Vorgeblättert

Jean Rolin: Boulevard Ney

18.05.2009. Paris - Kein Fest fürs Leben könnte dieser Roman des französischen Schriftstellers Jean Rolin heißen. Der Boulevard Ney, gelegen am nordöstlichen Stadtrand von Paris, ist Schauplatz der zugleich tragischen und heldenhaften Geschichten: Außenseiter, Clochards, Fixer, Exilanten, afrikanische und osteuropäische Prostituierte leben in diesem Zwischenreich zwischen Pheripherique und Paris. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Boulevard Ney".
Jean Rolin: Boulevard Ney
Roman
Aus dem Französischen von Holger Fock

Berlin Verlag, Berlin 2009
Gebunden, 220 Seiten, Euro 24,00

Erscheint am 30. Mai 2009

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Klappentext
: Für Monate hat sich der Journalist und Romancier Jean Rolin in den billigen Kreditkartenhotels einquartiert, die den Pariser Autobahnring Peripherique säumen. Er sondiert sein Terrain wie ein General das Gelände vor der Schlacht, steigt zu den Boulevards hinab und begegnet auf seinen Streifzügen zwischen Boulevard Ney und Peripherique den Menschen, die den nordöstlichen Stadtrand von Paris bevölkern und in diesem "Zwischenreich" zu Hause sind: Außenseiter, Clochards, Fixer, afrikanische und osteuropäische Prostituierte. Er hat dabei Bilder aus dem Leben Michel Neys im Kopf, jenes Marschalls deutscher Herkunft, dem der Boulevard seinen Namen verdankt und den Napoleon einst als den "Tapfersten der Tapferen" rühmte. Aber nicht weniger heldenhaft und tragisch sind die Geschichten von heute, die Rolin von seinen Streifzügen mitbringt - die des Rollstuhlfahrers Cerbere, der im Brückenpfeiler der Stadtautobahn haust, des Ex-Offiziers Lito, Wachmann bei McDonald?s, der aus Kabilas Truppen desertierte, oder der bulgarischen Prostituierten Ginka, die, von Messerstichen zerfetzt, auf der Böschung der Rue de la Cloture liegt.

Zum Autor: Jean Rolin, geboren 1949, hat als Journalist 25 Jahre lang aus den Krisengebieten der Welt berichtet, aus dem belagerten Beirut ebenso wie von den Bürgerkriegen in Afrika oder im ehemaligen Jugoslawien. Als einer der großen Stilisten der französischen Literatur hat er für seine mehr als 15 Romane und Bücher u. a. den Prix Roger-Nimier, den Prix Valery-Larbaud und zuletzt den Prix Medicis erhalten.


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