Andreas Platthaus berichtet für die
FAZ aus Paris über die Gedenkfeiern zum fünften Jahrestag des Attentats auf
Charlie Hebdo: "Zwei Gedenktafeln sind seit einiger Zeit an den Todesorten angebracht, doch heute wird nur dem Gedenken der Familien Raum eingeräumt - einer martialisch durch Maschinengewehre und Gitter
bewehrten Trauer, von denen ein Bruchteil vor fünf Jahren ausgereicht hätte, das Verbrechen zu verhindern."
Selbst im gut versorgten
Schweden ist die Lokalpresse in der Krise,
berichtet Reinhard Wolff in der
taz: "Und das großzügige
System staatlicher Presseförderung, das sich Schweden seit über fünf Jahrzehnten leistet? Es hat mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Womöglich war es sogar eher kontraproduktiv, weil es erforderliche Anpassungen beim Kostenkostüm zu lange hinauszögerte. Ein aktuelles Problem ist die mangelnde finanzielle Ausstattung bei gleichzeitig
immer mehr Förderberechtigten. Zeitungen haben Anspruch auf Produktionskosten, wenn in ihrem Verbreitungsgebiet ihre Haushaltsdeckung unter 30 Prozent liegt. Selbst ehemalige Monopolzeitungen landen mittlerweile unter diese Grenze." Und also landet zu wenig bei der einzelnen Zeitung.
Spiegel online gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch
Der Spiegel. Die Website überrascht mit der allseits üblichen Kachel-Ästhetik. Chefredakteur
Steffen Klusmann, ehemals
Financial Times Deutschland, "hat den Webauftritt radikal umgebaut, um
mehr Digitalabos zu erzielen",
berichtet Gregory Lipinski bei
Meedia. Bisher gebe es 125.000 digitale Abos: "Dauerhaft sollen es deutlich mehr werden, um den Verlag stärker von der Reichweitenvermarktung der Seite unabhängiger zu machen. Denn
das Werbegeschäft ist hart umkämpft, obwohl das Printhaus mit der zu Bertelsmann gehörenden Ad Alliance einen großen Vermarkter im Rücken hat. Immer mehr gesetzliche Anforderungen und Wettbewerber wie Google, Facebook & Co. erschweren den Verlagen, ihre Anzeigenerlöse zu steigern."
Auf
Zeit online fordern über vierzig Satire-AutorInnen des
WDR und anderer Sender den
Rücktritt des Intendanten Tom Buhrow, weil er mit seiner Entschuldigung für die "Umweltsau"-Satire seine Mitarbeiter im Regen stehen lasse. Und weil "alle Hinweise, der ursprüngliche Shitstorm - mutmaßlich auch signifikante Teile des analogen, der über telefonische Beschwerden in den Sender kam - sei
von rechten Netzwerken organisiert worden, eifrig ignoriert". Laut Christian Meier (
Welt)
verteidigte sich Buhrow gegen diese Vorwürfe in einer Redakteursversammlung: "'Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein
großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt.' Es mache für ihn darum auch keinen Unterschied, dass das 'Umweltsau'-Lied schnell nach der Veröffentlichung von Fundamentalkritikern der Öffentlich-Rechtlichen auch aus dem rechtsextremen Spektrum
instrumentalisiert worden war, um Stimmung gegen den beitragsfinanzierten Rundfunk zu machen. Denn daneben habe es eben '
echte Gefühlsäußerungen'
von Hörern gegeben, die mit einer orchestrierten Kampagne nichts zu tun gehabt hätten."