
Das
Nein zur EU-Verfassung, ausgesprochen durch die Referenden in Frankreich und den Niederlanden, ist Hauptthema dieser Ausgabe.
Und wem haben wir das zu verdanken,
fragt der Economist verschmitzt.
Dem perfiden Albion! Man könne nicht anders als feststellen, dass mit dem Scheitern der EU-Verfassung die
strategischen Bemühungen Großbritanniens der letzten zwanzig Jahre in Erfüllung gegangen sind. Doch wie genau lautet diese Strategie? "Eine grundsätzliche Regel des europäischen Spiels besteht darin, dass jede Seite ihre jeweilige Politik immer mit Bezug auf
hehre Ideale begründen muss. Daher wird man die reinste Form der britischen Europa-Strategie nicht in einem offiziellen Dokument formuliert finden (Pathos ziemt sich nicht), sondern in einer
alten Fernsehserie, 'Yes, Minister', die Lieblingsserie der damals regierenden Margaret Thatcher. In einer Folge aus dem Jahr 1980, erklärt der katzenhafte Staatsbeamte Sir Humphrey seinem fassungslosen Minister: 'Seit mindestens 500 Jahren verfolgt Großbritannien dasselbe außenpolitische Ziel: ein
gespaltenes Europa zu schaffen.' Und der Schlüssel dazu, fügt er hinzu, ist die
Erweiterung des europäischen Clubs: 'Je mehr Mitglieder es gibt, desto mehr Streit wird dies schüren, und desto nutzloser und machtloser wird das Ganze.' Jede Ähnlichkeit zwischen einer 25 Jahre alten Comedy-Show und dem wirklichen Leben ist, natürlich, völlig zufällig."
Weiterhin
tadelt der Economist die
USA für ihr blindes
Frohlocken über das Scheitern der EU-Verfassung. Darüber hinaus
bewertet er das französische Nein in erster Linie als
Absage an Chirac. Demnach hätte dieser, in gaullistischer Tradition, seinen Hut nehmen müssen.
Außerdem zu lesen: "Fantastic", Laurence Leamers
Biografie von Arnold Schwarzenegger, hat dem Economist gut
gefallen, doch vermisst er Hinweise darauf, wie der Gouverneur von Kalifornien
politisch tickt. Im
Nachruf würdigt der Economist den verstorbenen Filmproduzenten
Ismail Merchant als einzigartige Mischung aus künstlerischem Geschmack, Disziplin und unternehmerischem Scharfsinn. Weiter
berichtet der Economist, dass auch der notorisch
gemäßigte Islam Malaysiens für Konflikte sorgt. Und schließlich Erstaunliches aus der Wissenschaft: Mag sein,
so der Economist, dass Liebe durch den Magen geht, aber
Vertrauen geht durch die Nase. Und es scheint einen evolutionsbedingten Zusammenhang zwischen der überdurchschnittlichen
Intelligenz der aschkenasischen Juden und ihren typischen erblichen Krankheiten zu geben, so die provokante
These des wissenschaftlichen Ikonoklasten
Gregory Cochran.