Magazinrundschau - Archiv

The Times Literary Supplement

327 Presseschau-Absätze - Seite 24 von 33

Magazinrundschau vom 10.05.2004 - Times Literary Supplement

"Die Frage 'Warum gibt es eher etwas als nichts' provozierte schon Sidney Morgenbesser zu der denkwürdigen Erwiderung: 'Auch wenn es nichts gäbe, würden Sie sich noch beschweren!' Bede Rundles Antwort ist etwas länger, aber genauso kompromisslos." Die Rede ist von dem neuen Buch "Why There is Something Rather Than Nothing" des Oxforder Philosophen Bede Rundle, durch das sich Thomas Nagel (mehr) freudig gegraben hat. Schließlich wurde er mit einer Erkenntnis von Wittgenstein'scher Logik belohnt: "Das Universum muss nicht existieren, also ist die Tatsache, dass es das tut, eine Tatsache, die nach einer Erklärung verlangt."

Christopher Taylor schlägt entsetzt die Hände überm Kopf zusammen über das neueste Machwerk "Glorious Appearing" des evangelikalen Thriller-Teams Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins, die mit ihrer "Left Behind"-Serie die Bestseller-Liste der New York Times anführen. Man könne sich nicht einmal über die Bücher lustig machen, stöhnt Tyler, so furchtbar sei diese Mischung aus "volkstümlichem Humor, süßlichem Sentiment und religiös gerechtfertigten Blutbädern". A. N. Wilson kann C.S. Lewis' Korrespondenz "Collected Letters" nicht viel abgewinnen: Männerschweiß steige von den Seiten auf wie "Pfeifenrauch und Bierdunst in einer Kneipe". Besprochen wird auch der Gedichtband "Chasing Catullus" von Catull-Übersetzerin Josephine Balmer, die Edith Hall anstandshalber nur geschwärzt zitiert.

Magazinrundschau vom 03.05.2004 - Times Literary Supplement

Peter Esterhazys Roman "Harmonia Caelestis" ist nun auch auf Englisch erschienen, und Joanna Kavenna hat anfangs gezittert, ob dieses wacklige literarische Kartenhaus aus "schockierend expliziter Komödie", ungarisch-aristokratischem kitchen-sink drama und "Der-Autor-ist-tot"-Prosa auch wirklich hält. Aber ja, jubelt sie schließlich und erkennt genau im Durcheinander dem "wilden Exzess" den Moment der Größe.

Kaum ein gutes Haar lässt Richard Wilson an der enttäuschenden Neuauflage von Anthony Sampsons Anatomie der britischen Gesellschaft "Who Runs This Place?". Lauter Fehler, Widersprüche und falsche Einschätzungen, schimpft Wilson. Völlig unverständlich ist ihm etwa, wie Sampson behaupten kann, dass keine Politik das Land jemals so verändert hat wie das Privatfernsehen: "Wo war er, als Mrs. Thatcher an der Macht war?" Michael Gorra stellt die neuesten Produkte der stets florierenden Mark-Twain-Industrie vor, darunter zwei neue Biografien und die Bonmot-Sammlung twainquotes. Adrian A. Barnett dankt Herve Le Guyader für eine neue Studie über den völlig zu Unrecht vergessenen Zoologen Etienne Geoffroy Saint-Hilaire, dem wir Wegweisendes in der komparativen Anatomie, der experimentellen Embryologie, der evolutionären Paläontologie und der Tetralogie verdanken. Und Clive James kommentiert den "Cyrano von Bergerac" im Olivier Theatre, mit Stephen Rea in der Hauptrolle, polyglott mit "Sacre Bleu! Quelle histoire" und "Der Beifall war endenwollend".

Magazinrundschau vom 26.04.2004 - Times Literary Supplement

In dieser Woche lässt das TLS den spanischen Dichter Vicente Molina Foix eine Legende zertrümmern: Manuel Vazquez Montalban (mehr hier). Gerade mal vier Romane (von über achtzig) lässt Molina Foix gelten. Die Krimis findet er uninteressant, die Gedichte zu bemüht witzig. Ganz schlimm aber die politischen Schriften, wie zum Beispiel den posthum veröffentlichten Essay "La Aznaridad". "Hier offenbart Vazquez Montalban Anzeichen einer dogmatisch linken Infantilität, etwa in der Behandlung des baskischen Nationalismus und des ETA-Terrors, in seinem wohlmeinenden Blick auf Castros Cuba und in seinem exzessiven Gebrauch von Beleidigungen, die gegen den früheren sozialistischen Minister und jetzigen Chef der EU-Außenpolitik, Javier Solana, manische Ausmaße angenommen haben."

Weiteres: In einem Artikel, der wahrscheinlich neue Meilensteine in der Shakespeare-Forschung setzt, untersucht Lynn Forest-Hill die Magie des Prospero im "Sturm". Mäßig besprochen werden Ian Robertsons Biografie des Reiseschriftstellers Richard Ford, dem die Briten das erste positive Spanien-Porträt verdanken, und Ian Sinclairs neuer Roman "Dining on Stones" Ian Sinclair.

Magazinrundschau vom 19.04.2004 - Times Literary Supplement

Rachel Polonsky schickt einen Brief aus Lutsino, jener idyllischen Siedlung nahe Moskau, in der die verdienten Mitglieder der Akademie der Wissenschaft ihre Datschen bauten. Hier verbrachten Tschechow und Gorki ebenso ihre Sommer wie Andrej Sacharow. "Zunächst wirkte Lutsino auf mich sauber, ein Refugium vom Schmutz der Stadt. Ich liebte die Luft, schlief tief. Jetzt beunruhigt mich seine Geschichte, sein Müll. Im Winter fand ich einige Prawdas im Holzstapel: Reden vom Zwanzigsten Parteitag, Februar 1956. Ich frage mich, was wohl, lebendig oder tot, in den erhabenen Fundamenten der Datschen verborgen ist. Auf dem Dachboden herrscht ein wildes Durcheinander aus alten Wissenschaftsbüchern, dem gesammelten Lenin, nutzlosem Schrott. Wenn der Schnee schmilzt, tauchen Wodkaflaschen und ausgebleichtes Plastik in den Gräben des Ortes auf. Nina und Mariana sagen, dass sie hier ihren Frieden finden. Sie besuchen jeden Tag die Kirche, die kürzlich ein Mafiaboss aus Swenigorod nach dem Tod seines Sohnes wiederaufbauen ließ."

Roy Foster versinkt im faszinierend-dramatischen Leben der Iseult Gonne, deren Briefe an W. B. Yeat, den Liebhaber ihrer Mutter, und Ezra Pound er schier verschlungen hat. "Endlich kann ich wie ein Mensch leben", soll Nero gesagt haben, als seine megalomanische, 300 Morgen umfassenden Palastanlage in Rom bezog: Mary Beard stellt eine Reihe von Büchern vor, die sich mit dem "Goldenen Haus" und weiteren architektonischen Revolutionen im alten Rom beschäftigen. Peter Stothard empfiehlt allen Besuchern der Olympischen Spiele Sofka Zinovieffs Führer durchs neue Athen "Eurydice Street".

Magazinrundschau vom 13.04.2004 - Times Literary Supplement

Nach Christopher Hitchens im Atlantic Monthly (hier) wirft sich im TLS nun Susan Sontag für den immer wieder entdeckten und immer wieder vergessenen Victor Serge ins Zeug, den Bolschewik, Trotzkisten, Antikommunisten und Autor des Romans "Der Fall Tulajew". Sie hält ihn für "einen der bezwingendsten ethischen und literarischen Helden des zwanzigsten Jahrhunderts": "Es gab nichts Triumphales in seinem Leben, das ebenso das eines ewig armen Studenten war wie das eines Militanten auf der Flucht - ausgenommen den Triumph, als Schriftsteller ungeheuer begabt und produktiv zu sein; den Triumph, prinzipienfest und scharfsinnig zu sein - und damit unfähig, den Treugläubigen, den ängstlich Leichtgläubigen oder den einfach Hoffnungsvollen Gesellschaft zu leisten; den Triumph, mutig und nicht korrumpierbar zu sein, und deshalb einen anderen, einsameren Weg einzuschlagen als die Lügner, Speichellecker und Karrieristen; der Triumph, zumindest nach den frühen zwanziger Jahren, Recht zu haben" (Hitchens Eloge auf Serge findet sich hier).

Weiteres: Richard Vinen schickt verspätete und recht giftige Glückwünsche nach Paris, zum dreißigsten Jubiläum der Liberation: "Wie es sich für eine talentierte und verdorbene Jugend gehört, profitierte sie von einem gehörigen Maß an Nachsichtigkeit." Den Geburtstagsband lobt er gemeinerweise als schönes Coffeetable-Buch.

D.J. Taylor stellt eine Reihe von Neuerscheinungen über den Autor George Gissing vor (mehr hier), der an seinem Sterbebett behauptet hat, H.G. Well hätte ihn vergiftet. Besprochen werden außerdem Alan Hollinghursts neuer Roman "The Line of Beauty" und Iain Bamforths Anthologie "The Body in the Library", die - von Dickens über Tschechow bis Benn - Texte von Medizinern versammelt, die sich als Schriftsteller hervorgetan haben.

Magazinrundschau vom 05.04.2004 - Times Literary Supplement

Den Aufmacher bestreitet Michael Maar mit der englischen Übersetzung seiner bereits ausführlichst gewürdigten Recherche über die Ur-"Lolita" von Heinz von Lichberg (mehr hier, hier, hier und hier).

Grevel Lindop hat sich bestens amüsiert mit den neu herausgegebenen Krimi-Kritiken des fast vergessenen Schriftstellers, Kabbala-Spezialisten und Tolkien-Freunds Charles Williams. Großartig findet die Rezensentin Williams Sinn fürs "ordinäre Detail". So urteilte er über Dashiell Hammet: "Der schwache Autor lässt sich wie jeder Kriminelle an der Zahl der Zigarettenkippen überführen - eine Zigarette kann nicht während zwei Absätzen von Konversation geraucht werden."

Robert Irwin diskutiert ausführlich T.E. Lawrence' nun erstmals komplett veröffentlichtes Buch "Seven Pillars of Wisdom", König Feisals Charakter und Lawrence' dämonische Qualitäten. Kein gutes Haar lässt Stephen Brown an Benita Eislers "Chopin's Funeral", das keinen einzigen dreidimensionalen Charakter vorweisen könne. Nicht überzeugt zeigt sich Robert R. Sullivan von Kevin Phillips Buch über die Familie Bush "American Dynasty": Die Neigung der Bushs zu gut dotierten Posten, Öl und Geheimniskrämerei ergibt in seinen Augen noch keine Dynastie: "Die Bushs sind einfach ein besseres Beispiel für die weitverbreitete Tendenz der politischen Klasse, sich selbst zu reproduzieren".

Magazinrundschau vom 29.03.2004 - Times Literary Supplement

Ein "wunderschön geschriebenes, sehr einnehmendes Buch ganz ohne Fußnoten" hat Fiona Ellis gelesen: A. C. Graylings Suche nach dem richtigen Leben "What is good?". "Seine zentrale These besagt, dass die Suche der Menschheit nach dem Guten immer ein Kampf zwischen humanistischer Aufklärung und religiösen Konzepten aus aller Welt war. Daraus erwuchsen zwei sehr unterschiedliche Konzepte des guten Lebens - eine säkulare Haltung, die in einer bestimmten Sicht auf die menschliche Natur und die condition humaine gründet, und eine transzendentale Haltung, die die Quelle moralischer Werte außerhalb des menschlichen und natürlichen Reichs verortet. Grayling favorisiert den ersten Ansatz, denn er glaubt, dass Religion nur eine Ersatzdroge für diejenigen ist, denen die intellektuellen Fähigkeiten eines Renaissance-Humanisten abgehen."

Weiteres: Jon Barnes empfiehlt zwei neue Biografien über Spike Milligan, den Vater der modernen Comedy (mehr hier), der zuletzt recht zänkisch geworden war: "Uneingeschränkte Misanthropie ließ ihn erklären: 'Ich hasse die Menschheit', und als ihn Anthony Clare 1982 in der Sendung 'In the Psychiatrist's Chair' fragte, ob er tolerant sei, schnappte er zurück: 'Nicht gegenüber Idioten und Dummköpfen'."

Besprochen werden außerdem zwei neue Monografien zu Robert Rauschenberg: Robert S. Mattisons "Breaking boundaries" und Branden W. Josephs "Random Order". Über Wayne Andersens Studie "The Youth of Cezanne and Zola", die untersucht, wie die beiden von Kunstkritikern und -historikern wahrgenommen werden, urteilt Eugen Weber kategorisch: "Es scheint mir pure Zeitverschwendung, Kämpfe mit rivalisierenden Autoren auszutragen, wenn man einfach eine Geschichte erzählen kann."

Magazinrundschau vom 22.03.2004 - Times Literary Supplement

Henri Astier lobt hymnisch Marc Fumarolis (mehr hier) Biografie über Francois Rene Vicomte de Chateaubriand (mehr hier), die das bis heute bestehende Bild eines politisch hoffnungslos anachronistischen Anhängers der Monarchie zurecht rückt. Der Autor zeige den französischen Schriftsteller als vehementen Verteidiger des Individuums und einen der "beständigsten Liberalen" Frankreichs, der sich in einem Land, "in dem die Verehrung der Macht tief verwurzelt war", wenig Freunde machte: "Die Franzosen, ich kann mir nicht helfen, werden immer Kriecher bleiben: sie werden jedem den Hof machen, solange er an der Macht ist", schrieb Chateaubriand. Trotzdem war, versichert Henri Astier, Chateaubriands "Blick auf die Französische Revolution bemerkenswert unparteiisch, wenn man bedenkt, dass sein Bruder und viele seine Verwandten guillotiniert wurden. 'Ich hätte die Revolution unterstützt, wenn sie nicht mit Verbrechen begonnen hätte', schrieb er. '... Es gibt nichts unterwürfigeres, jämmerlicheres, feigeres und engherzigeres als einen Terroristen.'" 

Charles Rosen bespricht R. Larry Todds Mendelssohn-Biografie und wartet auch gleich mit einer amüsanten Anekdote aus dem Buch auf: Der 23-jährige Felix Mendelssohn-Bartholdy (mehr hier) disputierte während eines Spaziergangs durch Rom mit seinem Freund Hector Berlioz (mehr hier) über Religion, erzählt Rosen. Mendelssohn verteidigte heftig seinen protestantischen Glauben, "rutschte aus und fiel auf einige Ruinen. 'Betrachte dies als Beispiel göttlicher Gerechtigkeit', rief Berlioz aus, 'ich lästere Gott, Du fällst.'"

Besprochen werden außerdem vier Gedichtsammlungen, die dem Lyriker Victor Hugo (mehr hier) Gerechtigkeit wiederfahren lassen ("Einer der seltsamsten Streiche, die Kritiker und Herausgeber Hugo gespielt haben, ist, seine humoristische Poesie zu ignorieren und ihn hernach für seine Humorlosigkeit zu schelten", bemerkt Robert Chandler), Colm Toibins großartiger Roman über Henry James ("The Master" ist "reich an erdichteter Wahrheit", jubelt Paula Marantz Cohen) und die Erinnerungen des Meeresbiologen Richard Sheltons "The Longshoreman".

Magazinrundschau vom 15.03.2004 - Times Literary Supplement

Mit wesentlich mehr Sympathie als sein Kollege von der New York Times Book Review (hier) bespricht Paul Quinn das siebenbändige Monsterwerk William T. Vollmanns "Rising Up and Rising Down" über Gewalt. Geradezu hymnisch preist er Vollmanns Bestreben "'Gutes zu tun' und uns 'moralisch Handelnden' eine praktische Hilfe in dieser blutigen, moralisch zerrissenen Welt zu sein". Vollmann ist offenbar der Ansicht, dass wir nur unter einem "zeitweiligen Zwang aufgehört haben, uns gegenseitig zu essen", und so ähneln seine Beschreibungen von dieser Welt einer "Ballardische Ausstellung von Gräueltaten", schaudert Quinn (was eine "Ballardian atrocity exhibition" ist, zeigen diese Seiten): "Japanische Samurais, die ihre neuen Klingen am erstbesten Passanten erproben, der ihren Weg kreuzt; Comte de Charolais, der aus purer Freude daran, sein Ziel zu treffen, Arbeiter vom Dach seines Häuser aus erschießt; das Beispiel der Iks, ein von Colin Turnbull beobachtetes Bergvolk, deren gesamtes Leben zur Hobbes'schen Idee des Naturzustands als Kriegszustand verkümmerte, in dem Ehemänner von den Frauen stehlen und Mütter lachen, wenn sich Kinder die Hände an Herdflammen verbrennen... Könnte dies, sorgt sich Vollmann, eher als Rousseaus Tahiti, den Naturzustand des Menschen ausmachen?"

Weiteres: Marjorie Perloff rühmt D. H. Lawrences (mehr hier) "Studies in Classic American Literature" und legt den Universitäten nahe, "The Norton Anthology of American Literature" durch Lawrences Essays zu ersetzten. Dann nämlich würden ihre Studenten nicht nur umgehend aufhören, angesichts der obligatorischen Klassikerlektüren zu "gähnen", sondern auch lernen, "dass Schriftsteller weder notwendig noch auch nur wahrscheinlich 'nette' Menschen mit den 'richtigen' Ideen über Sex, Religion und Politik sind ..."

Besprochen werden außerdem der Erzählband "The Lemon Table" von Julian Barnes (der "fesche Clown" der britischen Literatur, wie Robert MacFarlane spöttelt), James Sharpe's Biografie des Straßenräubers "Dick Turpin" und Richard Haymanns Studie "Trees, Woodland and Western Civilisation".

Magazinrundschau vom 08.03.2004 - Times Literary Supplement

Paul Barker hat eine großartige Studie über die Architektur englischer Shops gelesen: Kathryn A. Morrison lässt die Geschichte der Shops vom Mittelalter bis heute Revue passieren, erzählt Barker, und verknüpfe sie mit sozialgeschichtlichen Fragen. Denn "Die High Street kann als Palimpsest des sozialen Wandels gesehen werden", erkläre die Autorin, die heute einen Verfall des Einzelhandels und seiner Architektur befürchte: "Die Ladenbesitzer müssen sehr schnell laufen, nur um still zu stehen. Sie zerstören dabei gewaltsam einen Großteil ihrer vormaligen architektonischen Innovationen. Kaum eines der Laden-Interieurs der fünfziger und sechziger Jahre überlebt, außer in Co-ops; und das ist sowohl Ursache als auch Wirkung der Tatsache, dass die Co-ops im Rennen um Verkauf und Innovation zurückbleiben." 

Weitere Artikel: Der Kurator des British Museums J. D. Hill rügt seinen Kollegen Ronald Hutton, er habe "dem historischen und kulturellen Kontext, in dem der Tod des 'Lindow Man' zu verorten ist, zu wenig Beachtung geschenkt". Hutton hatte kürzlich entgegen der gängigen wissenschaftlich Interpretation behauptet, die auf 1 bis 250 AD datierte Torfleiche "Lindow Man", die im British Museum ihre letzte Ruhestatt fand, sei keinem heidnischen Ritualmord zum Opfer gefallen. Besprochen werden Muriel Sparks Roman "The Finishing School" und die von Michael Eberle-Sinatra und Robert Morrison editierte Neuausgabe der "Selected Writings of Leigh Hunt", die den viktorianischen Journalisten Leigh Hunt als "scharfsinnigen, eloquenten und gewissenhaften Fürsprecher sozialer und ästhetischer Reformen offenbart".