnet werden: "
Wetten Sie lieber nicht darauf." Und in der Rubrik "Books and Arts" werden noch
zwei Bücher über die Al-Qaeda vorgestellt.
Nur im Print: Artikel über
Edmund Stoibers bayerisches Vermächtnis, über
Bertelsmanns strategische Änderungen und den
Tod von Napster (nur die Clone leben, aber die gehören ja auch nicht Bertelsmann).