Vorgeblättert

Kapka Kassabova: Die letzte Grenze

15.08.2018. Drei Alphabete, drei Währungen, drei Versionen der Geschichte: Kapka Kassabova, in Sofia geboren, in Schottland lebend, reist ins alte Thrakien, heute das Grenzgebiet von Griechenland, der Türkei und Bulgarien. Hier treffen alte und neue Flüchtlingsgeschichten zusammen, ebenso wie alte und neue Europäer. Lesen Sie einen Auszug aus Kassapovas literarischer Reportage "Die letzte Grenze".
Kapka Kassabova. Die letzte Grenze
Am Rand Europas, in der Mitte der Welt
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer.

Paul Zsolnay Verlag, Wien 2018, 384 Seiten, gebunden, 26 Euro.

Erscheint am 20. August 2018

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Klappentext
Kapka Kassabova reist ins alte Thrakien, dorthin, wo Bulgarien, Griechenland und die Türkei aufeinandertreffen. Als sie ein Kind war, galt diese Grenzzone Gerüchten zufolge als ein leichterer Weg in den Westen als die Berliner Mauer, weshalb sie von Soldaten, Spionen und Flüchtlingen bevölkert war. Sie erinnert sich daran, am Strand des Schwarzen Meers gespielt zu haben, während der elektrische Zaun surrte, seine Widerhaken nach innen gerichtet gegen den Feind: die Urlauber, die potenziell Fliehenden.
Heute ist die dichtbewaldete Landschaft nicht mehr schwer militarisiert, aber von ihrer Vergangenheit gezeichnet. In ihrem Buch macht sich Kapka Kassabova auf, um die Menschen zu treffen, die an dieser Dreier-Grenze leben – Bulgaren, Türken, Griechen und die letzte Welle an Flüchtlingen, die vor einem Konflikt außerhalb geflüchtet sind. Sie entdeckt eine Region, die von den fortlaufenden Ereignissen der Geschichte geprägt wurde: von der eigenen früheren Flüchtlingskrise, vom Kommunismus, von zwei Weltkriegen, vom Osmanischen Reich, und – noch früher – vom antiken Erbe der Mythen und Legenden. Kapka Kassabova erkundet diese Region in Begleitung von Grenzwachen und Schatzsuchern, Unternehmern und Botanikern, Seelenheilern und rituellen Übers-Feuer-Gehern, Flüchtlingen und Schmugglern.

Zur Autorin
Kapka Kassabova wurde 1973 in Sofia geboren und lebt heute in den schottischen Highlands. Sie hat Gedichte, Reiseessays und den Roman "Villa Pacifica" veröffentlicht, außerdem die beiden gefeierten Bücher: "Street Without a Name: Childhood and Other Misadventures in Bulgaria" und "Twelve Minutes of Love: A Tango Story". Sie schreibt für The Sunday Times, The Guardian, Vogue und 1843. "Border" war BBC Radio’s „Book of the Week“, als es in Großbritannien erschien, und das Non-Fiction-Highlight der Saison für den Bookseller. Anfang 2018 wurde "Border" als „Best travel book of the year“ mit dem Stanford Dolman Award für 2017 ausgezeichnet.

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