
James Harkin, der selbst als
Journalist in Syrien gearbeitet hat,
erzählt sehr anschaulich, wie gefährlich die Existenz dort für Journalisten ist - auch und vor allem, weil
westliche Geiseln in Syrien zu einer Währung für die Rebellengruppen, aber auch für das Regime geworden sind. Und die Journalisten sind sehr schlecht geschützt: "Seit 2012 haben sich die meisten westlichen Medien aus der Berichterstattung über das Land zurückgezogen. Stattdessen kam ein schlecht ausgerüsteter, lachhaft bezahlter, komplett unversicherter
Tross von Freelance-Journalisten mit kaum mehr als einem Notebook und einem Mobiltelefon. Manche waren verrückte Narzissten, die meisten aber seriöse Reporter." Harkin hat den Artikel
vor James Foleys Ermordung geschrieben (er ist aus der Mai-Nummer von
Vanity Fair). Er kannte Foley und geht ausführlich auf die Umstände seiner Entführung ein.
In der aktuellen Ausgabe
erzählt William Stadiem die Geschichte der
Madame Claude, die in den Fünfzigern zur prominentesten
Bordellbesitzerin Frankreichs aufstieg. Angefangen hatte sie als kleine Bibelverkäuferin - oder auch nicht. Vielleicht hatte sie auch als Straßennutte gearbeitet, oder war als Jüdin in Auschwitz interniert gewesen - je nachdem, wen man fragt. Egal, in den fünfziger Jahre konnten ihre Kunden unter den schönsten Mädchen in Paris wählen. Dabei waren die Preise so moderat, dass sogar Journalisten wie
Jean-Pierre de Lucovich (
Paris Match) oder
Taki Theodoracopulos (
Spectator) Madame Claude besuchten: "Für de Lucovich, den Banker, Taki und zahllose andere wurde Claude zu einer Gewohnheit. "Jeden Tag waren andere Mädchen da, aus der ganzen Welt, mehr Ausländerinnen als Französinnen", erzählt de Lucovich. "Es gab immer eine Überraschung und vieles war wie in
Belle de Jour. Très bien au lit, war Claudes charakteristische Anpreisung. Und bedenken Sie, auch wenn dies Frankreich war, informeller Sex war noch nicht üblich. Nette Mädchen machten es nicht.""