Jetzt ist also die
Klimaanlage im
Humboldt Forum nicht fertig geworden - und damit wird auch die letzte geplante Schau - eine üppige
Elfenbeinausstellung - die zur Eröffnung präsentiert werden sollte,
auf 2020 verschoben,
seufzt Jörg Häntzschel in der
SZ. Dabei hatten zahlreiche internationale Museen schon längst abgelehnt, "ihre kostbaren Elfenbeinstücke in ein Haus zu geben, das sich noch im Bau befindet". Das Humboldt-Forum soll dennoch im November eröffnen - leer, denn auch "das Stadtmuseum und die Humboldt-Universität haben ihre Ausstellungen auf Frühjahr 2020 verschoben. Die beiden oberen Stockwerke, die vom Ethnologischen Museum und vom Museum für Asiatische Kunst bespielt werden, sollen von diesem Zeitpunkt an nach und nach geöffnet werden. Doch auch dieser
Zeitplan ist, so sagen viele, nicht zu halten. Denn noch wurde die komplizierte und unter größtem Zeitdruck installierte Haustechnik nie getestet. '
Die Stunde der Wahrheit hat noch nicht geschlagen', so ein Beteiligter. '
Baubomben' könnten weitere Verzögerungen verursachen."
Und auch das inzwischen auf
400 Millionen Euro angewachsene Museumsprojekt des Neubaus der Neuen Nationalgalerie könnte scheitern, schreibt Hanno Rauterberg in der
Zeit: "Wer sich umhört hinter den kulturpolitischen Kulissen, wer mitbekommt, wie
abfällig und bös dort geredet wird, ohne dass je irgendetwas davon in der Zeitung zitiert werden dürfte, wer also weiß, wie groß der Argwohn ist und wie winzig die Euphorie, dem steht klar vor Augen, dass es mit Deutschlands wichtigstem und gewiss teuerstem Modernemuseum rasch vorbei sein könnte."
Keineswegs sicher ist dagegen, dass der
BER im
Oktober 2020 eröffnen wird, wie Peter Neumann in der
Berliner Zeitung meldet: "Kein Planer will die Hand dafür ins Feuer legen, dass die Wirk-Prinzip-Prüfung positiv verläuft - darüber entscheiden die Prüfer. Deshalb will auch Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), der Berlin in der FBB-Gesellschafterversammlung vertritt,
nicht garantieren, dass der Flughafen im Oktober 2020 öffnet. Von einer Garantie wolle er nicht sprechen, sagte er im Beteiligungsausschuss - wohl aber von einem '
zielorientierten Prozess' zur Fertigstellung."
Die Nachricht von der Vertragsverlängerung für
Daniel Barenboim an der Staatsoper Berlin gibt dem Berliner Musikleben nicht gerade einen Push,
meint Hartmut Welscher. Sein
Van Magazin hatte Daniel Barenboims Führungsgebaren zuerst thematisiert (unser
Resümee). Schon im März hatte Welscher nach einer Erneuerung
gerufen. Nun insistiert er: "Das
gerade vorgestellte Programm für die Saison 2019/20 liest sich wie eine uninspirierte Parodie auf die Vorhersagbarkeit
konservativer Spielzeitplanung. Die Gastdirigenten und Solisten sind namhaft, aber auch die üblichen verdächtigen musikalischen Freunde Barenboims, die seit Jahren das Programm bestreiten. Das Haus versprüht
Hermetik und Traditionalismus."