
"
Radikal, pauschal, scheißegal." Daniel Binswanger
nutzt die Besprechung von
Giorgio Agambens neuem Band
"Profanierungen" um den italienischen Starphilosophen, der eine "
neue Benchmark der Kathederprophetie" setzt, einmal mit schweizerischer Gründlichkeit zu dekonstruieren. "Worüber lohnt es sich noch nachzudenken, wenn man einmal bewiesen zu haben glaubt, dass die moderne Welt ein
Konzentrationslager ist? Das Problem wird für Giorgio Agamben immer drängender. Schon in seinem 'Ausnahmezustand' war ein Kapitel der Frage gewidmet, wie dem biopolitischen Totalitarismus zu entkommen sei. Die Vorschläge wirkten jedoch zaghaft: Es müsse, meint er, ein positives Verhältnis zur '
Anomie', das heißt zu atomisierten, gesetzlosen Gemeinschaftsformen gefunden werden. Das existierende Recht müsse 'de-aktiviert' werden, damit ein neuer Gebrauch von Gemeinschaftsformen sich entwickeln könne. Als Beispiel nennt Agamben das subversive Potenzial des Karnevals. Kann man eine
neue Welt herbeifeiern?"
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Autobiografie geschrieben hat. "Ich hoffte zumindest, das Image des 'bad boy' mit jenem des '
bad man' einzutauschen." Urs Gehriger und Marwan Shehadeh
beschreiben im zweiten Teil der Serie über den Aufstieg
Abu Mussab al-Sarkawis das Netzwerk im Irak und treffen einige Mitstreiter des Terroristen in Jordanien. Markus Schneider
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länger arbeiten. Nina Streeck
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Transparency International,
Peter Eigen, über Korruption und geht gleich in medias res. "Ich habe Ihnen ein kleines Geschenk mitgebracht,
Truffes von Sprüngli (
hier)." - "Das ist lieb." - "Natürlich hoffe ich im Gegenzug darauf, dass Sie sich länger als die vereinbarte Stunde Zeit nehmen. Fühlen Sie sich schon bestochen?"