Friedhelm Greis legt bei
golem.de nochmal
eine große Analyse zur Debatte um die
europäische Urheberrechtsreform und besonders natürlich Artikel 11 (Leistungsschutzrecht) und 13 (Uploadfilter) vor. Zum einen stellt er einen
Generationenkonflikt fest, weil Politiker, die das Internet noch ausdruckten, nicht verstünden, wie stark das Thema
jüngere Internetnutzer umtreibe. Zum anderen führt er aus, dass die
großen Internetkonzerne nicht durch das Urheberrecht zu bändigen sind: "Vor allem den Medien könnte es mehr helfen, wenn es
Google und Facebook erschwert würde, mit ihren vielen unlauteren Methoden die Nutzer immer besser auszuforschen. Der datengetriebene Überwachungskapitalismus sollte gerade nach Ansicht der internetaffinen Nutzer viel stärker reguliert werden. Jedoch nicht mit Hilfe des Urheberrechts, sondern mit einem konsequent angewandten
Datenschutz und Wettbewerbsrecht... Doch viele Medien stören sich am
exzessiven Nutzertracking gar nicht und befürchten eher, dass sie selbst durch die
E-Privacy-Verordnung im Vergleich zu Google und Facebook ins Hintertreffen geraten." Interessant übrigens auch die Passagen über die Rolle der französische Lobbyisten und Kulturindustrie in dieser Debatte."
Natürlich lobbyieren
Google und Facebook gegen
Artikel 11 und 13 der EU-Urheberrechtsreform, aber sie sind bei weitem nicht die stärksten Lobbyisten in Europa,
schreibt Thomas Stadler in seinem Blog
internet-law.de mit Blick auf die
Zeitungsverlage: "Es ist gerade der über Jahrzehnte hinweg gewachsene
Einfluss europäischer Verbände, der Artikel 11 und 13 möglich gemacht hat. Google und andere US-Player verfügen, egal wieviel Geld sie in die Waagschale werfen, in Europa
nicht ansatzweise über einen vergleichbaren politischen Einfluss. Wenn in diesem Gesetzgebungsverfahren der Eindruck eines übermächtigen Lobbyismus von Google & Co. erweckt wird, ist dies nichts weiter als ein Zerrbild."
Die
Krise der Wikipedia ist auch eine Folge des Triumphs der
sozialen Medien - und spricht nicht für letzte,
schreibt Michael Seemann bei
Deutschlandfunk Kultur: "In den sozialen Medien versammeln sich die Menschen um ihre jeweiligen Wahrheiten. Wem die eine Wahrheit nicht passt, der geht in die andere Gruppe. Und von der eigenen Gruppe aus kann man dann gemeinsam die andere Gruppe mit der falschen Wahrheit beschimpfen. Das Ringen mit fremden Menschen um einen '
Neutralen Standpunkt', der bei der Wikipedia die Leitlinie der Zusammenarbeit bildet, wirkt dagegen anstrengend und das Ergebnis - der
Kompromiss - wirkt unbefriedigend."