Eine Gruppe von Autoren und Forscherinnen wie Mouhanad Khorchide, Ruud Koopmans, Susanne Schröter aber auch Politiker wie Jens Spahn kritisieren im politischen Teil der
FAZ die für heute angesetzte Tagung der "
Islamkonferenz", wo Vertreter des Staates und der Religion über Muslimfeindlichkeit, aber
nicht über Islamismus sprechen wollen: "Tatsache ist, dass in Deutschland einflussreiche islamistische Organisationen und Netzwerke existieren, die Andersdenkende und Konvertiten bedrohen, Demokratie und Freiheitsrechte ablehnen. Das ist nicht zu leugnen.
Forschung ist hierzu dringend nötig. Es existiert aber
kein universitärer Lehrstuhl zum Islamismus. Kein einziger! Zudem wurde kürzlich der Arbeitskreis Politischer Islamismus im Innenministerium aufgelöst. Befürchtet man unliebsame Ergebnisse?"
Ein paar kritische Stimmen, darunter er selbst, seien immerhin eingeladen, schreibt
Ahmad Mansour im Feuilleton der
FAZ. Tiefgang sei allerdings nicht zu erwarten: Auch die aktuelle Regierung meide notwendige Diskussionen nicht zum ersten Mal: "Dass die Innenministerin es für notwendig hält, nach Katar zu fliegen, um
mithilfe einer Armbinde ein Zeichen für sexuelle Selbstbestimmung zu setzen, mag diskutabel sein. Dass sie sich aber in ihrem eigenen Land nicht einmal die Mühe macht, mit einheimischen Muslimen Themen wie
Sexualität oder Gleichberechtigung auf der wichtigsten existierenden Dialogplattform zu besprechen, zeigt nicht nur, wie inhaltlos und mutlos solche Aktionen sind. Es zeigt die Doppelmoral vieler Politiker: den Willen zur Inszenierung und den Unwillen zur Kontroverse."
Das hat gedauert. Aber jetzt steht mit dem Erzbistum Köln erstmals die
Katholische Kirche vor Gericht, einem richtigen Gericht, keinem Kirchengericht, nachdem Georg Menne sie wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt hat. Der Vorsitzende Richter erklärte gleich zu Verhandlungsbeginn, es stehe "außer Frage, dass das
Amtshaftungsrecht anwendbar ist",
berichtet Georg Löwisch auf
Zeit online. "
320 Mal, so steht es in der Klageschrift, hat ihn der Priester missbraucht und vergewaltigt. Menne, selbst beim Erzbistum angestellt, hat von der Kirchenkommission 25.000 Euro erhalten. Ihm reicht das nicht, er hat den Klerus mit der Justiz konfrontiert. Die Kirche prallt auf den Rechtsstaat. Die Taten sind
gut belegt, der Priester hat in einem Brief und gegenüber Vorgesetzten einige seiner Verbrechen eingestanden, es gibt sogar Fotos, die die Brutalität dokumentieren. In einem Gutachten für das Erzbistum Köln steht, dass der Täter auch schon
vor 1972 auffällig geworden sei. Ob auch schon damals hohe Kleriker Bescheid wussten, ist bisher nicht belegt, der damalige Kardinal Joseph Höffner und sein Generalvikar Norbert Feldhoff erfuhren laut dem Gutachten erst 1980 von Beschuldigungen gegen den Priester."
Claudia Mäder
erzählt in der
NZZ die Geschichte des
Gendersterns, bei dem lesende Männer, Frauen und nichtbinäre Menschen mitdenken sollen. Ob das jeder weiß? "Erste Studien scheinen dagegenzusprechen. In einer Untersuchung von 2019 wussten selbst im Segment der Akademiker nur 50 Prozent der Probanden,
wofür der Asterisk eigentlich stand. Das Zeichen, heißt das mit anderen Worten, ist für die Sprachbenutzer nicht selbsterklärend. Nur wer den
Begleitdiskurs rund um das Sternchen kennt, kann das Abbild des Himmelskörpers so deuten, wie die Aktivisten sich das ursprünglich gedacht haben. Dass ein derart unklares Zeichen den gesamten deutschen Sprachraum eroberte, ist erstaunlich - und zuletzt vielleicht doch nur logisch. Denn womöglich begründet
gerade die Unschärfe auch den Erfolg des Symbols: Es reicht, die eigenen Wörter mit einem Sternchen zu garnieren, um mit einer
irgendwie fortschrittlichen Haltung zu glänzen."