Im Iran ist der
Student Ahmad Baldi an den Folgen seiner Verletzungen gestorben. Seine
Selbstverbrennung vor wenigen Tagen erinnert
Amir Hassan Cheheltan in der
FAZ an wenigstens einen anderen Fall: "Zwischen Prag und der iranischen Stadt Ahwaz in der Ölförderprovinz Khusestan liegen viele Kilometer. Und die Ideale der jungen Generation haben sich seit 1968 und 1989 verändert, ihre Ziele sind bescheidener geworden. Während Jan Palach in Prag sich wegen des Übergriffs fremder Truppen auf seine Heimat verbrannt hatte, tat Ahmad Baldi - auch er Student und mit 21 in
Jan Palachs Alter - dasselbe in Ahwaz aus Protest gegen Übergriffe von Beamten auf den Lebensmittelkiosk, der das Überleben seiner achtköpfigen Familie seit Jahren garantiert hatte. Ja, die Ziele sind bescheidener geworden, ihr Kern aber birgt eine unveränderte Forderung:
Lasst uns leben!"
Im
Interview mit der
taz erklärt die amerikanische
Historikerin und scharfe Trump-Kritikerin
Victoria de Grazia, warum sie in Bezug auf die Trump-Regierung
Faschismusvergleiche für kontraproduktiv hält: "Der Begriff erklärt nicht, was wir wissen wollen: Ist Trump überhaupt fähig zu regieren? Sein Machtapparat ist diffus, ideologisch zerstritten, seine Popularität durch wirtschaftliche Fehlentscheidungen geschwächt. Und wenn man den Begriff 'Faschismus' ernst nimmt, impliziert das andersherum auch 'Antifaschismus'. Historisch bedeutete der vor allem ein
klares Programm - eine Avantgarde, die genau verstand, was Faschismus ist, und feststehende Volksfront-Parteien, die Widerstandsimpulse in Aktionspläne übersetzten. Heute ist das nicht mehr so. Deshalb müssen wir eine
neue Form von Widerstand definieren. Und das geht nur, wenn wir verstehen, was genau sich vor unseren eigenen Augen entfaltet. Abstrakte Faschismusvergleiche helfen dabei nicht." Sie würde Trumps Regierung eher als "populistischen Despotismus" bezeichnen.