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Eva Züchner: Der verschwundene Journalist

25.02.2010. Mit der Biografie ihres 1945 verschwundenen Vaters erzählt Eva Züchner auch eine Geschichte des Journalismus im Dritten Reich. Volontariat, Reichspresseschule und Propagandaministerium waren die Stationen des Gerhart Weise, der, ohne Parteimitglied gewesen zu sein, einen klassischen Schreibtischtäter abgab. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Der verschwundene Journalist".
Eva Züchner: Der verschwundene Journalist
Eine deutsche Geschichte

Berlin Verlag, Berlin 2010
288 Seiten, gebunden, Euro 22,00

Erscheint am 12. März 2010

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Klappentext: Sechzig Jahre lang blieb der Vater ein Unbekannter. Auf der Suche nach seiner Lebensgeschichte ist die Tochter und Autorin dieses Buches auf die Biografie eines Journalisten im Dritten Reich gestoßen, eines Schreibtischtäters und Mitschuldigen - und eines Vaters, dessen Bild fremd bleibt, bruchstückhaft und widersprüchlich.
Aus dem sächsischen Meißen kommend, besucht Gerhart Weise, Jahrgang 1913, die Reichspresseschule in Berlin, arbeitet in verschiedenen Zeitungsredaktionen und steigt in Goebbels? Propagandaministerium auf, wo er, obwohl kein Parteigenosse, die wohlwollende Aufmerksamkeit des Ministers findet. Der Film- und Variete-Spezialist wird zum Kriegsberichterstatter, ohne jemals an der Front gewesen zu sein, er wird zum Erfinder von Falschmeldungen für das feindliche Ausland, zum Film-Zensor, schließlich zum Koautor des letzten NS-Propagandafilms "Das Leben geht weiter".
Eva Züchner zeichnet das Bild eines jugendlich von der NS-Bewegung Begeisterten, der allmählich zum zynischen Opportunisten wird und in schrecklicher Konsequenz seinen Freund, den Zeichner Erich Ohser, alias e.o.plauen, verrät und dessen Tod kurz vor Kriegsende mitverschuldet. Im September 1945 wird Gerhart Weise von der sowjetischen Geheimpolizei verhaftet und verschwindet spurlos.

Zur Autorin: Eva Züchner, geboren 1942 in Berlin, wuchs in Kleinmachnow bei Berlin und Barcelona auf. In Berlin studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaft und Neuere Geschichte. Sie arbeitete als Ausstellungskuratorin und Archivleiterin am Landesmuseum Berlinische Galerie. Schwerpunkte ihrer bisherigen Publikationen sind die klassische Moderne und Dada Berlin.

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