Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 31.01.2017 - New York Times

Für die aktuelle Ausgabe des New York Times Magazines begibt sich James Angelos in die Industrieregionen Frankreichs. Denkt er an die bevorstehenden Wahlen, hört er selbst dort, in den Arbeiterhochburgen, die Totenglocken für die Sozialdemokratie läuten: "Indem sich die Mitte-Links-Parteien von ihren Mitte-Rechts-Gegnern immer weniger unterscheiden, verschwimmt auch die klassische liberale Vision einer gut informierten Politik, die demokratische Entscheidungen auf Grundlage eines Links-Rechts-Kontinuums trifft. Die Links-Rechts-Dichotomie hat ihre Wurzeln in der Französischen Revolution, als Mitglieder der Nationalversammlung tatsächlich räumlich voneinander getrennt waren in Mitglieder, die mehr königliche Autorität wollten, auf der rechten Seite und diejenigen, die sich dagegen aussprachen, auf der linken Seite der Kammer. Obwohl sich die Bedeutung der Links-Rechts-Aufteilung seither weiterentwickelt hat und das Konzept oft nicht in der Lage war, komplexe politische Bewegungen zu verinnerlichen, hat es seither die demokratische Politik geprägt. Mehr und mehr aber orientieren sich Wähler auf einer anderen Achse, nicht von links nach rechts, sondern von einem Lückenfüller von einer gemäßigten Partei bis zu einer populistischen, radikalen. Eine Wahl zwischen zwei Parteien, deren eine die vorherrschenden Verhältnisse neu justieren möchte, während die andere sie einzureißen gedenkt."

Außerdem: Jenna Wortham erklärt, inwiefern der private elektronische Assistent Alexa (bei uns bekannt als Echo, d. Red.) Amazons Firmenphilosophie voll erfüllt. Carina Chocano denkt über den Bedeutungswandel des Begriffs der Demütigung nach. Und Dale Russakoff schreibt über die Ängste illegaler Studenten in der Ära Trump.

Magazinrundschau vom 24.01.2017 - New York Times

In welchen Wahnsinn Identitätspolitik führen kann, sieht man sehr gut an dieser Reportage von Brooke Jarvis über die Versuche in den USA, Indianer bzw. Native Americans zu identifizieren. Daran hängt einiges: Identitätsfragen natürlich, aber auch Kasinoeinnahmen, spezielle Land- und Wohnrechte, politische Macht. Gerade hat der Stamm der Nooksack in Washington State 306 Stammesmitglieder, die seit Jahrzehnten als Natives anerkannt waren, ausgestoßen mit der Begründung, ihre Nachweise seien doch nicht überzeugend. Bei der Frage, wie dies denn überhaupt nachgewiesen wird, landet man direkt im Handbuch des Rassisten für "Rassereinheit": Da werden Gentests veranstaltet und Bluttests gefordert, die beweisen sollen, dass der Betreffende zu mindestens ein viertel "Indianerblut" hat (nur dann gilt er als native). "Viele sagen, sie sehen den Blutanteil als hilfreiche Richtschnur und Hürde gegen Betrug oder gegen Menschen, die sich ohne jedes kulturelle Verständnis als Indianer identifizieren. Andere finden die Tests seltsam, sogar beleidigend. Ein Mitglieder der Ojibwe scherzte, er sei 'halb weiß, habe aber nicht die Papiere, dies zu beweisen'. Eine Cree-und Anishinabe-Frau antwortete: 'Es gefällt mir nicht, dass man für mich ein Vokabular verwendet, das eigentlich für Hunde und Pferde reserviert ist."

Außerdem: Für die aktuelle Ausgabe des New York Times Magazines besucht Jeanne Marie Laskas den Mailroom im Weißen Haus und berichtet über Variationen in Sachen bürgernaher Politik: "George Washington öffnete und beantwortete seine fünf täglichen Briefe, die per Pferd transportiert wurden, noch selbst. Mit der modernen Post explodierte das Briefaufkommen, doch schwierig wurde es erst mit der Weltwirtschaftskrise. Roosevelt pflegte den persönlichen Ton, lud die Leute ein, ihm ihre Sorgen zu schreiben. In der ersten Woche kamen eine halbe Million Briefe … Nixon las keine Kritik. Reagan nahm sich Zeit, er liebte Kinderpost. Clinton sah sich regelmäßig einen Querschnitt an. Doch wissenschaftlich belegt oder bewertet ist all das nicht … Obamas Praxis, zehn Briefe täglich zu lesen und ggf. zu beantworten, führte zu einer Einteilung der Post in Kategorien. Ab 2011 wurden aus den täglich eingegangenen E-Mails Cloud-Images kreiert und im Weißen Haus verteilt. Jeder konnte sehen, was der normale US-Bürger zu sagen hatte."

Weiteres: Jonathan Alter dokumentiert den Rück- und Ausblick des scheidenden US-Vizepräsidenten Joe Biden. Und George Georgiou fotografiert US-Bürger dabei, wie sie sich Festzüge anschauen: Ein Panorama der amerikanischen Gesellschaft.

Magazinrundschau vom 17.01.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines macht uns Jon Mooallem mit einem nahen Verwandten bekannt: dem Neanderthaler. "Neanderthaler begruben ihre Toten wie der Homo sapiens auch, sie stellten Schmuck, Werkzeuge und Pigmente her, um sich zu bemalen, Hinweis auf eine symbolische Weltsicht. Ihre Anatomie ermöglichte Sprache … In Gibraltar gibt es Hinweise darauf, dass sie schwarze Vogelfedern für Zeremonien verwendeten. Einst als Aasfresser verschrien, erscheinen sie neuesten Erkenntnissen zufolge als Jäger und Sammler, die Seehunde und Meeresfrüchte und Kamille aßen und Zahnstocher benutzten … Solch flexibles und komplexes Verhalten galt bisher als Ausweis unserer Besonderheit. Die Forschung übersah einfach, was sie heute mit neuen Technologien und offenen Augen erkennt. Die wahre Überraschung ist auch nicht das Können der Neanderthaler, sondern die Tatsache, dass ein Teil der Forschung unser anderes Selbst vehement ausblendete, und die Vorurteile dahinter. Eine Art 'moderner menschlicher Suprematismus'".

Außerdem: Patrick Symmes beschreibt den Krieg des philippinischen Präsidenten Duterte gegen die Drogen in seinem Land als staatlich unterstützte Mordserie. Taffy Brodesser-Akner lässt sich von Dampf-Talker Andy Cohen die Welt des Reality-TV erklären. Und Greg Howard denkt über die Nominierung des farbigen Neurochirurgen Ben Carson zum Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung nach.

Magazinrundschau vom 10.01.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines berichtet Mattathias Schwartz aus der Welt der Cyberkriege und der digitalen Überwachung - wo die Paranoia blüht: "Hersteller von Überwachungssoftware wie Hacking Team stoßen bei USA-Behörden auf wenig Widerstand. Die Gesetzgebung erleichtert es Polizeibeamten, sich in Computer einzuhacken … In seiner 'Verdunkelungs'-Rede von 2014, erklärte FBI-Direktor James Comey, dass die Verschlüsselung von Apple-Produkten die öffentliche Sicherheit bedrohe, indem sie Terror, Drogenhandel und Kindsmissbrauch befördere. Comey forderte Kooperation. 'Die Technologie ist dem Gesetz voraus, das führt zu einem Sicherheitsproblem. Wir nennen es Verdunkelung', sagte Comey. Als Folge boomt die Überwachungsindustrie und Produkte wie die Software 'Stingray' der Harris Corporation, die Funkmasten simuliert und Handy-Anrufe im Umkreis von 200 Metern abfangen kann. Sämtliche Verkäufe der Software an lokale Polizeibehörden wurden vom FBI autorisiert. Allein in Baltimore wurde Stingray mehr als 4000mal für Routineermittlungen im Drogenmilieu verwendet. Weniger bekannt ist 'Hailstorm', ebenfalls aus dem Hause Harris und im Verkauf an die Polizei. Die Software soll in der Lage sein, Malware zu implementieren, die das betroffene Telefon kontrolliert."

Außerdem: John Mooallem erkundet neue Wege der Palliativmedizin. Beverly Gage denkt über die Bedeutungsveränderung des Begriffs "Elite" nach. Und Helen McDonald sucht die Heimat im Post-Brexit-Britain.

Magazinrundschau vom 03.01.2017 - New York Times

In der ersten Ausgabe des New York Times Magazines im neuen Jahr untersucht Jonathan Mahler das Phänomen der Informationsbeschaffung auf eigene Faust in der postfaktischen Ära und seine Ursachen: "Das große demokratische Versprechen des Internet lautete, dass es mehr Menschen Zugang zu Informationen verschaffen würde, unabhängig von irgendeiner Autorität. Neugierige Bürger würden sich ein differenzierteres Verständnis aneignen von allem, was vor sich geht, Wähler wären besser informiert, die Wahrheit käme ans Licht, und mehr Freiheit wäre das Resultat … Doch aus der Demokratisierung des Informationsflusses ist die Demokratisierung einer Flut an Desinformation geworden. Der Unterschied zwischen Fakt und Fiktion wurde kassiert, ein Universum aus konkurrierenden Behauptungen trat an seine Stelle. Das Internet kann die Zensur nicht abschaffen, solange seine Nutzer in ihren eigenen geschlossenen Informationssystemen feststecken, eine Art selbstauferlegte Zensur. Das Universum konkurrierender Behauptungen ist die ideale Umgebung für den Aufstieg eines Politikers, dessen Karriere auf der Erschaffung eigener Wahrheiten und hausgemachter Realitäten basiert."

Außerdem: Jamie Lauren Keiles stellt uns die Firma Junkin Media vor, die das Netz nach lustigen Videos durchkämmt, die sie dann an YouTube und Co. verscherbelt. Und C. J. Chivers begleitet einen Ex-Afghanistan-Kämpfer, für den immer noch Krieg ist.

Und in der Book Review bekennt Woody Allen sich wundervoll amüsiert zu haben mit Edward Sorels Biografie der so vornehm aussehenden Schauspielerin Mary Astor, die sich zu seinem Vergnügen als "unflätige, trinkfeste, sexhungrige Zecherin" entpuppt. Hier kann man Astor im Pre-Code-Drama "Ladies Love Brutes" bewundern:



Magazinrundschau vom 20.12.2016 - New York Times

Im aktuellen Magazin der New York Times läutet Gideon Lewis-Kraus die Ära der Künstlichen Intelligenz ein (schon wieder?). Diesmal in echt, meint der Autor, denn Google Brain mischt mit und schafft mit der unkonventionellen Verbindung dreier Erfolgsgeschichten den Vorsprung: "Im Zentrum dieser Story stehen keine Leute, die meinen, morgen wäre alles anders, ihre Ideen könnten die Welt retten oder dass Technologie notwendig neue, apokalyptische Technologien zur Folge hat. Es geht nicht um Brüche. Tatsächlich handelt es sich um drei einander überlappende Geschichten, die in der erfolgreichen Verwandlung von Google Translate hin zur Künstlichen Intelligenz zusammenfinden: Eine Technik-Geschichte, eine Firmen-Geschichte und eine Geschichte über die Evolution von Ideen. Die Technik-Geschichte dreht sich um ein Team, ein Produkt, eine Firma und den Prozess, der in unerwartetem Tempo ein altes Produkt zu einem nagelneuen verfeinerte. Die Firmen-Geschichte geht um eine kleine, aber einflussreiche A.I.-Gruppe innerhalb dieser Firma und wie ihr fester Glaube an einige alte, unbewiesene Vorstellungen über Datenverarbeitung ihnen einen Riesenvorsprung vor der Konkurrenz verschaffte. In der Ideengeschichte schließlich geht es um Kognitionswissenschaftler, Psychologen und Ingenieure, die lange im Verborgenen tüfftelten, und den Prozess, der ihre angeblich irrationalen Überzeugungen zum Anstoß eines Paradigmenwechsels in unserem Verständnis für Technik und das Bewusstsein werden ließ."

Außerdem: Roxanne Khamsi berichtet über Versuche, die heilige Erdnuss weniger allergieauslösend zu gestalten - für jeden Erdnussbutter-Aficionado ein delikates Unterfangen. Und Mark Leibovich erklärt, warum auf den demokratischen Senator und Komiker Alan Franken schwere Zeiten zukommen (Trump lacht nie!).

Magazinrundschau vom 13.12.2016 - New York Times

Im aktuellen Magazin der New York Times stellt uns Chris Jones die Astrophysikerin Sara Seager vor, die nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sucht: "Bis in die 90er waren Exoplaneten nur ein theoretisches Konstrukt. Der Logik zufolge mussten sie da draußen sein, doch es gab keinen Beweis. Erst 1995 wurde mit 51 Pegasi b mittels eines lichtanalysierenden Spektrographen der erste Exoplanet entdeckt, der um einen sonnenartigen Stern kreist. Der Planet wurde zwar nicht wirklich gesehen, aber mit Hilfe der mathematischen Methode der Radialgeschwindigkeit konnte der Effekt seiner Schwerkraft auf seinen Stern festgestellt werden, also musste er existieren. Seitdem explodierte das Wissen vor allem wegen der Möglichkeit, Licht zur Erkundung fremder Atmosphären einzusetzen. Wenn Sternenlicht die Atmosphäre eines Planeten kreuzt, blockieren bestimmte auf Leben hinweisende Gase die Wellenlängen des Lichts. So lässt sich etwas sehen, indem man nach etwas sucht, was nicht da ist. Licht oder seine Abwesenheit liegt auch der sogenannten 'transit technique' zugrunde, einer neueren, effizienteren Methode zur Entdeckung von Exoplaneten als Radialgeschwindigkeit. Sie behandelt Licht wie Musik, etwas, das besser gefühlt denn gesehen werden kann. Das Kepler Teleskop erkennt Exoplaneten, wenn sie zwischen ihren Sternen und den Spiegeln des Teleskops kreisen und winzige, aber messbare Verdunkelungen verursachen."

Außerdem feiert das Magazin Hollywood in wunderbaren Schauspieler-Porträts und einer ziemlich einzigartigen Virtual-Reality-Show, die den Zuschauer in einen L.A.-Noir-Film eintauchen lässt - gleich neben seinem Lieblingsstar. Im Dossier auch ein aufschlussreiches Gespräch der Filmkritiker Wesley Morris und A.O. Scott über zeitgenössische Arten des Spielens vor der Kamera. In einem weiteren Artikel berichtet Inara Verzemnieks von Menschen in den USA, die ohne Krankenversicherung leben.

Magazinrundschau vom 06.12.2016 - New York Times

In der Titelgeschichte des aktuellen Magazins der New York Times fragt sich Ian Buruma, was nach der anglo-amerikanischen Weltordnung kommt, wenn Trump und Farage übernehmen: "Trump spielt mit dem verletzten Stolz großer gesellschaftlicher Gruppen und entflammt die Leidenschaft von Leuten, die sich davor fürchten, ausgeschlossen zu sein. Das führte zur Wiederbelebung des Nativismus. In Brexit-Britain ist Nationalismus die entscheidende Kraft. Doch in beiden Fällen bedeutet der Slogan 'das Land wiedergewinnen' den Rückzug von einer Welt, wie sie die anglo-amerikanische Union nach '45 vorstellte." Und was kommt nun? Buruma beendet seinen Text mit einem Lob für Angela Merkel und für Deutschland, das man genauso gut als Warnung interpretieren könnte: "Auch Deutschland dachte einst von sich als von einer außerordentlichen Nation. Das endete in einer weltweite Katastrophe. Die Deutschen haben ihre Lektion gelernt. Sie wollen in keiner Weise mehr exzeptionell sein, weshalb sie so scharf darauf sind, in einem vereinten Europa eingebettet zu sein. Die Deutschen haben nicht die geringste Lust, andere Länder anzuführen, schon gar nicht militärisch. Die Pax Americana erschien allgemein als die bessere Alternative zu einem deutschen Exzeptionalismus. Ich denke, sie ist es noch immer. Doch wenn ich das Foto von Trump und Farage sehe, vor Freude die Zähne entblößend, die Daumen hoch, das Gold des Trump-Towers in ihren Haar leuchtend, frage ich mich, ob Deutschland nicht gezwungen sein könnte, die Lektion zu hinterfragen, die es ein bisschen zu gut gelernt hat."

Außerdem: Nicholas Confessore erzählt die Geschichte einer Scheidung, bei der das globale Offshore-Banking-System in seiner ganzen nebulösen Tiefe aufscheint. Und Rachel Kushner beschreibt das Leben und Sterben in einem palästinensischen Flüchtlingscamp in Ost-Jerusalem.

Magazinrundschau vom 29.11.2016 - New York Times

Im New York Times Magazine beschreibt Emily Bazelon das neue Verhältnis einiger stinkreicher Unternehmer zur Presse: Sie versuchen, sie einfach zu Tode zu klagen. Es begann schon 2005, als Tim O'Brien von der New York Times in einem Buch das Vermögen von Trump auf eher 150 bis 250 Millionen Dollar schätzte statt der von Trump angegebenen zwei bis fünf Milliarden. Trump verklagte ihn und den Verlag, Warner Books. Er wurde immer wieder beim Lügen erwischt und verschliss vier Richter, bis die Klage schließlich 2009 abgelehnt wurde. Sieben solcher Verfahren hat Trump gegen missliebige Äußerungen angestrengt  und dabei nur einen gewonnen, weil der Angeklagte nicht vor Gericht erschien. "Aber das Standardmaß - seine Reputation zu verteidigen und vor Gericht zu gewinnen - gilt nicht für Trump. 'Ich gebe ein paar Kröten für Anwaltskosten aus, aber sie bezahlen viel mehr', erklärte er der Washington Post im März über den saftigen Betrag, den er für den Prozess gegen O'Brien ausgegeben hatte. 'Ich tat es, um ihm das Leben zu vermiesen, das macht mich glücklich.' Das stimmte nicht. Warner Books gab weniger aus als er und O'Brien zahlte gar nichts. Aber das macht Trumps zentrale Behauptung nicht weniger erschütternd: das Prozesse ein Werkzeug der Rache sind. Es ist beunruhigend, dass ein superreicher (wenn auch nicht so reich, wie er selbst behauptet) Kläger die Justiz wie eine Waffe benutzt, die gegen einen Kritiker eingesetzt wird. Einmal im Weißen Haus installiert, wird Trump noch mehr Mittel zur Verfügung haben, und seine Geschichte legt nahe, dass er versuchen wird, die Presse zu benutzen - und sie zu kontrollieren und zu unterwerfen."

Scoot Shane porträtiert die böse schillernde Figur des Steve Bannon, der für Goldman Sachs gearbeitet hat, das große Geld mit Rechten an "Seinfeld" verdiente und selbst propagandistisch-pathetische Dokumentarfilme, etwa über Ronald Reagan, drehte und schließlich den Wahlkampf von Donald Trump bestimmte. Bannon wird als Rassist und Antisemit beschrieben, aber afroamerikanische und jüdische Freunde, Bekannte oder Kollegen Bannons bestreiten das. Tatsächlich kommt er hier wie der Karl Lueger Amerikas rüber: "Ms. Jones, eine Filmkollegin, erklärte, dass Bannon in den Jahre ihrer Zusammenarbeit gelegentlich von der genetischen Überlegenheit einiger Leute sprach und einmal überlegte, ob es wünschenswert sei, dass Wahlrecht auf Landbesitzer zu beschränken. 'Ich sagte, das würde viele Afroamerikaner ausschließen. Er antwortete, vielleicht wäre das gar nicht so schlecht. Ich fragte: Und Wendy? [Bannons langjährige afroamerikanische Assistentin]. Er meinte: Das ist was anderes. Sie ist Familie.'"

Außerdem: In Schach gehalten sollen die Extremisten wie Bannon in Trumps künftiger Regierung von dem Republikaner Reince Priebus, den Mark Leibovich im Magazine porträtiert. Ian Buruma sieht mit Nigel Farage und Donald Trump das Ende der anglo-amerikanischen Weltordnung gekommen. Paul Elie unterhält sich mit Martin Scorsese über dessen neuen Film "Silence" und die "Natur des Glaubens".

Magazinrundschau vom 22.11.2016 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazine schreiben Autoren aus verschiedenen Bundesstaaten über ihre Eindrücke nach der Wahl von Donald Trump. Marcela Valdes etwa berichtet aus Florida, wo Trump haarscharf vor Clinton lag und einer von drei Latinos und 54 Prozent aller kubanischstämmigen Amerikaner Rot wählten: "Beim spanischsprachigen Radiotalk 'Contacto Directo' gingen viele hispanische Proteste ein, die Trumps harsche Worte gegen illegale Einwanderer aufgriffen: 'Ich habe lange warten müssen, um in die USA zu gelangen, wieso sollten andere es leichter haben? Endlich habe ich meine Arbeitserlaubnis, ich möchte nicht, dass jemand anderes meinen Job für weniger Geld macht' … Statistiken besagen, dass ein Viertel aller Hispanics Trumps Mauer befürworten. Nach Erkenntnissen der Soziologin Helen Marrow, die auf die Immigration von Latinos in den ländlichen Süden spezialisiert ist, sind es vor allem Menschen gleicher Ethnizität, die die Auswirkungen der illegalen Einwanderung zu spüren bekommen. Mexikaner und Menschen aus Mittelamerika, die ohne Papiere über die Grenze kommen, nehmen eher ihren Landsleuten die Jobs weg als nicht-hispanischen Weißen. Latinos und legale Einwanderer sind von rassistischem Nativismus betroffen und verbreiten ihn zugleich, als eine Strategie ethnischer Distanzierung."

Außerdem: James Verini und der Fotograf Paolo Pellegrini liefern einen verstörenden Bericht aus der Gegend um Mossul, wo die Peschmerga versuchen, den IS zurückzudrängen.