
Schon immer war die
EU ein Gebilde, bei dem viel auf dem Spiel stand. Jetzt, nach der ersten Stufe der Osterweiterung und der Diskussion um die EU-Verfassung, so Gideon Rachmann in der
Einleitung eines umfassenden
Dossiers zur EU, müsse man auch auf das Schlimmste gefasst sein: eine
Spaltung. Dabei nimmt er schon das Ergebnis der Bestandsaufnahme vorweg: "Die EU könnte sich in der Tat spalten. Aber eine Spaltung muss keine Katastrophe sein. Sie könnte zu einer
vielschichtigen EU führen, in der verschiedene Länder sich für verschiedene Ebenen der politischen Integration entscheiden und verschiedene Wirtschaftsmodelle praktizieren. Würde die EU als
übergreifende Struktur beibehalten, könnte sie sogar von einer solchen Verschiedenheit profitieren. Doch es gibt da auch noch eine dunklere, wenn auch weniger wahrscheinliche Möglichkeit. Eine Spaltung in der EU könnte ein wiederholtes
Auseinanderbrechen Europas in rivalisierende Machtblöcke zur Folge haben. Und dann wäre genau das bedroht, was allgemein als Kern-Errungenschaft der Union betrachtet wird:
Frieden in Europa."
Sehr erheiternd ist der
Nachruf auf den
Punkrocker Johnny Ramone von den Ramones. Goldrichtig findet der
Economist die Einstellung dieser Band, die - trotz Punk - so
professionell war, dass sie es sogar überlebte, als Johnny seinem Bandkollegen Joey die Freundin ausspannte. Und behauptet, dass sie spielen können, hätten sie nie: "Als
Joe Strummer, der Leadsänger von The Clash, auf die Ramones zukam, nachdem er sie 1976 spielen sah, machte er sich darüber Sorgen, ob seine eigene Band musikalisch nicht noch zu grobschlächtig sei, um aufzutreten. "
Machst du Witze?, antwortete Johnny. Wir sind lausig, und wir können nicht spielen. Wenn du wartest, bis du spielen kannst, bist du zu alt, um da oben zu stehen.
Wir sind scheiße, echt. Aber es ist geil."
Weitere Artikel: Ziemlich enttäuscht
ist der Economist von
Kitty Kelleys Biografie des Bush-Clans "The Family: The Real Story of the Bush Dynasty", wahrscheinlich weil ihr Talent eher darin liegt,
Ikonen ans Bein zu pinkeln. Wo es aber keine Ikonen gibt? Und schließlich ein strategischer
Wahlkampagnen-Tipp: Um doch noch US-Präsident zu werden,
so der Economist, sollte
John Kerry gnadenlos auf
George Bushs offensichtlicher Inkompetenz herumreiten.
Leider nur in der Printausgabe zu lesen: der
Streit um das türkische Strafrecht und warum es schlecht steht für "das
akzeptable Gesicht der Pornografie", die britische
Erotic Review.