
Olivier Tesquet
traf in Rio de Janeiro
Glenn Greenwald, jenen Journalisten, dem Edward Snowden sein Material überließ und der mit seinen Veröffentlichungen im
Guardian die Lawine um den
NSA-Abhörskandal auslöste. Greenwald, der heute aus Vorsicht und Neigung in Brasilien lebt, denkt gar nicht daran aufzugeben und ist fest entschlossen, das gesamte Material zu veröffentlichen. Der Interviewer fragt leider nicht, was Greenwald über die
Abhörmethoden Frankreichs und dessen Zusammenarbeit mit den Five Eyes weiß. Stattdessen befragt er ihn zu seinem jetzigen Leben und den Hintergründen des Scoops: "Journalisten betrachten meine Scoops wie eine
Währung, deshalb werde ich immer wichtiger in ihrer Welt. Aber sie haben mir keine neuen Freunde eingebracht. Journalisten in Washington D.C. sind totale Feiglinge. Sie sitzen rum und sagen, wie gefährlich Leaks sind.
Bob Woodward wurde zu einem der reichsten - wenn nicht dem reichsten - Journalisten der Welt, indem er Bücher verkaufte, die alle möglichen Geheiminformationen enthielten. Aber niemand hatte etwas dagegen einzuwenden, weil seine Quellen hohe Regierungsbeamte sind und sie amerikanische Interessen vertreten. Leaks werden also
nicht grundsätzlich als schlecht angesehen, sondern nur die Leaks, die die Regierung unterminieren."