
Mit wesentlich mehr Sympathie als sein Kollege von der
New York Times Book Review (
hier)
bespricht Paul Quinn das siebenbändige Monsterwerk
William T. Vollmanns "Rising Up and Rising Down" über
Gewalt. Geradezu hymnisch preist er Vollmanns Bestreben "'Gutes zu tun' und uns 'moralisch Handelnden' eine praktische Hilfe in dieser
blutigen, moralisch zerrissenen Welt zu sein". Vollmann ist offenbar der Ansicht, dass wir nur unter einem "
zeitweiligen Zwang aufgehört haben, uns
gegenseitig zu essen", und so ähneln seine Beschreibungen von dieser Welt einer "Ballardische Ausstellung von Gräueltaten", schaudert Quinn (was eine "Ballardian atrocity exhibition" ist,
zeigen diese Seiten): "Japanische
Samurais, die ihre neuen Klingen am
erstbesten Passanten erproben, der ihren Weg kreuzt;
Comte de Charolais, der aus purer Freude daran, sein Ziel zu treffen, Arbeiter vom Dach seines Häuser aus erschießt; das Beispiel der
Iks, ein von
Colin Turnbull beobachtetes Bergvolk, deren gesamtes Leben zur Hobbes'schen Idee des Naturzustands als Kriegszustand verkümmerte, in dem Ehemänner von den Frauen stehlen und
Mütter lachen, wenn sich Kinder die Hände an Herdflammen verbrennen... Könnte dies, sorgt sich Vollmann, eher als Rousseaus Tahiti, den
Naturzustand des Menschen ausmachen?"
Weiteres: Marjorie Perloff
rühmt D. H. Lawrences (mehr
hier)
"Studies in Classic American Literature" und legt den Universitäten nahe,
"The Norton Anthology of American Literature" durch Lawrences Essays zu ersetzten. Dann nämlich würden ihre Studenten nicht nur umgehend aufhören, angesichts der
obligatorischen Klassikerlektüren zu
"gähnen", sondern auch lernen, "dass Schriftsteller weder notwendig noch auch nur wahrscheinlich
'nette' Menschen mit den 'richtigen' Ideen über Sex, Religion und Politik sind ..."
Besprochen werden außerdem der
Erzählband "The Lemon Table" von
Julian Barnes (der "fesche Clown" der britischen Literatur, wie Robert MacFarlane spöttelt),
James Sharpe's Biografie des Straßenräubers
"Dick Turpin" und
Richard Haymanns Studie "Trees, Woodland and Western Civilisation".