Dass auch Magazine im Internet
finanziell überleben können, beweist der Erfolg von
The Atlantic, einem 153 Jahre alten Magazin, dass einen exzellenten Ruf, aber auch
jahrelang Verlust eingefahren hat. Dieses Jahr ist alles anders.
Atlantic macht seit mindestens zehn Jahren erstmals wieder
Profit: 1,8 Millionen Dollar. Gar nicht schlecht für ein kleines Magazin,
meint Jeremy W. Peters. Und wie kommt das? "Im wesentlichen haben wir uns die Frage gestellt, was wir tun würden, wenn wir uns agressiv selbst kannibalisieren wollten", zitiert Peters den Präsidenten der Atlantic Media Company, Justin B. Smith. Als Ergebnis dieser Überlegung "wurde die Trennung zwischen
Internet- und Printredaktion aufgehoben, die Bezahlmauer der Webseite geschleift und ein Trupp junger Autoren angeheuert. Den Anzeigenakquisiteuren wurde mitgeteilt, dass es keine Rolle spiele, zu welchem Prozentsatz sie Print- oder Onlineanzeigen akquirieren; sie mussten nur ein Verkaufsziel erreichen." Und deshalb macht
Atlantic "macht in diesem Jahr 32,2 Millionen Dollar Einnahmen. Etwa die Hälfte davon kommt von Anzeigen. Aber die
Onlineanzeigen - die in diesem Jahr 6,1 Millionen Dollar einbringen sollen - werden
fast 40 Prozent des gesamten Anzeigenaufkommens von
Atlantic ausmachen. Im Magazingeschäft, dass sich gegen die digitale Zukunft gewehrt hat, ist das eine Rate, von der man
noch nie gehört hat."
Nachdem erst
Amazon Wikileaks von seinen Servern verbannt hat und dann auch noch
PayPal,
Mastercard und
Visa ihre Zusammenarbeit mit
Wikileaks aufgekündigt haben,
warnte Rebecca MacKinnon auf
CNN kürzlich davor, dass die
Infrastruktur des Netzes von privaten Firmen beherrscht wird, die am Ende über unsere Meinungsfreiheit bestimmen. Diese Frage betrifft natürlich auch
Facebook, wie Miguel Helft
erklärt.
Facebook hatte eine
Seite gelöscht, auf der Wikileaks-Unterstützer die Hacker-Angriffe auf
PayPal,
Mastercard etc. koordinierten. Schwerer Protest war die Folge. "
Facebook stellt selten jeden zufrieden", stellt Helft fest. "Jeder Inhalt - eine Fotografie, ein Video oder eine Botschaft zwischen zwei Personen - kann jemanden beleidigen. Entscheidungen der Firma, etwa Material von
Holocaust-Leugnern,
Kritikern des Islam oder
anderer Religionen nicht zu löschen, hat Interessengruppen verärgert und dafür gesorgt, dass einige ausländische Regierungen die Webseite zeitweise
ganz sperrten."