Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 15.11.2016 - New York Times

Die neue Ausgabe des New York Times Magazines widmet sich dem Design und dem Redesign. Rob Walker stellt gleich mal die Grundsatzfrage nach der Notwendigkeit, alles, wirklich alles in einen neuen Look zu tauchen: "Theoretisch beginnt jedes Redesign mit einem Problem, spezifisch, systembedingt oder subjektiv. Ein Logo lässt eine Firma alt aussehen, ein bekannter Gebrauchsgegenstand wird von der Technik überholt, eine Dienstleistung wirkt fremd auf junge Kunden etc. … Redesign befasst sich mit Problemen innerhalb unserer gestalteten Umwelt. Diese Probleme zu identifizieren, ist vielleicht die größte Herausforderung für einen Designer. Redesign funktioniert nicht, wenn es das falsche Problem behandelt oder dort ansetzt, wo gar keins war. Während Fortschritt Veränderung zur Folge hat, bedeutet Veränderung nicht notwendig Fortschritt. Doch ein Redesign, das sich dem richtigen Problem auf intelligente Weise nähert, macht die Welt ein Stückchen besser."

Außerdem: Nikil Saval schaut sich auf Amerikas öffentlichen Plätzen um und fragt, ob sie wirklich öffentlich sind. Rob Walker überlegt, ob die Crowd als Designer taugt. Paola Antonelli stellt sechs nicht ganz einfache Neuentwürfe vor, u. a. für die Toilette und für das gute alte Flügelhemd. Und Yiren Lu verrät, warum es so schwierig ist, für den öffentlichen Sektor zu designen.
Stichwörter: Redesign, Design, Logo, Toilette

Magazinrundschau vom 08.11.2016 - New York Times

Im aktuellen Magazin der New York Times wagt Steven Johnson einen Blick in die Zukunft der Virtual Reality und vergleicht ihr Potenzial mit dem anderer bahnbrechender Enwicklungen und ihren eher spielerischen Anfängen: "Ein erstaunlicher großer Teil unserer Moderne verdankt sich der Beschäftigung mit Zauberei und Spielzeug. Erfahrungen, die dazu da sind zu unterhalten oder zu erstaunen, verändern die Gesellschaft oft in stärkerer Weise als pragmatische Entwicklungen … Das Studium der Unterhaltung entpuppt sich als Fernrohr in die Zukunft. Die Idee globaler Wirtschaft wurde erstmals erkennbar in Gestalt des Gewürzhandels, die ersten programmierbaren Maschinen waren automatische Spielzeuge und Musikautomaten, die heute allen Bereichen vom Flugzeugdesign bis zu Pharmaversuchen zugrunde liegende Wahrscheinlichkeitsrechnung wurde entwickelt, um Würfelspiele zu analysieren. Als viktorianische Technikanhänger zum ersten Mal durch Stereoskope schauten, um sich in fremde Welten zu beamen, projizierten sie sich ohne es zu ahnen in eine ferne Zukunft, unsere Zeit … Heute, da Actionfilme uns mit immer mehr Schnitten und Videospiele uns mit dauerndem Gemetzel bombardieren, kommt die meditative Qualität einer virtuellen Realität, die wir durch eine VR-Brille betrachten, erst zum Tragen. Die fortschrittlichste Technik dazu zu verwenden, uns zu entschleunigen und wieder staunen zu lassen, könnte der magischste Trick von allen sein."

Außerdem: Jim Yardley kehrt nach zehn Jahren im Ausland zurück in seine Heimat USA und erklärt, was sich verändert hat. James Traub erläutert am Beispiel Polens, was eine Rechtsaußen-Regierung mit der Demokratie anstellt. Und Maureen Dowd erinnert an eine Zeit, als die Clintons zu Donald Trumps Hochzeit eingeladen waren und auch hingingen.

Magazinrundschau vom 01.11.2016 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazine erklärt Wesley Morris, warum die so aufgeklärte Popkultur sich mit dunkelhäutigen Penissen schwertut, während Penisse andere Männer bei angesagten Fernsehserien inzwischen durchaus ins Bild kommen: "So selbstverständlich wie schwarze Männer heute in Film und Fernsehen zu sehen sind und generell männliche Sexualität, so schwierig ist es offenbar, beides zugleich zu zeigen. Allein die Idee von einem schwarzen Penis ist in verstörender Weise daran gebunden, wie Amerika sich sieht oder lieber nicht. Wenig überraschend existiert der schwarze Penis eher in der Vorstellung als in echter Betrachtung… Das Muster, so alt wie Amerika und der Film, zieht sich durch unsere gesamte Kultur: eine Neugier an schwarzer Sexualität, gemischt mit dem in ihrer Dämonisierung gründenden Schuldgefühl und dem Wunsch, sie herabgesetzt zu sehen… Der Quell dieser Angst ist nicht schwer zu finden. Die Geschichte des schwarzen Penis in den USA lässt sich als Enteignungsgeschichte lesen: Der Sklavenhalter war auch immer auch Besitzer eines Körpers, Sklaven waren lebendes Inventar, ihre Sexualität war Teil der Wertschöpfungskette. Sex als Vergnügen und in Form von Vergewaltigung als Machtausübung war dem weißen Besitzer vorbehalten. Die Kehrseite dieser Macht war die Paranoia: Würde die Rache der Schwarzen nicht die Vergewaltigung weißer Frauen einschließen?"

Außerdem: Taffy Brodesser-Akner schreibt über den Fall der US-Popsängerin Kesha, deren vielversprechende Karriere ein jähes Ende fand, als sie ihren Produzenten wegen sexueller Belästigung verklagte. Rivka Galchen stellt die Schriftstellerin Yoko Tawada vor, die uns hilft, uns selbst zu erkennen, indem sie über Eisbär Knut nachdenkt. Und Jonathan Lethem erklärt seine Faszination für den Dokumentarfilmer Adam Curtis.

Magazinrundschau vom 25.10.2016 - New York Times

Rekord! In der neuen Ausgabe des New York Times Magazine plädiert Melanie Thernstrom für das freie Kinderspiel und generiert über 2000 Kommentare. Im Gespräch mit Mike Lanza, einem Unternehmer im Silicon Valley, der versucht, seinen Söhnen eine "normale" Kindheit zu ermöglichen, erfährt sie, was Kindsein im Techie-Tal bedeutet: "Mikes Idee ist hier alles andere als normal … Weil das Valley bei so vielen anderen Dingen führend ist, glauben die Eltern, sie müssten optimierte Kinder hervorbringen mit extra coolen Features, Kinder die Start-Ups gründen, Umweltarbeit auf den Galapagos-Inseln machen, verschiedene Sprachen sprechen, ein hohes Handicap beim Golf haben oder Arien singen. In aberwitzigem Ausmaß rechtfertigen sie ihre perversen Ambitionen mit Forschungsergebnissen aus der Hirnforschung und ignorieren alles, was auf die negativen Effekte des Mikromanaging von Kindern hinweist … Tatsächlich besagen Untersuchungen, dass Studenten von 'Helikopter-Eltern' weniger felxibel, verletzlicher, ängstlicher und depressiver sind. Kinder, deren Zeit allzu strukturiert ist, voll mit Kursen und von Eltern kontrollierten Aktivitäten, scheinen außerdem größere Schwierigkeiten zu haben, eigene Pläne zu entwickeln und auszuführen. Je mehr Kinder frei spielen dürfen, desto eher entwickeln sie diese Fähigkeit."

Außerdem: Ruth Margalit berichtet über den "Kulturkrieg", den die israelische Ministerin für Kultur und Sport, Miri Regev, gegen die linke Intelligenz im Land führt. McKenzie Funk klärt über die Nachteile von Körperkameras bei der Polizei auf. Und Michael Behar kritisiert die nationalen  Wetterdienste für ihr Versagen bei der Vorhersage von Wetterkatastrophen.

Magazinrundschau vom 11.10.2016 - New York Times

Die neue Ausgabe des New York Times Magazine befasst sich mit unseren Lebensmitteln und ihrer Erzeugung. In einem Artikel des Dossiers erklärt Michael Pollan Barack und Michelle Obamas Politik in Sachen Ernährung und Landwirtschaft für gescheitert: "Wann immer die Obamas mit dem Finger auf die Massenindustrie zeigten, wurden sie von den Lobbyisten ausgebootet. Wieso? Weil die Ernährungsbewegung als politische Kraft bisher noch immer kaum existiert in Washington … Ihre Stärke besteht in der Kraft ihrer Ideen und der Anziehungskraft ihrer Ziele, eine Gemeinschaft zu bilden, uns mit der Natur zu versöhnen und sowohl ihre als auch unsere Gesundheit zu erhalten. Was hat die Massenindustrie dem entgegenzusetzen? Einzig dieses Versprechen: Wenn ihr uns in Ruhe lasst und euch nicht um unsere Methoden kümmert, liefern wir euch riesige Mengen bezahlbares Essen von akzeptabler Qualität."

Außerdem: Corby Kummer dokumentiert das Rennen um die gesunde Tiefkühlpizza. Malia Wollan berichtet über die Versuche der Süßwarenindustrie, ohne künstliche Farbstoffe auszukommen. Ted Genoways wünscht sich mehr Transparenz in der Fleischindustrie. Und George Steinmetz fotografiert die Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts. In der Book Review erinnert sich Ariel Dorfman, wie er nach dem Putsch gegen Allende 1973 mit etwa 30 weiteren Flüchtlingen in der argentinischen Botschaft in Santiago festsaß und eine Lesung Miguel de Cervantes' "Don Quichotte" hörte.

Magazinrundschau vom 04.10.2016 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazine erklärt Robert Draper, wie geschickt Donald Trump die Medien nutzt: "Die konservativen Talk-Sender und Fox News erreichen zusammen ein 50-Millionen-Publikum; die meisten von ihnen sind ältere Republikaner, die in den Wahljahren aktiv werden. Die Online-Medien sind da noch gar nicht mitgerechnet … Trump war ein Fernsehstar lange bevor er Politiker wurde. Er sieht exzessiv Nachrichten und versteht das Medium genau. Er kennt die optimalen Zeitpunkte in den Morgen-Shows genauso wie die Wirkung der Beleuchtung im Studio. Er kennt nicht nur jeden Senderchef, sondern auch ihre Agenten. Er beobachtet und nutzt die Meinung der Gastgeber und ihrer regulären Gäste besser als jeder Medienkritiker … TV-Sender und Redakteure aller Couleur haben von Trumps Auftritten profitiert, doch einige schielen auf mehr als auf die Quote. Die Aussicht auf einen Platz in der Trump-Administration erscheint vielen als einmalige Gelegenheit. Indem Trump einige Medien-Vertreter in seine Debatten-Vorbereitungen miteinbezog, suggerierte er, die konservativen Medien wären längst Teil seines Wahlkampfteams."

Außerdem: Bruce Schoenfeld erläutert eine neue Messtechnik im Baseball, mit der es erstmals möglich ist, die defensive Leistung der Spieler zu valuieren. Und Wil S. Hylton erzählt, wie Baltimores Staatsanwältin Marilyn Mosby von Trump und seinen Wählern gehetzt wird, nachdem sie gegen fünf Polizisten wegen des Todes von Freddie Gray Anklage erhoben hatte und der Fall abgeschmettert wurde.

Magazinrundschau vom 27.09.2016 - New York Times

Die neue Ausgabe des New York Times Magazines geht auf Reisen, zu den Lava-Seen in Äthiopien, in die Berge Albaniens oder die peruanischen Anden. Dazu gibt es je einen Foto-Essay eines namhaften Fotografen. Und damit wir auch verstehen, was wir da sehen, setzt uns Gideon Lewis-Kraus die Feinheiten des Reisens und seiner Dokumentation auseinander: "Ein Unterschied zwischen Suchen und Unterwegssein ist der Umfang des Wissens des Reisenden darüber, wohin er unterwegs ist. Das macht die Unterscheidung zwischen Notwendigem und Zufälligem möglich. Lévi-Strauss fuhr nach Brasilien mit einem Ziel, es war ihm also möglich, das Relevante (ein unbekannter Mythos, ein Hochzeitsritual) vom Irrelevanten (Transportlogistik) zu scheiden. Der Reiz des Roadtrips oder der Pilgerfahrt ist es wiederum gerade, dass das Ziel klein ist und die involvierten Entscheidungen so banal (Tanken oder nicht?), sodass die Botschaft verschwimmt. Wenn die Frage nach der Bedeutung hintangestellt ist, ist letztlich jeder Moment gleich bedeutsam … Das Ziel touristischen Reisens ist auch nicht das Einzelne wie bei Lévi-­Strauss' Hochzeitsritual, sondern bloß die Aneinanderreihung verfeinerter Erfahrung, was bedeutet, dass jeder einzelne Moment optimal erinnert werden muss, also fotografisch. Im Unterschied zum Touristen versteht der wahre Reisende, dass es nicht um die Intensität der höchsten Erfahrung geht, sondern um die Art und Weise, wie sich die Reise selbst in jedem ihrer Momente als stellvertretend für das Ganze offenbart. Also warum nicht mal eine Tankstelle ablichten?"

Magazinrundschau vom 20.09.2016 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazine erläutert Ferris Jabr, wie die Ethnobotanik die Krise der Antibiotika beenden könnte: "'Wir befinden uns am Ende der antiobiotischen Ära, und es wird eng', meint die Mikrobiologin Kendra Rumbaugh und erklärt, dass wir unsere Suche nach neuen Naturheilmitteln ausdehnen müssen - auf die Ozeane, die Pole und den Regenwald. Die Ethnobotanik bietet Vorteile. Anstatt auf die zufällige Auswahl von lebendem Material zu setzen, ein Stück Erdboden oder Meerwasser, orientiert sie sich an einer vorgefundenen Anleitung zu den effizientesten Drogen, über Jahrtausende getestet und von der reichen Komplexität und Effizienz der Pflanzen profitierend. Pflanzen sind so etwas wie die chemischen Magier der Natur. Befindet eine Pflanze sich in einer bedrohlichen Situation, kann sie nicht einfach weiterziehen. Stattdessen verändert sie die Chemie ihrer Umgebung, durchdringt den Boden, die Luft und sich selbst mit molekularen Cocktails und Düften, die ihre Überlebens- und Fortpflanzungschancen steigern." Als schlagendes Beispiel erzählt Jabr, wie Mao in den 1960ern 500 Wissenschaftler ausschwärmen ließ, um in den antiken Büchern und Pflanzensammlungen traditioneller chinesischer Medizin ein Malaria-Mittel zu finden: Artemisinin."

Außerdem: Marcela Valdes fragt, was die 27 Millionen Wahlstimmen der Latinos in den USA wohl bewegen werden. Alec McGillis erklärt, warum die Republikaner ihre hispanischen Wähler verloren haben. Und Emily Bobrow trifft die beiden transsexuellen ProduzentInnen der erfolgreichen Amazon-Serie "Transparent", die das Leben einer Trans-Hausfrau und -Mutter thematisiert.

Magazinrundschau vom 13.09.2016 - New York Times

Die neue Ausgabe des New York Times Magazines ist der Schulbildung gewidmet. In einem Beitrag erzählt der Schriftsteller Nicholson Baker, wie ihn die Arbeit als Aushilfslehrer geprägt und was er daraus gelernt hat: "Schulzeit ist verdichtete Zeit, stickig, selbstreferenziell. Jeder Tag ist wie der andere, Tag um Tag Arbeitsblätter. Am Ende haben die Schüler 13 Jahre lang Arbeitsblätter ausgefüllt. Wer sich im Klo versteckt, bekommt Ärger. Ganze Hierarchien der Strafe entstehen, Elternanrufe, Suspension. Was all das erträglich macht, sind die Schüler selbst. Sie sind erfinderisch darin, sich selbst zu unterhalten, sie finden Verbündete, sie rebellieren, sie unterlaufen das System, wo sie können. Sie lernen systematisch, Arbeit zu vermeiden … Lasst uns die Hausaufgaben für immer abschaffen und uns den kleinen Lektionen des Lebens öffnen. Zu lernen, wie man ein Kanu fährt, einen Wasserhahn repariert, einen Kuchen backt oder jemanden tröstet, ist so viel wichtiger als sämtliche Schichten der Atmosphäre zu kennen, sogar für einen zukünftigen Physiker. Und wie alle einprägenswerten Fähigkeiten, ist all das am besten zu lernen, wenn die Schule aus ist."

Außerdem: Jenna Wortham berichtet, dass es schwulen oder transsexuellen Teens an ihren Schulen noch immer nicht besonders gut ergeht. Es gibt ein Dossier über Immigranten an amerikanischen High Schools. Susan Dominus kennt neue, weniger autoritäre Wege, um Schüler zu disziplinieren. Und Nico Young hat die Rituale des High-School-Daseins an der Westküste in wunderbaren Bildern festgehalten.

Magazinrundschau vom 06.09.2016 - New York Times

In der neuen Ausgabe des Magazins verfolgt Irina Aleksander die komplizierte Geschichte der Entstehung von Oliver Stones Film über Edward Snowden, der auf dem Roman "Time of the Octopus" von Anatoly Kucherena basiert: "'Time of the Octopus' spielt in einer einzigen Nacht. Der Protagonist Joshua Cold wird in einem bunkerartigen Teil des Flughafens Moskau-Scheremetjewo festgehalten, wo ihm sein russischer Anwalt Gesellschaft leistet. Die Kapitel wechseln zwischen den tatsächlichen Gesprächen und den Audioaufzeichnungen des Anwalts. Die Fakten und Namen klingen vertraut: Es gibt zwei Journalisten namens Boitras und Greywold und eine Organisation namens Mikileaks mit ihrem Chef Augusto Cassangie. Die meiste Zeit reden Cold und sein Anwalt über das Leben und zitieren Laotse. Aber im Roman gibt es auch einen spezifisch post-­sowjetischen Ton, der mit seinen vielen Bezügen von Popeye  bis Tupac Shakur wie eine Liebeserklärung an die US-Kultur klingt und zugleich nach hämischem Spott gegen die US-Regierung."

Außerdem: Rachel Cusk macht sich Gedanken über häuslichen Komfort. Und Joshua Hammer stellt uns Berhanu Nega vor, der seinen Posten als geachteter Universitätsprofessor in Lewisburg gegen die Rolle eines Rebellenführers in Äthiopien eingetauscht hat.