Magazinrundschau - Archiv

Bloomberg Businessweek

76 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 8

Magazinrundschau vom 09.02.2021 - Bloomberg Businessweek

Die Geschichte über die Gamestop-Aktie, die eigentlich darniederlag (wer kauft noch Videospiele im Laden?) aber von kleinen Tradern hochgepusht wurde, irrlichterte auch durch deutsche Medien. Die einfache Version der Geschichte geht so, dass Hedgefonds-Manager, die gegen die Aktie gewettet hatten, Riesenverluste erlitten. Die Kleinaktionäre, die sich auf dem Reddit-Forum Wallstreetbets versammelt hatten, hatten sie reingelegt. Das war wohl auch so, schreibt Pat Regnier, aber allzu romantisch sollte man es auch nicht sehen. Profitiert hatte vor allem auch das Tradinghaus Robinhood, das von Provisionen auf Käufe und Verkäufe lebt. "Diese kleinen Gewinne summieren sich, wenn Geschäfte in Millionenhöhe getätigt werden, und je mehr Handel es gibt, desto besser ist es für diese Market Maker. Es ist ihnen eigentlich egal, ob es nach oben oder unten geht. Der Kampf um GameStop war also teilweise nur ein Kampf zwischen verschiedenen Teilen des Wall Street Establishments. Short-Seller wurden gedrückt, aber einige gigantische Hochgeschwindigkeits-Handelsfirmen hinter den Kulissen haben zweifelsohne ziemlich gut verdient, an all diesem Handeln und der Volatilität. 'Es ist nicht David gegen Goliath' schreib Alexis Goldstein in ihrem Markets Weekly Newsletter, 'es ist Goliath gegen Goliath' mit David als Feigenblatt.'"
Stichwörter: Aktien, Börsen, Gamestop

Magazinrundschau vom 22.09.2020 - Bloomberg Businessweek

Was für die Presse gilt, gilt noch mehr für die sozialen Medien. Besonders Facebook tut sich schwer damit, Lügen als Lügen zu bewerten und nicht als weitere Fakten, schreiben Sarah Frier und Kurt Wagner. Auf Mark Zuckerbergs Seite sehen sie dahinter reines geschäftliches Kalkül: Wenn Facebook nicht reguliert werden soll, verärgert man besser die Regierung nicht. Das hat Auswirkungen: "2019 stellte Facebook zum Beispiel Regeln auf, die falsche Informationen zur Stimmabgabe bei den Wahlen untersagten, aber dann erstarrte es, als Trump diese Politik tatsächlich auf die Probe stellte. Am 20. Mai behauptete der Präsident, dass Beamte in Michigan und Nevada illegal Briefwahlscheine verschickten, was nicht stimmte. Wenige Tage später, am 26. Mai, gab Trump bekannt, dass Kalifornien Wahlzettel an 'jeden' verschicke, 'der in dem Bundesstaat lebe', eine weitere Lüge. Die Postings blieben oben, und Zuckerberg kritisierte Twitter auf Fox News, weil es ähnliche Postings auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft hatte. Ein externer Prüfer kam später zu dem Schluss, dass Facebook in beiden Fällen seine eigenen Richtlinien nicht befolgt habe. Stattdessen entwickelte Zuckerberg etwas Neues - was er als 'die größte Informationskampagne zur Stimmabgabe in der Geschichte der USA' bezeichnete - einen Plan zur Registrierung von 4 Millionen Wählern. ... Aber die Links unter Trumps immer häufigeren Postings über Abstimmungen warnen die Facebook-Benutzer nicht, wenn die Informationen unwahr sind - sie werben einfach nur für ein Informationszentrum."

Magazinrundschau vom 11.08.2020 - Bloomberg Businessweek

In einem Beitrag des Magazins untersuchen Mark Bergen und Shelly Banjo, am Beispiel der Psychotherapeutin Ellen Ross, wie Techgiganten wie Google mit ihren Geschäftsmodellen kleinere Unternehmen oder Selbsständige ruinieren: "Vermarkter, die Therapie als Nebengeschäft führen, wie BetterHelp oder Talkspace mit ihren Millionen an Venturekapital, stechen Ross in Google-Auktionen aus und verweisen die Kunden nach einem Vertragsmodel vergleichbar dem Ubers an ein ganzes Netzwerk von Beratern und Coaches. Ross ist promovierte klinische Psychologin mit sechs Jahren Ausbildung, sie nimmt 250 Dollar die Stunde. Die Therapueten von BetterHelp sind lizensierte Berater, Sozialarbeiter oder Psychologen mit Master und wenigstens drei Jahren Erfahrung. Eine Sitzung dort kostet zwischen 35 und 50 Dollar … Google arbeitet mit daran, die Psychotherapie in ein Marketingspiel zu verwandeln … Während der Pandemie stieg die Zahl der Kunden, die über Stress oder Angst klagen, um das Doppelte, ebenso die selbständigen Therapeuten, die sich auf der Plattform anmeldeten, weil sie während des Lockdowns gar keine andere Wahl hatten … Die Plattformen haben noch einen Vorteil: Sie haben keine Skrupel ihre eigenen Kunden mit positiven Kommentaren oder Influencer für sich werben zu lassen. So verbessern sie ihr Google-Ranking. Viele lizensierte Therapeuten halten so eine Form des Marketings für ethisch problematisch. Man könnte argumentieren, dass der Aufstieg der Therapieplattformen eine positive Entwicklung ist, weil sie Therapie bezahlbar und leicht zugänglich machen, aber das würde BetterHelp, das vergangenes Jahr 550 Millionen Dollar verdient hat, als furchtlosen Herausforderer darstellen und die Einzelunternehmerin Ross als amtierende Etablierte."
Anzeige

Magazinrundschau vom 14.07.2020 - Bloomberg Businessweek

In der aktuellen Ausgabe des Magazins hegt Natalie Obiko Pearson einen bösen Verdacht. Brachte ein Daten-Hack aus China im Jahr 2004 Kanadas Tech-Riesen Nortel zu Fall und Huawei auf Kurs? "Keiner weiß, wer Nortel gehackt hat oder wohin genau in China die sensiblen Daten (darunter Quellcode, d. Red.) gingen. Aber Sicherheitsexperten tippen auf die chinesische Regierung, die einen bedeutenden westlichen Rivalen ausschaltete, um seinen eigenen Tech-Champs zu promoten, u.a. Huawei. Huawei behauptet, damals nichts von dem Hack gewusst zu haben, gar involviert gewesen zu sein oder Informationen von Nortel erhalten zu haben … Nicht zur Debatte steht indes, dass der Nortel-Hack mit einer Offensive bei Huawei zusammenfiel, diese war legal, aber nicht weniger zerstörerisch. Während Nortel ums Überleben kämpfte, prosperierte Huawei dank seiner einzigartigen Struktur. Es war in privater Hand, erhielt Gelder von Staatsbanken und konnte jahrelang Verluste aushalten, bevor es mit seinen Produkten Geld verdiente. Es warb erst Nortels Kundschaft ab und dann die Wissenschaftler, die ihm das 5G-Netz aufbauen halfen … 2013 berichtete die Cybersicherheitsfirma Mandiant über eine Untersuchung von Cyberattacken während der vergangenen neun Jahre auf 141 Unternehmen in den USA, Kanada und anderen englischsprachigen Ländern. Man fand heraus, dass die Daten in fast allen Fällen in einen Ortsteil von Schanghai führten, in die Nähe einer Militärbasis, auf der Spionage gegen die USA betrieben wurde. Mandiant sprach aus, was alle dachten: Chinas Regierung war unmittelbar involviert in Wirtschaftsspionage. Huawei selbst wurde immer wieder des Diebstahls geistigen Eigentums beschuldigt, am prominentesten 2003, als Cisco behauptete, Huawei habe Quellcode gestohlen. Huawei bestritt die Vorwürfe."

Magazinrundschau vom 26.05.2020 - Bloomberg Businessweek

Solche überlebensgroßen Exzentriker kommen wohl nur noch in Amerika zur Blüte. Elon Musk mag auf Twitter fast so viel Unsinn über Corona verzapfen wie sonst nur Trump - er bleibt doch ein Unternehmer, der es sogar fertigbrachte, den größten Vermögenskiller unter allen Geschäftsideen - die Raumfahrt - mit SpaceX zu einem sehr viel versprechenden Unternehmen zu machen, erzählt Ashlee Vance in einem amüsant zu lesenden Porträt des gebürtigen Südafrikaners. "Die Pandemie-Tweets machen es allerdings schwieriger zu beurteilen, was bei Musk gerade drunter und was drüber geht. Eigentlich hatten ihm gewisse Konservative jahrelang misstraut, nur weil er elektrische Autos produziert und den Klimaalarm ausruft. Aber nun, da Musk die Wiedereröffnung der Wirtschaft verlangt und mit seinen Tweets randständige rechte Anliegen unterstützt, haben sich ihm viele Rechte angeschlossen. In Texas, der Heimat von Big Oil, wo man lange versuchte, Tesla am Verkauf oder der Ladung seiner Autos zu hindern, treten sich die Politiker fast tot, um ihn und seine Werke als erste willkommen zu heißen."

Magazinrundschau vom 28.04.2020 - Bloomberg Businessweek

Für die neue Ausgabe senden Sharon Chen und Matthew Campbell ernüchternde Eindrücke in Text und Bild aus der dystopischen Post-Lockdown-Hölle von Wuhan, wo man versucht, die Balance zu finden zwischen viralem Risiko und Wirtschaftlichkeit: "Wuhans Antwort ist die Schaffung einer Version der Normalität, die Menschen in London, Mailand oder New York extrem seltsam vorkäme, zumindest noch. Während die tägliche Routine im wesentlichen zurückgekehrt ist, gibt es Restriktionen bei einer Menge von Aktivitäten, von Hausbesuchen bis Beerdigungen. Gestützt auf Chinas mächtigen Überwachungsstaat werden noch die einfachsten Interaktionen überwacht, um sicherzustellen, dass keine Infektion länger als einige Stunden unbemerkt bleibt. Ob die Menschen überhaupt wieder zu ihrem Leben, wie es einmal war, zurückkehren wollen, ist nach allem, was sie durchgemacht haben, gar nicht sicher. Einkaufszentren, Geschäfte, Restaurant sind wieder geöffnet, aber fast leer. Die U-Bahn ist still, Pkw verkaufen sich gut, auch wenn Staus drohen. Das ist immer noch besser als soziale Nähe … Ein Impfstoff dürfte erst in einem Jahr verfügbar sein, und mit der Erfahrung, wie schnell ein einzelner Erreger alles zu einem Ende bringen kann, ist nicht mal das ein Garant für eine Rückkehr zur Normalität. Wuhan war der erste Ort, der beide Seiten der Covid-19-Kurve durchlaufen hat, und wie es sich jetzt verändert oder auch nicht, sollte für uns alle von Interesse sein."

Magazinrundschau vom 21.04.2020 - Bloomberg Businessweek

Der 8,5 Milliarden Dollar schwere globale Blumenhandel, wie Zeke Faux, David Herbling und Ruben Munsterman ihn beschreiben, ist sicherlich ein Klimakiller erster Güte. Aber die Folgen, die es hätte, wenn man ihn still legte, kann man in der Coronakrise gut studieren: Tausenden Blumenhändlern droht das Aus. "Der 16. März war der 'schwärzeste Tag' bei den Auktionen, sagt Fred van Tol, International Sales Manager bei Royal FloraHolland. Die Züchter riefen ihn in Panik an. 'Das sind schwierige Telefongespräche', sagt er. 'Ihr Lebenswerk droht zu implodieren.' Die Preise für Rosen fielen an diesem Tag auf 0,07 € pro Stiel und lagen damit 70 Prozent unter dem Preis des Vorjahres. Die Händler hatten Mühe, Geschäfte abzuschließen. Auf dem Auktionsgelände Naaldwijk außerhalb Den Haags warfen die Arbeiter eine Karawane nach der anderen von eingewickelten Sträußen und eingetopften Zimmerpflanzen auf den Boden, damit kleine Traktoren sie in Müllcontainer schaufeln konnten. Das Auktionshaus konnte die Preise nur dadurch stabilisieren, dass es das Angebot auf 30 Prozent des Vorjahresniveaus begrenzte."
Stichwörter: Coronakrise

Magazinrundschau vom 10.03.2020 - Bloomberg Businessweek

Ist das nun englischer Sinn für Ironie oder fürs Geschäft? Immer mehr britische Privatschulen eröffnen Dependancen in den Golfstaaten, Kasachstan, Indien und China, berichtet Simon Akam. Die dortigen Eliten sind ganz scharf darauf, ihre Kinder altehrwürdig-aristokratisch erziehen zu lassen, besonders angesagt in den ehemaligen Kolonien sind imperiale Colleges wie Haileybury, das als East India College einst von der East India Company gegründet wurde: "John Coles, gegenwärtig Schuldirektor von Haileybury in Kasachstans Hauptstadt Almaty, erinnert sich an seine Anfänge 2001 auf dem britischen Hauptcampus, als die Sitten dort noch so streng waren, dass die Lehrer zum Frühstück den Gemeinschaftsraum nur in Anzug und Krawatte betreten durften. Sie erhielten gebügelte Ausgaben der Times of London, die sie lesen konnten, denn Unterhaltungen waren verboten. Heute sind die Regeln gelockert, die Einrichtungen umfassen mindestens ein halbes Dutzend Tennisplätze, eine Kletterwand und ein 25-Meter-Schwimmbecken. Die Einschreibegebühr hat sich entsprechend erhöht, von 27.384 Pfund im Jahr 2011 auf heute 36.144 Pfund, etwas mehr als das durchschnittliche Bruttoeinkommen britischer Arbeiter. Als die explodierenden Gebühren die Privatschulen für ihre traditionellen Milieus unerschwinglich machte, begannen sie, mehr Schüler aus Übersee zuzulassen, aber dieser Schachzug erwies sich als nicht ganz so geschickt. Zu viele ausländische Schüler schwächte das Harry-Potteresque Flair, das die Schulen überhaupt erst attraktiv gemacht hatte. 'Die wollen nicht so viele internationale, die wollen britische Schüler', sagt Lorna Clayton, deren Firma Academic Families ausländische Schüler in britischen Schulen platziert. Deshalb erfanden die Schulen ihre Franchise-Unternehmen, die Geld einbringen und die Tradition verbreiten, ohne das Originalprodukt zu verändern."

Magazinrundschau vom 28.01.2020 - Bloomberg Businessweek

In der neuen Ausgabe des Magazins berichtet Dana Hull von der Anti-Tesla-Front, die versucht, Elon Musk mit allen Mitteln als Betrüger zu überführen: Zum Beispiel Randeep Hothi, ein Doktorand für asiatische Sprachen und Kulturen an der University of Michigan, der findet, es werde zu viel Wirbel gemacht um Leute wie Steve Jobs, Elon Musk, Donald Trump oder Barack Obama. "Seit einigen Jahren verbringt er seine Freizeit mit der Vorstellung, dass Musk nicht der erfolgreiche Technologie-Pionier ist, für den man ihn hält. Für Hothi ist er ein Schwindler, 'der Jar Jar Binks der Technik' oder 'ein Zwitter aus Elizabeth Holmes und Donald Trump'. Hothi hat Musk schon wegen angeblicher Gewichtszunahme verspottet ('Stillt Elon?'), er hat behauptet, Musk profitiert von der Apartheid in seiner Heimat Südafrika ('Hat dein Vater dir nicht die Schule für Weiße mit Geld aus seiner Smaragdmine finanziert?') und prophezeite Musks Inhaftierung ('Da wirst du mehr Zeit zum Lesen haben'). Das Gift trifft meistens Tesla, nicht Musks andere Unternehmen, wie das Space-, das Hirnimplantations-Projekt oder seine Tunnelbaufirma … Hothi ist Teil einer Konterrevolution, einer informellen, aber obsessiven Gruppe aus Steuerberatern, Anwälten, Hedgefonds-Managern, Ex-Tesla-Mitarbeitern und Leuten, die es einfach lieben zu trollen. Seit Jahren posten sie negative Meldungen, erkunden das Ausscheiden von Mitarbeitern, Gerichtsverfahren, Kundenreklamationen und Unfälle, werfen Tesla finanzielle Tricksereien vor und prophezeien der Firma ein baldiges Ende." Viele haben auch an den Börsen gegen Musk gewettet, das sieht allerdings im Moment wie ein Fehler aus: "Der Kurs der Tesla-Aktie hat sich seit Oktober mehr als verdoppelt, dank eines überraschenden Quartalsgewinns, der Ankündigung von Rekordlieferungen im Januar und der Aufnahme der Produktion in China."

Magazinrundschau vom 14.01.2020 - Bloomberg Businessweek

Die katholische Kirche ist vielleicht ein Herzchen! Kaum geht's ums Bußetun, stellt sie sich pleite. In vielen amerikanischen Bundesstaaten sind nach wie vor Hunderte von Klagen wegen sexuellen Missbrauchs anhängig. Klagen sind durch neue Gesetze in vielen Bundesstaaten auch nach längeren Fristen möglich als bisher. Und die Kirche greift zu einem Trick, zu dem Josh Saul für die Bloomberg Businessweek recherchiert hat: Man macht sich arm. Diozesen übertragen Vermögenswerte an Gemeinden, verkleinern ihr Vermögen, erklären Insolvenz und haben dann nur mehr eine geringere Summe übrig, um die Opfer zu entschädigen. "Wie manche Millionäre der Fortune-500-Liste und jüngst die Sacklers - jene Familie, der der OxyContin-Hersteller Purdue gehört - sehen die Kirchenoberen die Insolvenz als eine attraktive Lösung, denn sie bietet einen kontrollierten Weg, um eine große Zahl von Klagen beizulegen, während man so viele Vermögenswerte wie möglich behält. Ein anderer Vorteil ist die Geheimhaltung. Klagen und Prozesse führen zu Zeugenaussagen und Öffentlichkeit. Die Insolvenz ermöglicht eine weitaus ruhigere kollektive Einigung, die anhängige Klagen beendet und neue verhindert." Denn ja, alle, die nicht rechtzeitig klagen, so Paul, haben später das Nachsehen. Nach einer solchen massenhaften Einigung ist keine Klage mehr möglich.