Recht große Zweifel
hat Sam Levin im
Guardian an den bisherigen Initiativen von
Facebook zur
Fake-News-Bekämpfung. Gekennzeichnet werden vermeintliche oder wirkliche Fake New durch einen Warnhinweis: Aber "Facebook wollte
keine Daten oder Informationen über die Zahl der Artikel, die als umstritten gekennzeichnet wurden und welche Auswirkungen eine Kennzeichnung auf den Traffic hat, mitteilen - auch nicht darüber, ob bestimmte Websites besonders häufig gekennzeichnet werden und nach welcher Zeit die Zeichen normalerweise angebracht werden. Sein Sprecher sagte, dass 'wir eine
Abnahme von Traffic und Shares nach der Kennzeichnung beobachten konnten', weigerte sich aber, ausführlicher zu werden."
Das Blöde an vielen Einwänden von Zeitungsleuten gegen das Internet ist, dass sie die Idee eines
offenen Netzes noch nie verfochten haben - während sie jetzt, wie heute Thomas Thiel in der
FAZ zum Abschluss einer Serie über "Internet und Demokratie", das
Internet der Konzerne geißeln: "Das gegenwärtige Geschäftsmodell des Internets fördert Indolenz: Automatisierte Entscheidungen sind opak, Verantwortung geht im Wechsel der technischen Systeme verloren,
der Bürger wird zur Ware, ohne seinen Handelswert zu kennen."
Adrienne Fichter
ist in der
NZZ durchaus geneigt der Idee der "
Liquid Democracy", die in Deutschland wenig glücklich von der Piratenpartei verfochten wurde, noch eine Chance zu geben: "Die spanische Linkspartei
Podemos ist das berühmteste Beispiel dafür, dass sich eine Liquid Democracy heute umsetzen lässt. Ihre parteieigene Debattenplattform mit dem Namen '
Consul' wurde von Kommunen übernommen. Die Regierung von Madrid hat die Open-Source-Software der linken Bewegung für eigene Zwecke weiterentwickelt. Mit '
Decide Madrid' können alle Einwohner von Spaniens Hauptstadt ein neues lokales Gesetz vorschlagen."
Das Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltkreise hat nach dem Auslaufen von Patenten das "Ende" von
MP3 verkündet. Marcel Weiß
wundert sich in seinem
Neunetz über die Kleinmütigkeit: "Statt etwa zu schreiben, dass die MP3-Technologie jetzt
der Menschheit gehört und man freue sich - zum Beispiel- darauf, zu sehen, was 'die Community' damit machen werde, wird angedeutet, dass die MP3 eigentlich
auch veraltet sei, man brauche sie gar nicht mehr. Man hat sich beim Fraunhofer dafür entschieden, nur zerknirscht auf das Ende des Lizenzprogramms zu verweisen und
die neue Freiheit des MP3-Standards mit keinem Wort zu erwähnen."