
Wenn Soldaten nicht kämpfen, müssen sie
unterhalten werden. Das hat das
Pentagon dazu veranlasst, mit der nationalen Kunststiftung
National Endowment for the Arts (NEA) zusammenzuarbeiten,
berichtet der
Economist amüsiert. Frucht dieser Zusammenarbeit sei eine Theatertruppe, die durch die in den USA gelegenen Armee-Stützpunkte toure und den Soldaten jetzt statt langbeiniger, gesinnungs-stärkender Blondinen
Shakespeares "Macbeth" biete - zur Aktivierung des
"Braveheart-Effekts". Dass bei Shakespeare aus Machtgier gemordet wird und am Ende so ziemlich jeder über die Klinge gesprungen ist, will Dana Gioia, Leiter des NEA, jedoch nicht als politische Andeutung verstanden wissen: "Es ist bloß
ein kurzes, bekanntes Stück ohne viel Bühnenbild und mit kleiner (und schnell abnehmender) Besetzung. Darüber hinaus, fügt er hinzu, ist es ein
Stück über Soldaten. Nun ja, klar, in der Tat kommen gelegentlich welche vor,
manchmal als Bäume."
Wären die Taten von
Beslan im Krieg begangen worden, sie müssten als Kriegsverbrechen gelten. Doch Wladimir Putins Versuch, aus dem 3. September einen
russischen 11. September zu machen, verschleiert nicht nur die Tatsache, dass die Tschetschenien-Krise eine inner-russische Angelegenheit ist, er könnte sich sogar als
gefährlich herausstellen, lesen wir im
Aufmacher.
Weitere Artikel:
Fred Bergsten (Direktor des
Institute for International Economics),
erklärt die
fünf Hauptrisiken, die die
Weltwirtschaft bedrohen: Drei davon gehen auf die Rechnung der
USA. Trotz des bisherigen Kopf-An-Kopf-Rennens der beiden amerikanische Präsidentschaftskandidaten,
so der Economist, könnte der
eindeutige Sieger neuen Umfragen zufolge
George Bush sein.
Begrüßt wird die Initiative einiger renommierter
humanmedizinischer Fachzeitschriften, nur noch über offiziell bekanntgegebene
klinische Versuche zu berichten (sehr zum Ärger der Pharmaindustrie).
"Als die Behörden endlich damit aufgehört hatten, sich darüber zu sorgen, ob
Napoleon oder
Bismarck oder der
Kaiser oder
Hitler seine Armee geradewegs hindurchschicken könnte, fingen sie an, sich über die
Ausgaben aufzuregen." Wenn es einem zu verdanken ist, dass der
Eurotunnel dennoch gebaut wurde, dann ihm, so der Economist in seinem
Nachruf auf
Alastair Morton. Als wahres Geschenk an den Dichter
lobt der Economist
Edwin Williamsons Biografie von
Jose Luis Borges ("Borges: A Life",
Leseprobe). Da Williamson ausschließlich auf Borges' Schriften und Werke zurückgreife, um
den "inneren" Dichter zu beschreiben, will es scheinen, Borges selbst habe seine eigene Autobiografie geschrieben - sozusagen aus dem Jenseits.