
Im
New York Times Magazine beschreibt Emily Bazelon das neue Verhältnis einiger
stinkreicher Unternehmer zur Presse: Sie versuchen, sie einfach zu Tode zu klagen. Es begann schon 2005, als
Tim O'
Brien von der New York Times in einem Buch das Vermögen von Trump auf eher 150 bis 250 Millionen Dollar schätzte statt der von Trump angegebenen zwei bis fünf Milliarden. Trump verklagte ihn und den Verlag, Warner Books. Er wurde immer wieder beim Lügen erwischt und verschliss vier Richter, bis die Klage schließlich 2009 abgelehnt wurde.
Sieben solcher Verfahren hat Trump gegen missliebige Äußerungen angestrengt und dabei
nur einen gewonnen, weil der Angeklagte nicht vor Gericht erschien. "Aber das Standardmaß - seine Reputation zu verteidigen und vor Gericht zu gewinnen - gilt nicht für Trump. 'Ich gebe ein paar Kröten für Anwaltskosten aus, aber sie bezahlen viel mehr', erklärte er der
Washington Post im März über den saftigen Betrag, den er für den Prozess gegen O'Brien ausgegeben hatte. 'Ich tat es, um
ihm das Leben zu vermiesen, das macht mich glücklich.' Das stimmte nicht. Warner Books gab weniger aus als er und O'Brien zahlte gar nichts. Aber das macht Trumps zentrale Behauptung nicht weniger erschütternd: das Prozesse ein
Werkzeug der Rache sind. Es ist beunruhigend, dass ein superreicher (wenn auch nicht so reich, wie er selbst behauptet) Kläger die
Justiz wie eine Waffe benutzt, die gegen einen Kritiker eingesetzt wird. Einmal im Weißen Haus installiert, wird Trump noch mehr Mittel zur Verfügung haben, und seine Geschichte legt nahe, dass er versuchen wird, die Presse zu benutzen - und sie zu kontrollieren und zu unterwerfen."
Scoot Shane
porträtiert die
böse schillernde Figur des
Steve Bannon, der für Goldman Sachs gearbeitet hat, das große Geld mit Rechten an "Seinfeld" verdiente und selbst
propagandistisch-pathetische Dokumentarfilme, etwa über Ronald Reagan, drehte und schließlich den Wahlkampf von Donald Trump bestimmte. Bannon wird als Rassist und Antisemit beschrieben, aber afroamerikanische und jüdische Freunde, Bekannte oder Kollegen Bannons bestreiten das. Tatsächlich kommt er hier wie der
Karl Lueger Amerikas rüber: "Ms. Jones, eine Filmkollegin, erklärte, dass Bannon in den Jahre ihrer Zusammenarbeit gelegentlich von der
genetischen Überlegenheit einiger Leute sprach und einmal überlegte, ob es wünschenswert sei, dass Wahlrecht auf Landbesitzer zu beschränken. 'Ich sagte, das würde viele Afroamerikaner ausschließen. Er antwortete, vielleicht wäre das gar nicht so schlecht. Ich fragte:
Und Wendy? [Bannons langjährige afroamerikanische Assistentin]. Er meinte: Das ist was anderes. Sie
ist Familie.'"
Außerdem: In Schach gehalten sollen die Extremisten wie Bannon in Trumps künftiger Regierung von dem Republikaner
Reince Priebus, den Mark Leibovich im
Magazine porträtiert. Ian Buruma
sieht mit Nigel Farage und Donald Trump das Ende der
anglo-amerikanischen Weltordnung gekommen. Paul Elie unterhält sich mit
Martin Scorsese über dessen neuen Film "Silence" und die "Natur des Glaubens".