Den
Kölner Stadt-Anzeiger und den
Express ist
DuMont nicht losgeworden, offenbar gab es
kein ansprechendes Gebot, meldet Christian Meier in der
Welt. Die Zukunft der
Hamburger Morgenpost ist noch ungewiss, über den Verkauf der
Mitteldeutschen Zeitung wird immerhin mit der Mediengruppe Bauer verhandelt, das Angebot soll bei über 50 Millionen Euro liegen, so Meier weiter: "Die
Mission Zeitungsverkauf ist damit stecken geblieben. Fragt sich, ob DuMont ein
Zeitungshaus wider Willen wird - oder ob das Management nun die Kraft hat, für Köln eine gute Strategie zu entwerfen. Der
Stadt-Anzeiger ist ansehnlich profitabel, große Probleme hat das Boulevardblatt
Express. Der ursprüngliche Plan von Medienmanager Bauer war, mit dem Erlös des kompletten Zeitungsverkaufes in digitale Geschäftsfelder zu investieren. Eine Summe von rund
50 Millionen Euro, die möglicherweise durch den Verkauf in Halle reinkommt und von der ein Teil auch an die Gesellschafter gehen könnte, dürfte allerdings nur begrenzt weiterhelfen, die bisherigen Digitalgeschäfte zu beflügeln."
Springer-Chef
Mathias Döpfner, nebenbei Präsident des Zeitungsverlegerverbandes BDZV, will zwar
Subventionen für Zeitungen, aber sie sollen nicht Subventionen heißen. Für die defizitäre Zustellung von Zeitungen per Boten sollen die Zeitungen zwar 40 Millionen Euro jährlich bekommen. Das solle sich aber als "
vollständig getrennte Zustellungs-Infrastrukturförderung" verstehen, so Döpfner in einem Brief an die Mitglieder seines Verbandes, der auch auf der Homepage des Verbandes zitiert (aber nicht veröffentlicht) ist. Döpfner äußert sich in dem Brief auch erfreut über die Erfolge seiner
Lobby-Arbeit: "Die Europäische Union habe mit der
europäischen Urheberrechtsrichtlinie nach jahrelangem zähen Ringen 'einen robusten Rechtsrahmen für unsere journalistischen Angebote in der digitalen Ära geschaffen'." 40 Millionen Euro sind den Zeitungen als Subvention aber übrigens viel zu gering - 400 Millionen wären ihnen lieber (unser
Resümee).
Zwischen
3.681 und
10.405 Euro verdienen Redakteure monatlich in der
ARD - zu viel findet die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (
KEF) und plädiert dafür, die Gehälter von Mitarbeitern der Öffentlich-Rechtlichen
zu kürzen,
schreibt Elisa Britzelmeier in der
SZ. Allerdings gibt es
Unterschiede zwischen den Gehältern der einzelnen Sender -
ZDF, BR, HR, SR und vor allem der
WDR liegen deutlich oberhalb des Durchschnitts, so Britzelmeier und hat nachgefragt: "
ARD und
ZDF haben vor allem eine - nicht ganz schlüssige - Begründung für die vergleichsweise hohen Gehälter: das Durchschnittsalter. Weil aus Spargründen in den vergangenen Jahren kaum jemand mehr angestellt wurde, seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihnen
älter als im öffentlichen Dienst, entsprechend verdienten sie mehr. Also teuer, weil alt? Wenn man sich das Durchschnittsalter bei den Landesrundfunkanstalten anschaut, stellt man fest: Die Begründung greift nicht ganz. Denn nach dieser Logik müsste man ja meinen, dass der
WDR, mit seinem besonders hohen Vergütungsniveau, der Sender mit den ältesten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist. Das stimmt aber nicht. Beim
WDR liegt das Durchschnittsalter bei 49,2 Jahren, beim
SWR etwa sind die Mitarbeiter mit 50,47 Jahren noch ein wenig älter. Der
SWR allerdings wird im Gutachten nicht genannt."
Boris Rosenkranz
erkundet für die
Übermedien die etwas peinlichen Grenzen der Berichterstattung der
SZ über den Fall
Jeffrey Epstein. Der Milliardär stand bekanntlich im Zentrum eines krassen und vieldutzendfachen Falls von sexuellem Missbrauch und hat sich (höchstwahrscheinich) im Gefängnis das Leben genommen. Zum engen Umkreis Epsteins gehörte
John Brockman, einst ein Idol Frank Schirrmachers und Erfinder von
edge.org und der "dritten Kultur", in der Geistes- und Naturwissenschaften fusionieren sollten. Auch
SZ-Feuilletonchef Andrian Kreye war engstens mit Brockman bekannt, der Hunderttausende Dollar Unterstützung von Epstein bekam und ihn dafür in glamouröse Kreise einführte. Aber das erwähnt Kreye in der Epstein-Berichterstattung nicht. Dabei hat
Evgeny Morozov, einst häufiger Autor bei der
SZ, Brockmans Kungeln mit Epstein detailreich angeprangert (unser
Resümee). Über den Rückritt von
Joichi Ito beim Media Lab des MIT, das ebenfalls von Epstein unterstützt wurde (unsere
Resümees), hatte er dagegen berichtet. "Er schreibt, Epsteins Gelder wirkten 'wie
radioaktiver Müll in den Haushalten der Institute und Institutionen', und die Liste der Empfänger sei lang: 'Einige haben sich schon distanziert. Andere, wie die Harvard University, die 6,5 Millionen Epstein-Dollar bekommen haben soll, äußern sich nicht.' Dass auf der Empfänger-Liste auch die
Edge Foundation stand, erwähnt
SZ- und
Edge-Autor Kreye nicht. Auch nicht, dass Brockman derjenige gewesen sein soll, der Epstein mit von ihm vertretenen Wissenschaftlern wie Ito zusammenbrachte."