Wütend
kritisiert Sascha Lobo in seiner
Spiegel-online-Kolumne das Einknicken der SPD beim Thema
EU-Urheberrechtsreform und besonders ein
Tweet, in dem sich Justizministerin
Katharina Barley halbherzig von den Uploadfiltern distanziert, die die Partei jetzt mitträgt: "Die Übersetzung dieses Tweets der Justizministerin lautet: Wir wissen, es ist
irgendwie falsch, aber machen trotzdem mit, weil wir doch dran glauben wollen, dass es
halbrichtig sein könnte, obwohl wir versucht haben, es anders hinzukriegen, aber das hat nicht geklappt, 'trotz großer Bedenken', schade, schade, Schokolade, aber fair!"
(via
BoingBoing) Nachdem die Rufe immer lauter werden, die
Ausbeutung privater Daten in den sozialen Netzwerken staatlich zu regulieren, hat
Mark Zuckerberg jetzt auf
Facebook seine "Vision" für ein soziales Netzwerk vorgestellt, das die Privatsphäre der Nutzer respektiert: "Ich glaube, dass sich die Zukunft der Kommunikation zunehmend auf
private,
verschlüsselte Dienste verlagern wird, bei denen die Menschen darauf vertrauen können, dass das, was sie zueinander sagen, privat bleibt und ihre Nachrichten und Inhalte nicht für immer an ihnen kleben bleiben. Das ist die Zukunft, zu der wir beitragen wollen. Wir wollen sie so gestalten, wie wir
WhatsApp entwickelt haben: auf den grundlegendsten und
privatesten Anwendungsfall - Messaging - fokussieren, ihn so sicher wie möglich machen, und dann mehr Möglichkeiten für Menschen schaffen, darüber hinaus zu interagieren, einschließlich Anrufe, Video-Chats, Gruppen, Geschichten, Geschäfte, Zahlungen, Handel und letztlich eine Plattform für viele andere Arten von privaten Diensten." Anschließend erläutert er die Prinzipien, nach denen ein solche Plattform aufgebaut sein müsste.
Schöne Idee, leider hat Zuckerberg eine Kleinigkeit ausgelassen,
monieren Issie Lapowsky und Nicholas Thompson in
Wired: "Zuckerberg listet sechs Datenschutzgrundsätze auf, aber es gab eine eklatante Auslassung: Er sagte nichts darüber, wie Facebook in dieser auf den Datenschutz ausgerichteten Zukunft den
Datenaustausch und die Anzeigenschaltung plant. Der freie Datenfluss zwischen
Facebook und Drittanbietern ist es schließlich, weshalb die Medien ihre Zähne in den Konzern geschlagen haben. Vor einem Jahr erfuhren wir, dass ein Mann namens Aleksandr Kogan die Daten von Dutzenden Millionen von Nutzern missbraucht und an eine fragwürdige Politikberatungsfirma namens
Cambridge Analytica geschickt hatte. Es wurde schnell klar, dass Cambridge Analytica nicht allein war und dass Facebook es Tausenden von Entwicklern ermöglicht hatte, jahrelang Daten zu sammeln. Die lockere Politik des Unternehmens bei der Datenerfassung im Laufe der Jahre hat es ihm auch ermöglicht, eines der
erfolgreichsten Werbeunternehmen der Geschichte aufzubauen. Alle Daten, die das Unternehmen sammelt, helfen Werbetreibenden, Personen zu segmentieren und anzusprechen. Und es ist die unerbittliche Erhebung dieser Daten, die dazu geführt hat, dass Facebook beschuldigt wird,
unangemessene Geschäfte mit Geräteherstellern und Softwarepartnern gemacht zu haben."