Barack Obama ist der neue
Othello,
glaubt Venetia Thompson. Der Vorwurf, ihm fehle es an politischer Substanz, sei substanzlos und ein Ausdruck der Angst des weißen Mannes vor dem
schwarzen Supermann. "Barack Obama wird gefürchtet. Wegen seiner Fähigkeit zu begeistern, seiner Hoffnung für die Zukunft, des Willens zur Veränderung und, um zu Othello zurückzukehren, wegen 'der Gefahr, durch die er gegangen ist'. Dazu zählt nicht der offene Rassismus, dem er als Heranwachsender begegnete und von dem er in 'Dreams from My Father' spricht, oder der Autounfall, bei dem sein Vater und beinahe Obama selbst starb, sondern die Gefahr, das ist der weitaus gefährlichere Mix aus
Dinnerparty-Rassismus, der sich hinter einem Schleier aus Wohlwollen tarnt. Der weiße Mann, der fröhlich daherredet, wie wundervoll er Obama findet, dass ein schwarzer Präsident eine tolle Idee wäre und dass er ihn sehr gerne unterstützen würde - aber dass er es leider nicht kann, weil er politisch einfach zu leichtgewichtig ist, zu wenig Kontur hat. Ob seine Furcht für den Rassismus verantwortlich ist oder umgekehrt, darüber sollte man mal sprechen."
Tony Blair möchte
EU-Präsident werden. Da gibt es nur ein kleines Problem: "Auf den Straßen von Europa traut man ihm nicht weiter als Sie oder ich
spucken können",
erklärt Rod Liddle. "Niemand scheint ihn zu wollen, doch gleichzeitig wird sein Sieg als unvermeidlich angesehen. Er ist, wissen Sie, ein großer Kommunikator; er hat
Statur. Es wird behauptet, er überbrücke die Teile des Alten und Neuen Europas oder hüpfe zumindest zwischen den zwei Teilen hin und her wie eine Fliege auf einer heißen Herdplatte: die eine Woche offeriert er den Polen Beistand, in der nächsten Woche gibt er ihnen
eins aufs Maul. Seine Präsidentschaft ist entweder eine Herausforderung für die französisch-deutsche Dominanz in der EU oder sie gewährleistet erst ihr Überleben; suchen Sie sich was aus. Beide Interpretationen wurden vorgeschlagen und das ist in gewisser Weise Mr. Blairs Triumph als Politiker, dass er
alle Dinge für alle Leute ist, während er in Wahrheit gar nichts ist."
Und Douglas Murray
unterhält sich mit dem Historiker
Michael Burleigh, der gerade eine Kulturgeschichte des Terrorismus veröffentlicht hat:
"Blood and Rage".