Adrienne LaFrance
bekennt in
Atlantic ihre große Skepsis gegenüber Jimmy Wales' Idee einer
Wikitribune (unser
Resümee):
Professionelle Journalisten sollen dort recherchieren, freiwilllige, und unbezahlte Mitarbeiter sind für das
Fact checking zuständig. Wales betreibt gerade Crowdfunding für die Journalisten. Die Crux für LaFrance : "jemand, der für seine journalistische Arbeit
bezahlt wird, verkehrt nicht auf gleicher Ebene mit jemand, der unbezahlt ist. Und unbezahlte journalistische Arbeit würde professionellem Journalismus schaden. Der Unterschied zwischen einem Profi und einem Amateur muss nicht in der Begabung liegen, aber er ist messbar in der
Zeit und in anderen Ressourcen, die gebraucht werden, um einen Job zu machen."
Der Verband der Zeitschriftenverleger hat sich gestern scharf gegen das von der Bundesregierung geplante "
Netzwerkdurchsetzungsgesetz" ausgesprochen, das soziale Medien zur Feststellung und Löschung von Fake News verpflichten soll,
berichtet Markus Reuter bei
Netzpolitik. In der Erklärung heißt es: "Statt eines
unausgegorenen Gesetzes, das vor der Wahl durch den Bundestag getrieben werden soll, sollten alle Kräfte an der konsequenten Durchsetzung des bereits geltenden Rechtes arbeiten." Hierzu werde von den Verlegern ein Fünfpunkteplan formuliert, am rätselhaftesten klinge dieser: "Es geht nicht nur darum, rechtswidrige Veröffentlichungen zu bekämpfen. Umgekehrt muss auch verhindert werden, dass Quasi-Monopolisten wie Facebook nach eigenem Gutdünken
bestimmte rechtmäßige Inhalte nicht veröffentlichen. Deshalb müssen solche marktbeherrschende Plattformen allen rechtmäßigen Inhalten diskriminierungsfreien Zugang gewährleisten."
Erinnert sich noch jemand an das große Klagen der
Musikindustrie, die ihr Geschäftsmodell durch die Digitalisierung und die angebliche Kostenlosmentalität ihrer Kunden ruiniert sah? Da konnte man sich den Mund fusselig reden, dass einfach nur kundengerechte Angebote fehlten, es nützte nichts. Und heute? Da
schluckt selbst die
FAZ: "Die Einnahmen der Musiklabels aus dem
Streaminggeschäft sind im vergangenen Jahr weltweit
um 60 Prozent nach oben geschnellt. Damit konnten die Musikabonnements die Einbußen aus dem mittlerweile stark schrumpfenden Geschäft mit Musikdownloads und den seit vielen Jahren bröckelnden CD-Verkäufen mehr als wettmachen."
Außerdem:
FAZ-Redakteurin Hannah Bethke bezweifelt im Feuilleton, dass das
Internet zu mehr Demokratie führt.