9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

335 Presseschau-Absätze - Seite 26 von 34

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.05.2017 - Kulturmarkt

Die Ebook-Dienstleister und Verleger Hans und Nina Kreutzfeldt weigern sich im Gespräch mit Daniel Lenz von buchreport.de, von einem Niedergang des Ebooks zu sprechen. Hans Kreutzfeldt macht nebenbei darauf aufmerksam, dass das Wissen nicht immer mehr die Form des Buchs annimmt: "Das Medium E-Book hat sich schon seit Längerem weiter ausgefächert. Nicht jeder digital verfügbare Buchinhalt heißt heute noch E-Book - auch viele Apps, Fachdatenbanken und digitale Lernmedien sind ausgehend vom gedruckten Buch entstanden und entwickeln sich ebenfalls fortwährend weiter. Sie alle tragen nicht - mehr - den Namen E-Book, entstammen aber derselben Familie."
Stichwörter: Ebooks

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.05.2017 - Kulturmarkt

Dem Schweizer Dörlemann Verlag geht es schlecht. Derzeit sucht er per Crowd-Funding 60.000 Franken für die Unterstützung seiner Verlagsarbeit, berichtet Martina Läubli in der NZZ. Und er ist nicht der einzige Schweizer Buchverlag in der Krise: "Die digitale Sammelaktion ist ein Hilferuf. Dem Verlag steht das Wasser bis zum Hals. Neue Projekte in Angriff zu nehmen, ja überhaupt in die Zukunft zu planen, sei nicht mehr möglich. 'Wir sind in eine Währungsproblematik geraten, die wir so nicht voraussehen konnten', sagt Dörlemann. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 hat neben der Exportindustrie und dem Detailhandel auch Schweizer Verlage und Buchhandlungen schwer getroffen. Die Umsatzverluste summieren sich auf mindestens 20 Prozent."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.04.2017 - Kulturmarkt

Bertelsmann verliert den Anschluss an die großen Medienkonzerne, noch mehr aber an die Plattformen Google und Facebook, die den Online-Werbemarkt dominieren, schreibt Till Wäscher bei Carta. Heute steht Bertelsmann als recht traditionelles Haus da. Das war mal anders: "Mit bol.de und Lycos war der Konzern recht früh im Internetgeschäft dabei, verlor jedoch in der Post-Middelhoff-Ära, auch wegen dem steigenden Einfluss von Liz Mohn, weitgehend das Interesse an diesem Feld."
Stichwörter: Bertelsmann, Medienkonzerne, Liz, Mohn

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.03.2017 - Kulturmarkt

Im Interview mit Paul Wrusch von der taz macht KiWi-Verleger Helge Malchow zu Beginn der Leipziger Buchmesse recht klar, um wie viel besser ihm die in Konkurrenz laufende Lit.cologne gefällt: "Es ist schon beeindruckend, was da in Leipzig passiert. Aber es ist eher eine riesige Zahl nebeneinander existierender Lesungen. Es gibt kaum eine Fokussierung, inhaltlich oder kompositorisch. Das ist etwas anderes als ein kuratiertes Festival wie in Köln." Buchreport.de klärt über die Schwerpunkte der Leipziger Messe auf.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.03.2017 - Kulturmarkt

Nachrichten aus der gloriosen Berliner Startup-Welt: "Soundcloud braucht mehr Geld, oder einen Käufer", schreibt Peter Kafka bei Recode. Die Firma habe Schwierigkeiten weitere 100 Millionen Dollar an Kapital aufzunehmen: "Soundcloud ist nun an einem Punkt, wo es bereit ist, sich für wesentlich weniger als 700 Millionen Dollar zu kaufen, auf die es von Investoren eingeschätzt wurde. Eine Quelle denkt, man werde Gebote akzeptieren, die über den 250 Millionen Dollar liegen, die man bisher investiert habe."

Außerdem: In der Berliner Zeitung meldet Stefan Strauß, dass sich Anwohner der zugigen Brache, auf der Suhrkamp in Berlin-Mitte bauen will, gegen den Neubau wehren.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.01.2017 - Kulturmarkt

Amazon wird von der Europäischen Kommission gezwungen, sein Geschäftsgebaren gegenüber Verlagen bezüglich Ebooks zu verändern, berichtet der Buchreport: "Unter dem Druck der wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission wird sich Amazon verpflichten 'keine Klausel durchzusetzen, die Verlagen abverlangt, Amazon vergleichbare Konditionen anzubieten wie jene, die den Wettbewerbern von Amazon angeboten werden, und keine Klausel durchzusetzen, die Verlagen abverlangt, Amazon über solche Konditionen zu informieren.'"  Das Börsenblatt freut sich übe diesen "großen Erfolg für die Verlage". Bisher hatte Amazon von Verlagen glatt verlangt, über die Konditionen der Wettbewerber informiert zu werden!
Stichwörter: Amazon, Ebooks

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.01.2017 - Kulturmarkt

"Das unabhängige Verlagswesen in Hongkong ist tot, ohne die Druckereien und Buchläden steht es auf verlorenem Posten. China hat fast alles unter seiner Kontrolle", erklärt der Verleger Bao Pu im Interview mit Spon. "Viele Druckereien haben Untergesellschaften in China, weil sie Maschinen benötigen, die dort gefertigt werden. Zudem gehören viele Buchläden chinesischen Investoren. Deswegen nehmen sowohl Druckereien als auch Buchläden Rücksicht auf politische Befindlichkeiten. Das nächste Problem ist, dass Hongkongs Buchketten Zugeständnisse machen, um Zugang zum chinesischen Markt zu gewinnen. Und nicht zuletzt filzt der Zoll immer strenger. Früher konnten chinesische Touristen in Hongkong ziemlich bedenkenlos Bücher kaufen und mit nach Hause nehmen. Das geht kaum mehr. Seit 2012 konfisziert alleine der Zoll in Peking bis zu 700.000 chinesische Bücher und Zeitschriften pro Jahr."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.01.2017 - Kulturmarkt

Offenbar steht der Tolino, die im deutschen Buchhandel verkaufte Alternative zum Amazon Kindle, vor dem Aus, meldet Johannes Haupt im lesen.net. Der japanische  E-Commerce-Konzern Rakuten, zu dem auch E-Reading-Spezialist Kobo gehört, scheint die Marke von der Deutschen Telekom zu übernehmen: "Die Deutsche Telekom, die die Tolino-Allianz vor knapp vier Jahren maßgeblich mitinitiierte, zieht sich offenbar komplett aus dem Projekt zurück. Damit sind wohl auch Tolino-Lesegeräte ein Auslaufmodell, Rakuten wird langfristig kaum zwei E-Reading-Linien mit eigener Hardware und eigener Firmware parallel entwickeln. In Zukunft werden Thalia, Weltbild, Hugendubel & Co. also wohl Kobo-Lesegeräte in ihren Regalen haben. Solche Partnerschaften mit Filialisten sind für Kobo Usus: In Großbritannien arbeitet das Unternehmen mit WHSmith zusammen, in Frankreich mit fnac."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.12.2016 - Kulturmarkt

Im Interview mit Dirk Schneider von der taz erklärt der Popkünstler Frank Spilker, wie das mit den Musikverlagen und der Gema im Popbusiness funktioniert (die Verlage bekommen immerhin vierzig Prozent an den Rechten eines Songs, geben Künstlern aber auch Vorschüsse) und warum er die jüngsten Streitigkeiten und Prozesse um die Verwertungsgesellschaften begrüßt - auch gegen die Gema gab es eine Klage: "Eine Klage wie diese sollte nicht dazu führen, dass mühsam aufgebaute Strukturen jetzt den Bach runtergehen. Trotzdem: Letztendlich ist so ein Urteil dann ja auch ein Impuls, um tradierte Vorstellungen in der Gesetzgebung zu überdenken und zu reformieren. Das wird angesichts der technischen Entwicklung und der damit verbundenen Verschiebung der Machtverhältnisse immer häufiger nötig. Die Politik hinkt immer um Jahre hinterher."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.11.2016 - Kulturmarkt

Jürgen Gottschlich berichtet in der taz von der Buchmesse in Istanbul: "Noch ist auf der Buchmesse vieles möglich, was in den türkischen Zeitungen oder im Fernsehen längst den Staatsanwalt auf den Plan gerufen hätte. 'Der Buchmarkt ist von der Repression noch nicht in dem Maße betroffen wie der Mediensektor', sagt Müge Sökmen, Verlegerin von Metis. Die Messe ist von einem privaten Verlegerverband, ähnlich dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, organisiert. Staatliche Zensur fand bei der Auswahl der Verlage die sich auf der Messe präsentierten deshalb noch nicht statt."