Magazinrundschau - Archiv

Bloomberg Businessweek

72 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 8

Magazinrundschau vom 26.05.2020 - Bloomberg Businessweek

Solche überlebensgroßen Exzentriker kommen wohl nur noch in Amerika zur Blüte. Elon Musk mag auf Twitter fast so viel Unsinn über Corona verzapfen wie sonst nur Trump - er bleibt doch ein Unternehmer, der es sogar fertigbrachte, den größten Vermögenskiller unter allen Geschäftsideen - die Raumfahrt - mit SpaceX zu einem sehr viel versprechenden Unternehmen zu machen, erzählt Ashlee Vance in einem amüsant zu lesenden Porträt des gebürtigen Südafrikaners. "Die Pandemie-Tweets machen es allerdings schwieriger zu beurteilen, was bei Musk gerade drunter und was drüber geht. Eigentlich hatten ihm gewisse Konservative jahrelang misstraut, nur weil er elektrische Autos produziert und den Klimaalarm ausruft. Aber nun, da Musk die Wiedereröffnung der Wirtschaft verlangt und mit seinen Tweets randständige rechte Anliegen unterstützt, haben sich ihm viele Rechte angeschlossen. In Texas, der Heimat von Big Oil, wo man lange versuchte, Tesla am Verkauf oder der Ladung seiner Autos zu hindern, treten sich die Politiker fast tot, um ihn und seine Werke als erste willkommen zu heißen."

Magazinrundschau vom 28.04.2020 - Bloomberg Businessweek

Für die neue Ausgabe senden Sharon Chen und Matthew Campbell ernüchternde Eindrücke in Text und Bild aus der dystopischen Post-Lockdown-Hölle von Wuhan, wo man versucht, die Balance zu finden zwischen viralem Risiko und Wirtschaftlichkeit: "Wuhans Antwort ist die Schaffung einer Version der Normalität, die Menschen in London, Mailand oder New York extrem seltsam vorkäme, zumindest noch. Während die tägliche Routine im wesentlichen zurückgekehrt ist, gibt es Restriktionen bei einer Menge von Aktivitäten, von Hausbesuchen bis Beerdigungen. Gestützt auf Chinas mächtigen Überwachungsstaat werden noch die einfachsten Interaktionen überwacht, um sicherzustellen, dass keine Infektion länger als einige Stunden unbemerkt bleibt. Ob die Menschen überhaupt wieder zu ihrem Leben, wie es einmal war, zurückkehren wollen, ist nach allem, was sie durchgemacht haben, gar nicht sicher. Einkaufszentren, Geschäfte, Restaurant sind wieder geöffnet, aber fast leer. Die U-Bahn ist still, Pkw verkaufen sich gut, auch wenn Staus drohen. Das ist immer noch besser als soziale Nähe … Ein Impfstoff dürfte erst in einem Jahr verfügbar sein, und mit der Erfahrung, wie schnell ein einzelner Erreger alles zu einem Ende bringen kann, ist nicht mal das ein Garant für eine Rückkehr zur Normalität. Wuhan war der erste Ort, der beide Seiten der Covid-19-Kurve durchlaufen hat, und wie es sich jetzt verändert oder auch nicht, sollte für uns alle von Interesse sein."

Magazinrundschau vom 21.04.2020 - Bloomberg Businessweek

Der 8,5 Milliarden Dollar schwere globale Blumenhandel, wie Zeke Faux, David Herbling und Ruben Munsterman ihn beschreiben, ist sicherlich ein Klimakiller erster Güte. Aber die Folgen, die es hätte, wenn man ihn still legte, kann man in der Coronakrise gut studieren: Tausenden Blumenhändlern droht das Aus. "Der 16. März war der 'schwärzeste Tag' bei den Auktionen, sagt Fred van Tol, International Sales Manager bei Royal FloraHolland. Die Züchter riefen ihn in Panik an. 'Das sind schwierige Telefongespräche', sagt er. 'Ihr Lebenswerk droht zu implodieren.' Die Preise für Rosen fielen an diesem Tag auf 0,07 € pro Stiel und lagen damit 70 Prozent unter dem Preis des Vorjahres. Die Händler hatten Mühe, Geschäfte abzuschließen. Auf dem Auktionsgelände Naaldwijk außerhalb Den Haags warfen die Arbeiter eine Karawane nach der anderen von eingewickelten Sträußen und eingetopften Zimmerpflanzen auf den Boden, damit kleine Traktoren sie in Müllcontainer schaufeln konnten. Das Auktionshaus konnte die Preise nur dadurch stabilisieren, dass es das Angebot auf 30 Prozent des Vorjahresniveaus begrenzte."
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Stichwörter: Coronakrise

Magazinrundschau vom 10.03.2020 - Bloomberg Businessweek

Ist das nun englischer Sinn für Ironie oder fürs Geschäft? Immer mehr britische Privatschulen eröffnen Dependancen in den Golfstaaten, Kasachstan, Indien und China, berichtet Simon Akam. Die dortigen Eliten sind ganz scharf darauf, ihre Kinder altehrwürdig-aristokratisch erziehen zu lassen, besonders angesagt in den ehemaligen Kolonien sind imperiale Colleges wie Haileybury, das als East India College einst von der East India Company gegründet wurde: "John Coles, gegenwärtig Schuldirektor von Haileybury in Kasachstans Hauptstadt Almaty, erinnert sich an seine Anfänge 2001 auf dem britischen Hauptcampus, als die Sitten dort noch so streng waren, dass die Lehrer zum Frühstück den Gemeinschaftsraum nur in Anzug und Krawatte betreten durften. Sie erhielten gebügelte Ausgaben der Times of London, die sie lesen konnten, denn Unterhaltungen waren verboten. Heute sind die Regeln gelockert, die Einrichtungen umfassen mindestens ein halbes Dutzend Tennisplätze, eine Kletterwand und ein 25-Meter-Schwimmbecken. Die Einschreibegebühr hat sich entsprechend erhöht, von 27.384 Pfund im Jahr 2011 auf heute 36.144 Pfund, etwas mehr als das durchschnittliche Bruttoeinkommen britischer Arbeiter. Als die explodierenden Gebühren die Privatschulen für ihre traditionellen Milieus unerschwinglich machte, begannen sie, mehr Schüler aus Übersee zuzulassen, aber dieser Schachzug erwies sich als nicht ganz so geschickt. Zu viele ausländische Schüler schwächte das Harry-Potteresque Flair, das die Schulen überhaupt erst attraktiv gemacht hatte. 'Die wollen nicht so viele internationale, die wollen britische Schüler', sagt Lorna Clayton, deren Firma Academic Families ausländische Schüler in britischen Schulen platziert. Deshalb erfanden die Schulen ihre Franchise-Unternehmen, die Geld einbringen und die Tradition verbreiten, ohne das Originalprodukt zu verändern."

Magazinrundschau vom 28.01.2020 - Bloomberg Businessweek

In der neuen Ausgabe des Magazins berichtet Dana Hull von der Anti-Tesla-Front, die versucht, Elon Musk mit allen Mitteln als Betrüger zu überführen: Zum Beispiel Randeep Hothi, ein Doktorand für asiatische Sprachen und Kulturen an der University of Michigan, der findet, es werde zu viel Wirbel gemacht um Leute wie Steve Jobs, Elon Musk, Donald Trump oder Barack Obama. "Seit einigen Jahren verbringt er seine Freizeit mit der Vorstellung, dass Musk nicht der erfolgreiche Technologie-Pionier ist, für den man ihn hält. Für Hothi ist er ein Schwindler, 'der Jar Jar Binks der Technik' oder 'ein Zwitter aus Elizabeth Holmes und Donald Trump'. Hothi hat Musk schon wegen angeblicher Gewichtszunahme verspottet ('Stillt Elon?'), er hat behauptet, Musk profitiert von der Apartheid in seiner Heimat Südafrika ('Hat dein Vater dir nicht die Schule für Weiße mit Geld aus seiner Smaragdmine finanziert?') und prophezeite Musks Inhaftierung ('Da wirst du mehr Zeit zum Lesen haben'). Das Gift trifft meistens Tesla, nicht Musks andere Unternehmen, wie das Space-, das Hirnimplantations-Projekt oder seine Tunnelbaufirma … Hothi ist Teil einer Konterrevolution, einer informellen, aber obsessiven Gruppe aus Steuerberatern, Anwälten, Hedgefonds-Managern, Ex-Tesla-Mitarbeitern und Leuten, die es einfach lieben zu trollen. Seit Jahren posten sie negative Meldungen, erkunden das Ausscheiden von Mitarbeitern, Gerichtsverfahren, Kundenreklamationen und Unfälle, werfen Tesla finanzielle Tricksereien vor und prophezeien der Firma ein baldiges Ende." Viele haben auch an den Börsen gegen Musk gewettet, das sieht allerdings im Moment wie ein Fehler aus: "Der Kurs der Tesla-Aktie hat sich seit Oktober mehr als verdoppelt, dank eines überraschenden Quartalsgewinns, der Ankündigung von Rekordlieferungen im Januar und der Aufnahme der Produktion in China."

Magazinrundschau vom 14.01.2020 - Bloomberg Businessweek

Die katholische Kirche ist vielleicht ein Herzchen! Kaum geht's ums Bußetun, stellt sie sich pleite. In vielen amerikanischen Bundesstaaten sind nach wie vor Hunderte von Klagen wegen sexuellen Missbrauchs anhängig. Klagen sind durch neue Gesetze in vielen Bundesstaaten auch nach längeren Fristen möglich als bisher. Und die Kirche greift zu einem Trick, zu dem Josh Saul für die Bloomberg Businessweek recherchiert hat: Man macht sich arm. Diozesen übertragen Vermögenswerte an Gemeinden, verkleinern ihr Vermögen, erklären Insolvenz und haben dann nur mehr eine geringere Summe übrig, um die Opfer zu entschädigen. "Wie manche Millionäre der Fortune-500-Liste und jüngst die Sacklers - jene Familie, der der OxyContin-Hersteller Purdue gehört - sehen die Kirchenoberen die Insolvenz als eine attraktive Lösung, denn sie bietet einen kontrollierten Weg, um eine große Zahl von Klagen beizulegen, während man so viele Vermögenswerte wie möglich behält. Ein anderer Vorteil ist die Geheimhaltung. Klagen und Prozesse führen zu Zeugenaussagen und Öffentlichkeit. Die Insolvenz ermöglicht eine weitaus ruhigere kollektive Einigung, die anhängige Klagen beendet und neue verhindert." Denn ja, alle, die nicht rechtzeitig klagen, so Paul, haben später das Nachsehen. Nach einer solchen massenhaften Einigung ist keine Klage mehr möglich.

Magazinrundschau vom 17.12.2019 - Bloomberg Businessweek

Monte Reel stürzt sich für eine Reportage in den Markt für Vanilleschoten in Madagaskar und lernt dabei einiges über den globalen Kapitalismus. "Die regionalen Märkte folgen einem etablierten Protokoll, erklärten die Männer. Nach dem Wiegen der Schoten versammeln sich die Bauern, überlegen sich einen Preis pro Kilo und schreiben diese Zahl auf die Tafel. Die Käufer starren eine Weile auf die Zahl, dann kauern sie sich zusammen. Sie löschen den Preis der Bauern aus und schreiben ein Gegenangebot. Dieses Hin und Her wird wiederholt, bis die Zahlen übereinstimmen. Wenn das passiert, teilen die Käufer die Schoten auf. Der Prozess kann einen Tag oder eine Woche dauern. ... Dieser besondere Verkauf war von keinem ungewöhnlichen Ereignis gezeichnet. Aber es gab viele unerwartete Intrigen und Täuschungen. Das Geschäft ist grausam, menschlich, komisch, tragisch, genial und absolut verrückt, oft alles zur gleichen Zeit. Während wir versuchten das Drama zu entwirren, begannen wir zu begreifen, dass unser ursprüngliches Ziel, den Vanillehandel zu verstehen, zweitrangig war. Wichtiger schien es, dieses ganze Geschäft einfach in einer bestimmten Weise zu beobachten: mit einer nachhaltigen Wertschätzung dafür, wie unglaublich wild der Welthandel auf seiner elementarsten Ebene tatsächlich ist."

In den letzten fünf Jahren haben sich ein Viertel der Amerikaner Sprachassistenten wie Alexa, Echo, Google Home oder Apple HomePod zugelegt. Seitdem sitzen Tausende Mitarbeiter der Techfirmen irgendwo zu Hause oder in "Übersetzungsfarmen" und transkribieren die mitgehörten Passagen, berichten Austin Carr, Matt Day, Sarah Frier und Mark Gurman in einem Artikel des Magazins. Angeblich geschieht dies, um das Angebot zu verbessern. "Die Frage ist, was dann? Diese Maschinen erstellen zwar keine Audiodateien von jedem Wort, dass Sie sagen - Technologiefirmen behaupten, ihre intelligenten Lautsprecher würden Audio nur dann aufnehmen, wenn Benutzer sie aktivieren - aber sie nutzen ständig aktive Mikrofone in Küchen und Schlafzimmern, die Geräusche aufnehmen können, die Benutzer nie teilen wollten. 'Mikrofone zu haben, die die ganze Zeit zuhören, ist beunruhigend. Wir haben festgestellt, dass die Benutzer dieser Geräte ihre Augen schließen und darauf vertrauen, dass Unternehmen mit ihren aufgezeichneten Daten nichts Schlechtes tun werden', sagt Florian Schaub, Professor an der University of Michigan, der das menschliche Verhalten rund um die Sprachsteuerung untersucht. 'Es gibt diese schleichende Erosion der Privatsphäre, die immer weitergeht. Die Leute wissen nicht, wie sie sich selbst schützen können.'" Oder wohl eher: Sie sehen die Notwendigkeit dafür nicht.

Magazinrundschau vom 26.11.2019 - Bloomberg Businessweek

Für Fake News und Hetze wird gern den großen Internetfirmen die Schuld zugeschoben. Die nehmen die Anzeigendollar gerne, klar. Sehr viel seltener spricht man über die, die diese Anzeigen schalten. Als herauskam, dass Donald Trump die Ukraine unter Druck gesetzt hatte, Korruptionsuntersuchungen gegen eine Firma einzuleiten, an der der Sohn seines politischen Konkurrenten Joe Biden Anteile hatte, schalteten Trumps Wiederwahl-Kommittee und das Republican National Committee für Millionen Dollar Anzeigen im Netz, die Trump als das eigentliche Opfer darstellen, berichtet Joshua Green. Strategin Tara McGowan hat für die Demokraten eine nicht ganz unheikle Antwort gefunden, erzählt Green weiter: "'Weil die Lokalzeitungen sterben, sehen wir, dass das bürgerschaftliche Engagement und die Beteiligung abnehmen', sagt McGowan. 'Es ist alles miteinander verbunden. Du kannst keine informierte Wählerschaft aufbauen, auf die du dich bei der Abstimmung verlassen kannst, wenn diese keine vernünftigen Informationen bekommen. Inmitten all dieser gefälschten Nachrichten erreichen wir die Menschen einfach nicht mehr mit den Fakten.' Als Reaktion darauf führt McGowan das vielleicht kühnste Projekt in diesem Wahlzyklus an: Sie sammelte 25 Millionen Dollar von einer Vielzahl wohlhabender Liberaler, um ein gewinnorientiertes Medienunternehmen, Courier Newsroom, zu gründen, das bereits damit begonnen hat, digitale Zeitungen mit lokalen Reportern und Redakteuren in sechs Schlüsselstaaten auszurollen - Arizona, Michigan, North Carolina, Pennsylvania, Virginia und Wisconsin. Sie sollen die Nachrichtenwüsten füllen, die Fakten liefern, die für Demokraten günstig sind und von denen sie denkt, dass sie fehlen, und Verdrehungen durch die Rechten entgegenwirken. Zwar basieren die Artikel, die sie veröffentlicht, auf Tatsachen, aber die Leser werden nicht darüber informiert, dass es sich bei den Publikationen nicht wirklich um traditionelle lokale Zeitungen handelt, sondern um politische Instrumente, die entworfen sind, um Stimmung für die Demokraten zu machen."

Außerdem: Joshua Brustein und Mark Bergen schicken eine Reportage über den Streit bei Google, ob man für das Militär arbeiten soll oder nicht.

Magazinrundschau vom 01.10.2019 - Bloomberg Businessweek

Ein interessanter Beitrag des aktuellen Magazins führt Matthew Campbell und Terrence Edwards in die Mongolei zu Staatspräsident Chaltmaagiin Battulga, der sein Land in Richtung Norwegen führen will, sich dabei aber eng an Russland anschmiegt: "Obgleich die Mongolen zweifellos vom Kapitalismus profitiert haben - das Bruttoinlandsprodukt hat sich seit 1994 verzehnfacht - zeigen Umfragen, dass viele frustriert sind. Sie glauben, der Mineralreichtum ihres Landes wird von anderen ausgebeutet [die größte Kupfermine der Welt, die in der Mongolei liegt, gehört zu 66 Prozent dem britisch-australischen Multi Rio Tinto, der Rest gehört dem mongolischen Staat], eine Vermutung, die eine Wut auf das Establishment auslöste und den populistischen Geschäftsmann Battulga 2017 an die Macht brachte. Unter ihm hat sich die Mongolei gewandelt. Battulga sympathisiert mit Putin, und er hat ein Gesetz erlassen, das es ihm erlaubt, Richter zu feuern, und das er prompt angewandt hat, angeblich, um Korruption zu bekämpfen und die Demokratie zu stärken … Einige von Battulgas Neigungen machen mongolischen Liberalen und ausländischen Beobachtern Sorgen, allen voran seine Verbindung zu Putin. Wirtschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Nationen waren seit dem Kalten Krieg eher begrenzt, zwischen Ulan Bator und Moskau liegen fünf Zeitzonen, und russische Unternehmen waren bisher in der Mongolei viel weniger aktiv als die Chinesen. In seinen zwei Amtsjahren hat Battulga versucht, das zu ändern. Er hat Putin mit allen Ehren empfangen und ist mit einer großen Delegation zum 75. Jahrestag des sowjetischen Siegs im Zweiten Weltkrieg nach Moskau gereist. Die Frage, ob er Moskau Avancen mache, beantwortet Battulga mit Hinweis auf die sowohl pragmatischen als auch emotionalen Beziehungen zwischen beiden Ländern. 'Wir sind beim Öl und bei der Elektrizität fast völlig abhängig von Russland, also sollten wir eng kooperieren', sagt er. Darüber hinaus existiert eine Zuneigung für Russland unter Mongolen aus Battulgas Generation. Eine gute Ausbildung bedeutete für sie immer, in der Sowjetunion zu studieren. Für Battulga steht fest: 'Die Mongolei und Russland sind eng miteinander verbunden.'"

Magazinrundschau vom 20.08.2019 - Bloomberg Businessweek

Im östlichen Montana gibt es nur noch eine einzige Psychiaterin, berichtet Monte Reel, die Verzweiflung im Bundestaat mit der höchsten Selbstmordrate der USA ist inzwischen aber auch so groß geworden, dass kaum ein Arzt die Arbeit aushalten kann: "In ganz Amerika ist die geistige Gesundheit ein Bereich von großem Ungleichgewicht. Die Nachfrage nach psychiatrischen Diensten war niemals höher als heute, doch die Zahl der Anbieter fällt seit den sechziger Jahren. Psychiater werden schlechter bezahlt als andere Ärzte, von den Versicherungen bekommen sie für gleiche Dienste weniger erstattet und sie müssen mehr mentale Belastungen aushalten als die meisten praktizierende Mediziner. In den vergangenen fünf Jahren gab es einen leichten Anstieg in der Zahl psychiatrischer Unterbringungen, aber es verlassen mehr Psychiater die Profession als hinzukommen, und der Association of American Medical Colleges zufolge sind sechzig Prozent über 55 Jahre alt. Die Zuspitzung kommt zu einer schrecklichen Zeit. Selbstmorde nehmen dramatisch zu. Seit 1999 sind die Zahlen landesweit um 33 Prozent angestiegen, besonders stark in den ländlichen Regionen - 53 Prozent verglichen mit 15 Prozent in den Städten. Auf dem Land ist die Wahrscheinlichkeit doppelt so große, dass ein Amerikaner sich das Leben nimmt als in der Stadt, und die Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, nehmen weiter zu. In den vergangenen Jahren sind die Einkommen der Bauern gesunken, die Schulden sind auf ein Niveau gestiegen, wie seit der großen Landwirtschaftskrise in den Achtzigern nicht mehr. Doch in zwei Drittel aller Counties in den USA gibt es keinen Psychiater, in der Hälfte keinen Psychotherapeuten."