9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.01.2020 - Medien

Die Belegschaft der Hamburger Morgenpost, die zu den Zeitungen gehört, die DuMont verkaufen will, macht sich offenbar Sorgen, dass der Verlag die Zeitung in die Insolvenz führen könnte. Die achtzig Mitarbeiter schreiben einen offenen Brief an DuMont-Chef Christoph Bauer, aus dem Gregory Lipinski bei Meedia.de zitiert: "'Dass DuMont der Demokratie in Deutschland einen solchen Schaden zufügen könnte, können wir uns kaum vorstellen, wäre es doch mit einem erheblichen Gesichtsverlust für das Kölner Traditionshaus verbunden', so die Belegschaft. Sie fordert den DuMont-Chef auf, die Mopo 'als unabhängige und eigenständige Stimme' mitsamt ihrer Lokalkompetenz in Form ihrer Redakteure zu erhalten. Die Boulevardzeitung gehöre 'zu Hamburg wie der Dom zu Köln. Sie steht für Tradition, für Stadtgeschichte und -geschichten und ist für jeden Hanseaten ein Stück Identität.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.01.2020 - Medien

Alan Rusbridger, ehemals charismatischer Chefredakteur des Guardian, bittet sehr darum, die Geschichte um Meghan und Harry im Kontext zu sehen - und dieser Kontext ist für ihn vor allem die inzwischen fast vergessene Abhöraffäre der britischen Boulevardpresse (unsere Resümees). Vergessen sei sie, so Rusbridger, weil die Boulevardkonzerne Unsummen dafür ausgeben, die Abhörfälle außergerichtlich zu klären: "Die BBC berichtete letztes Jahr, dass die Murdoch-Titel erstaunliche 400 Millionen Pfund an Entschädigungen bezahlt haben und rechnete aus, dass die Gesamtrechnung der beiden Firmen gut eine Milliarde Pfund erreichen könnte." Meghan und Harry haben sich mit mehreren Klagen gegen die Konzerne gewehrt, und das heißt, dass die Zeitungen, die das Bild von der Affäre machen, zugleich Partei sind: "Es gibt die Ebene der Oberfläche - die nicht völlig unwahr ist -, es gibt eine Menge anonymer Quellen mit unterschiedlichen Graden der Zuverlässigkeit, die der Sache Farbe und Kontext geben. Und im Hintergrund gibt es eine ganze Menge höchstbesorgter Zeitungsmanager und ehemaliger Redakteure, die absolut null Interesse haben, das Paar freundlich oder auch nur ausgewogen zu behandeln."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.01.2020 - Medien

Vor einigen Tagen brachte ausgerechnet der Guardian einen kritischen  Artikel über die Deutsche Welle, die ein "Sumpf" sei (unser Resümee und Link). Inzwischen veröffentlichten einige Mitarbeiter der DW auf der Website des Senders eine Erwiderung an den Guardian, in der sie den Sender in Schutz nehmen. Schon im vorigen Jahr hatte die Zeit über den Starmoderator Yosri F. berichtet, der der sexuellen Belästigung beschuldigt wurde (unser Resümee). Peter Weissenburger geht in der taz allen Vorwürfen gegen den Sender nach. Besonders die arabische Redaktion sei "von Konflikten geprägt": "Politische Spaltungen der Zielländer spiegeln sich auch in der Redaktion wider, heißt es. Es ist auch die Redaktion, in der der Moderator tätig war, der wegen Vergewaltigungsvorwürfen gehen musste." Mitglieder der Redaktion hätten Beschwerde eingereicht: "Allerdings berichten sie, der Brief habe nicht etwa zu Verbesserungen, sondern zum Gegenteil geführt. Sie geben an, nach der Kritik von ihrer Redaktionsleitung benachteiligt worden zu sein oder weiter benachteiligt zu werden. Sie wollen aus Furcht um berufliche Konsequenzen nicht namentlich genannt werden. Es handelt sich um 'feste Freie' mit eingeschränktem Kündigungsschutz." Der Sender, so Weissenburger, weist alle Anschuldigungen mit Entschiedenheit zurück.

Netflix schafft eine Niederlassung in Frankreich und unterwirft sich somit den strikten Regularien des französischen Film- und Fernsehmarkts, der die Branche künstlich groß hält, berichtet Alexandre Piquard in Le Monde: "Das Unternehmen wird im Jahr 2020 etwas mehr als 100 Millionen Euro in französische Produktionen investieren. Und dieser Betrag sollte im Jahr 2021 sprunghaft ansteigen. Tatsächlich kündigte Kulturminister Franck Riester am Dienstag an, dass Video-on-Demand-Dienste wie Netflix mindestens 25 Prozent ihres Umsatzes in die Finanzierung der lokalen Produktion investieren müssen, so der Gesetzesentwurf zum audiovisuellen Sektor. Mit 6,7 Millionen Abonnenten zu rund 10 Euro pro Monat wird das Unternehmen im Jahr 2020  voraussichtlich fast 800 Millionen Euro Umsatz erzielen. Es wären also Investitionen von bis zu 200 Millionen Euro pro Jahr erforderlich."

Und noch eine Meldung: "Disney Drops Fox From Names of Studios It Bought From Rupert Murdoch", berichtet Brooks Barnes in der New York Times. Die ehrwürdige "20th Century Fox" wird umbenannt, damit Disney nicht mit Murdoch verwendet wird: "Am Freitag wurden die Mitarbeiter des Hauptstudios mit einem neuen E-Mail-Format (@20thcenturystudios) ohne Fox konfrontiert."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.01.2020 - Medien

Die chinesische Regierung versucht aktiv, auf deutsche Medien und Unternehmen Einfluss zu nehmen, um ihr Image zu verbessern, berichten Christoph Giesen und Georg Mascolo in der SZ. So pries der vor kurzem ausgeschiedene Botschafter Shi Mingde ein Projekt namens Chinareporter an, das ihm von den Journalisten Georg Blume (Zeit und Spiegel) und Wolfgang Hirn (ehemals Manager-Magazin)  angetragen worden war und hoffte ernsthaft auf Unterstützung des Projekts durch deutsche Unternehmen: "Ich vertraue beiden, weil sie keine unkritischen Geister sind und alle Regeln der aufgeklärten deutschen Öffentlichkeit beherrschen, dass sie das China-Bild in Deutschland dauerhaft beeinflussen und objektiver gestalten können", schrieb Dhi an Unternehmen, die gefälligst in die Finanzierung einsteigen sollten. Hirn und Blume haben das Projekt inzwischen wegen "Compliance-Fragen" zurückgezogen. Nun gründet zumindest einer von ihnen einen Verein: "Kurz vor Weihnachten wurde der Verein 'China-Brücke e.V.' eingetragen. Laut Satzung soll der Klub 'das Verständnis für China in Deutschland und der Europäischen Union fördern'. Gründungsmitglied ist Wolfgang Hirn. Dieser beteuert: Chinareporter habe nichts mit der 'China-Brücke' zu tun."

Die in Australien besonders einflussreichen Murdoch-Medien (Rupert Murdoch ist schließlich Australier) haben besonders stark dazu beigetragen, den Klimawandel in Australien kleinzureden, berichtet Thomas Hummel in der SZ - und dies bis heute angesichts der verheerenden Buschfeuer, die ein Gebiet der Größe Bayerns plus Baden-Württembergs zerstörten: "Zu Beginn bezeichneten News-Corp-Blätter die Brände als normale Naturerscheinungen. Selbst als an Silvester der Rauch dicht über Sydney, Melbourne oder Canberra hing und im Hinterland Mensch und Tier ums Überleben kämpften, berichteten viele Zeitungen erst auf Seite vier darüber. Als das Inferno schließlich nicht mehr zu ignorieren war, gab The Australian Brandstiftern die Schuld daran. Was die Feuerwehr umgehend dementierte. Die nächste Volte war, Naturschützer und die Grüne Partei verantwortlich zu machen, weil diese angeblich verhinderten, dass im Winter Schneisen in den Wald geschlagen würden, um im Sommer die Brände unter Kontrolle zu halten."

Nachdem der Dumont-Konzern nun auch noch seine Mitteldeutsche Zeitung verkauft hat, was in Sachsen-Anhalt zu einer Konzentration führen wird, klagt man wieder über die Not des Lokaljournalismus und fragt, wie Lokalzeitungen zu retten seien. Aber Leonhard Dobusch hat bei Netzpolitik seine Zweifel: "ist das überhaupt die richtige Frage? Ist es überhaupt sinnvoll, mit größtem Aufwand immer weniger lokaljournalistische Inhalte zusammen mit ganz viel PR, ganz viel Werbung und ganz viel überregionalen Füllinhalten auf Papier zu drucken und vor Haustüren zu werfen? Mehr noch, hat nicht der 'gewaltige Kostenberg' von lokalen Zeitungen zur Folge, dass es fast notwendig zu weichgespültem Journalismus gegenüber den lokal Mächtigen in Politik und vor allem Wirtschaft kommt, weil man genau auf deren (Anzeigen-)Geld angewiesen ist? Mit anderen Worten, ist diese Form der Finanzierung von Lokaljournalismus nicht prinzipiell problematisch?" Staatliche Förderung lehnt Dobusch mit Blick auf seine österreichische Heimat aber ab: "Wenn schon öffentliche Finanzierung für die Gründung von lokaljournalistischen Projekten, dann besser über staatsferne, öffentlich-rechtliche Förderinstrumente (und ich sage das im vollen Wissen um die bisweilen mangelhafte Staatsferne bestehender, öffentlich-rechtlicher Anstalten)."

Außerdem: Im Freitag erzählt der Dramatiker Alexander Rupflin wie er im Örtchen Tötensen in Norddeutschland einen zurückgezogen Reporter namens Relotius suchte und ihm schließlich auch begegnete.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.01.2020 - Medien

Im Jahr 1993 brachte der Spiegel einen Aufsehen erregenden Titel, recherchiert vom berühmten Reporter Hans Leyendecker. Der Artikel legte nahe, dass der Terrorist Wolfgang Grams bei seiner Festnahme in Bad Kleinen geradezu hingerichtet worden sei - wenig später stellte sich allerdings heraus, dass er sich selbst erschossen hatte. Der Spiegel-Titel führte damals zum Rücktritt des Bundesinnenministers und zur Abberufung des Generalbundesanwalts. Seit einigen Wochen kursiert der Verdacht gegen Hans Leyendecker, er habe für die Geschichte einen Informanten erfunden, wogegen er sich im Zeit-Gespräch mit Holger Stark und Heinrich Wefing vehement wehrt. Und bestimmte Vergleiche lehnt er kategorisch ab: "Bei Relotius geht es um Betrug, Fälschung, Vorsatz. Bei mir ist es weder Betrug noch Fälschung, noch Vorsatz. Die beiden Fälle gleichzusetzen ist eine Unverschämtheit. Hier spielt eine Mischung aus Naivität, Gemeinheit und Unbeholfenheit eine große Rolle. Statt einen Fall zu prüfen, der 26 Jahre zurückliegt, würde ich eher die Berichterstattung im Fall des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff untersuchen. Da liegt das Fiasko nicht nur zeitlich näher. Welche der an der Hetzjagd beteiligten Medien haben sich bei ihm entschuldigt?"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.01.2020 - Medien

Bei der Deutschen Welle seien Rassismus und Sexismus an der Tagesordnung, berichtet Jad Salfiti, einst selbst Redakteur bei dem Staatssender, im Guardian und zitiert nach Aufzählung einiger Fälle von Mobbing und Beleidigung einen anonym bleibenden Mitarbeiter: "Die DW ist ein Sumpf. Das journalistische, politische, ethische Fehlverhalten ist System. Von innen kann man dieses System nicht reinigen. Der Finanzier der DW, also der Bundestag, muss Verantwortung übernehmen und untersuchen, was da passiert." Bereits letztes Jahr musste ein Star-Moderator nach einem Zeit-Bericht den Sender verlassen.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.01.2020 - Medien

Wie lange gibt es noch gedruckte Tageszeitungen, fragen Martin Beglinger und Marc Tribelhorn von der NZZ Gabor Steingart, den ehemaligen Spiegel-Star und Handelsblatt-Chef, der heute den höchst erfolgreichen Newsletter Steingarts Morning Briefing betreibt. "Bis der letzte Traditionsleser stirbt", antwortet er: "Wenn jemand sagt, er lese gern auf Papier, ist das keine Meinungsäußerung, sondern eine Altersangabe." Das heutige Klima im deutschen Journalismus kritisiert Steingart: "Viele Journalisten haben Neugier durch Haltung ersetzt. Diese Transformation war nicht vorgesehen, sie hat auch nichts mit dem Internet zu tun. Unsere Aufgabe ist Neugier, auf Fehler zu gucken. Aber dass jetzt Haltung zu unserem Hauptanliegen werden soll und wir nicht über Klimaschutz berichten, sondern ihn einfordern und Journalisten sich als Aktivisten verstehen, das halte ich für falsch." Das Morning Briefing wird maßgeblich von Springer mitfinanziert.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.01.2020 - Medien

Als komplizierte Causa beschreibt Hendrik Wieduwilt in der FAZ eine Klage von Tichys Einblick gegen das Recherchezentrum Correctiv, das für Facebook als Faktenchecker agiert. Weil es einen Text des von Roland Tichys Mainstream-Anti-Magazin als teilweise falsch deklariert hat, hatte dieser nun wegen unlauteren Wettbewerbs geklagt, aber vor dem Landgericht Mannheim verloren. Trotzdem: "Im Raum stehen nun gewichtige verfassungsrechtliche Fragen: Darf Facebook überhaupt auf Grundlage privater Klauseln mit einem Redaktionshelfer wie Correctiv andere Beiträge als falsch markieren? Oder ist es wie ein Staat an Artikel 5 Grundgesetz gebunden, müsste also alles außer Straftaten tolerieren?"

Im Aufmacher der NZZ schreibt Chefredakteur Eric Gujer mit selbstgewissem Blick über die Geschichte der Zeitung, die vor 240 Jahren, am 12. Januar 1780, gegründet wurde: "Digitalisierung bedeutet Disruption im journalistischen Selbstverständnis. Man sollte den Wandel ruhig positiv sehen. Er gab schließlich auch den Anstoß für die Gründung der NZZ."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.01.2020 - Medien

Das Literaturblog 54books möchte sich als ein - vorwiegend literarisches - Feuilleton im Netz etablieren und ruft LeserInnen zur Unterstützung auf: "Wir wollen  Gastautor*innen dazu holen, neue Stimmen suchen und schon etablierten einen freieren Raum bieten. Außerdem werden wir selbst Essays beisteuern, fremdsprachige Texte übersetzen (lassen), Gastbeiträge redaktionell betreuen und das Ganze mit einer kürzeren, wöchentlichen Kolumne und einem monatlichen Presserückblick abrunden. Und all das wollen wir bezahlen, zuallererst natürlich die Texte, die Menschen für uns schreiben und übersetzen. Wir sind daher auf Unterstützung durch unsere Leser*innen über Steady und andere Förderungen angewiesen."

In der SZ schreibt Leila Al-Serori über den Machtkampf zwischen Krone-Herausgeber Christian Dichand und dem Funke-Verlag, der bereits mehrfach versuchte, Dichand abzusetzen. Al-Serori erläutert: "Dass der Kampf um die Krone so erbittert geführt wird, liegt an ihrer besonderen Stellung in der österreichischen Medienlandschaft. Die Zeitung erreicht zwei Millionen Leser unter der Woche, am Sonntag gar 2,5 Millionen. Bei 8,7 Millionen Einwohnern ist das eine Reichweite von etwa 30 Prozent. Mit etwa 700 000 Exemplaren verkauft die Krone mehr als die nächsten fünf österreichischen Tageszeitungstitel zusammen."

Weiteres: "Bekommen Mitarbeiter beim BR keinen Rechtsbeistand, wenn sie sich ungeschickt und provokativ verhalten?" fragt sich Hannah Knuth in der Zeit, die die Ereignisse um den ehemaligen BR-Journalisten Richard Gutjahr noch einmal resümiert: "Hört man sich im BR und bei den Mitgliedern des Rundfunkrats um, entsteht das Bild einer Führungsspitze, die erschöpft war von dem Umgang mit ihrem intensiven Mitarbeiter Gutjahr, der ihr immer wieder auf den Geist ging."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.01.2020 - Medien

Andreas Platthaus berichtet für die FAZ aus Paris über die Gedenkfeiern zum fünften Jahrestag des Attentats auf Charlie Hebdo: "Zwei Gedenktafeln sind seit einiger Zeit an den Todesorten angebracht, doch heute wird nur dem Gedenken der Familien Raum eingeräumt - einer martialisch durch Maschinengewehre und Gitter bewehrten Trauer, von denen ein Bruchteil vor fünf Jahren ausgereicht hätte, das Verbrechen zu verhindern."

Selbst im gut versorgten Schweden ist die Lokalpresse in der Krise, berichtet Reinhard Wolff in der taz: "Und das großzügige System staatlicher Presseförderung, das sich Schweden seit über fünf Jahrzehnten leistet? Es hat mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Womöglich war es sogar eher kontraproduktiv, weil es erforderliche Anpassungen beim Kostenkostüm zu lange hinauszögerte. Ein aktuelles Problem ist die mangelnde finanzielle Ausstattung bei gleichzeitig immer mehr Förderberechtigten. Zeitungen haben Anspruch auf Produktionskosten, wenn in ihrem Verbreitungsgebiet ihre Haushaltsdeckung unter 30 Prozent liegt. Selbst ehemalige Monopolzeitungen landen mittlerweile unter diese Grenze." Und also landet zu wenig bei der einzelnen Zeitung.

Spiegel online gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch Der Spiegel. Die Website überrascht mit der allseits üblichen Kachel-Ästhetik. Chefredakteur Steffen Klusmann, ehemals Financial Times Deutschland, "hat den Webauftritt radikal umgebaut, um mehr Digitalabos zu erzielen", berichtet Gregory Lipinski bei Meedia. Bisher gebe es 125.000 digitale Abos: "Dauerhaft sollen es deutlich mehr werden, um den Verlag stärker von der Reichweitenvermarktung der Seite unabhängiger zu machen. Denn das Werbegeschäft ist hart umkämpft, obwohl das Printhaus mit der zu Bertelsmann gehörenden Ad Alliance einen großen Vermarkter im Rücken hat. Immer mehr gesetzliche Anforderungen und Wettbewerber wie Google, Facebook & Co. erschweren den Verlagen, ihre Anzeigenerlöse zu steigern."

Auf Zeit online fordern über vierzig Satire-AutorInnen des WDR und anderer Sender den Rücktritt des Intendanten Tom Buhrow, weil er mit seiner Entschuldigung für die "Umweltsau"-Satire seine Mitarbeiter im Regen stehen lasse. Und weil "alle Hinweise, der ursprüngliche Shitstorm - mutmaßlich auch signifikante Teile des analogen, der über telefonische Beschwerden in den Sender kam - sei von rechten Netzwerken organisiert worden, eifrig ignoriert". Laut Christian Meier (Welt) verteidigte sich Buhrow gegen diese Vorwürfe in einer Redakteursversammlung: "'Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt.' Es mache für ihn darum auch keinen Unterschied, dass das 'Umweltsau'-Lied schnell nach der Veröffentlichung von Fundamentalkritikern der Öffentlich-Rechtlichen auch aus dem rechtsextremen Spektrum instrumentalisiert worden war, um Stimmung gegen den beitragsfinanzierten Rundfunk zu machen. Denn daneben habe es eben 'echte Gefühlsäußerungen' von Hörern gegeben, die mit einer orchestrierten Kampagne nichts zu tun gehabt hätten."