
Von außen nimmt die
Netflix-Erfolgsgeschichte oft den Anschein einer großen Erlösungsfantasie samt Erfolgsabonnement. Aus Joe Noceras sehr instruktiver Reportage
geht allerdings hervor, welchen mühsamen, von unwägbaren Marktinteressen determinierten Weg Netflix hinter sich gebracht hat. Vor allem aber zeigt sich:
Netflix wurde insbesondere von den Contentanbietern lange Zeit
enorm unterschätzt - was den
Kampf um interessante Lizenzen in Zukunft schwieriger gestalten dürfte: "Dass Netflix die neue Internet-TV-Welt entscheidend mitgeprägt hat, heißt nicht, dass es sie auch auf alle Zeit dominiert.
Hulu oder andere, kleinere Firmen wie
Vimeo lizensieren und produzieren Shows. Auch die Sender, die Netflix lange als Verbündeten sahen, schlagen zurück und entwickeln eigene Streaming-Apps.
Time Warner erwägt, Netflix seine Shows vorzuenthalten. Im Augenblick macht Netflix Miese, gegen Time Warner oder
21st Century Fox sehen seine Umsätze bescheiden aus. Außerdem bleibt der Streaming-Dienst abhängig von den Sendern, die ihrerseits fürchten, Netflix könnte ihr Geschäftsmodell bedrohen, so wie das Internet die Zeitungen und die Musikindustrie unterminiert hat. Jetzt, da so viele in der Unterhaltungsindustrie es als existenzielle Bedrohung wahrnehmen, stellt sich die Frage, ob Netflix in seiner eigenen Welt überleben kann und ob höhere Abonnentenbeiträge und Kosteneinsparungen beim Content eine dauerhafte Lösung sein können."
Außerdem: Greg Howard macht sich
Gedanken über das Märchen der
Rassenüberlegenheit. Moises Velasquez-Manoff
berichtet, wie ein
Patienten-Netzwerk versucht, sich durch Selbstinfizierung mit Darmwürmern selbst zu heilen. Und Charles Homans
erklärt den "
active shooter" zum allgegenwärtigen Phänomen unserer Zeit.