9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.02.2019 - Medien

Thomas Borgböhmer führt in Meedia ein interessantes Gepsärch mit Fritz Wolf, der für die "AG Dok" eine Studie über Dokumentationen in den öffentlich-rechtlichen Sendern angefertigt hat. 80 Prozent davon sind inzwischen "vorformatiert", müssen also ganz bestimmten dramaturgischen Regeln folgen: "Die Formatierung bedeutet, dass dort die künstlerische Handschrift der Autoren verloren geht, so dass das Hauptgewicht bei den Redaktionen und Konzepten liegt. Das geht sehr weit, wie in einem Interview mit einer Produzentin nachzulesen war. Nämlich dass die Sender im Grunde die ganze Wirklichkeit vorgefertigt haben wollen, bevor es fertig gedreht ist."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.02.2019 - Medien

Im französischen Techblog Numérama haben Marie Turcan und Perrine Signoret eine Menge eher schockierender neuer Details über die "Ligue du LOL" zusammengetragen, eine informeller Gruppe junger Pariser Journalisten, die mit Vorliebe auf Twitter Kolleginnen schikanierte (unser Resümee), unter anderem ihre Kollegin Capucine Piot, die sich ebenfall auf Twitter wehrt: "Capucine Piot erzählt auf Twitter, dass sie eine Beziehung mit einem Liga-Mitglied, Renaud Aledo alias ClaudeLoup, hatte. 'Er hat mich glauben lassen, dass er Aids hat, um mir Angst zu machen und damit ich dachte, ich könnte selbst Aids haben', beschuldigt ihn Piot. 'Ich habe vor Angst gezittert, habe die medizinischen Tests durchführen lassen. Während dessen ging das Online-Mobbing weiter."

Marion Solletty kommentiert bei politico.eu: "Auffallend ist, dass die meisten der mutmaßlichen Belästiger für Publikationen arbeiteten, die die #MeToo-Bewegung unterstützten und ihr eine umfassende Berichterstattung widmeten - während man über das Verhalten der eigenen Reporter hinwegsah, so scheint es." In der taz führt Johanna Luyssen das Phänomen auf eine spezifisch französische Jungsclub-Kultur im französischen Journalismus zurück, der von "weißen heterosexuellen Cis-Männern, die aus der Mittelklasse stammen", dominiert werde. Vincent Glad, der Gründer der "Ligue" ist von Libération zumindest vorläufig entlassen worden, ebenso zwei Journalisten bei den Inrocks, berichtet Audrey Kucinskas in L'Express. Ursprünglich war die Geschichte von Libération als Antwort auf einen Leserbrief lanciert worden.
Stichwörter: #metoo, Metoo, Mittelklasse, Mobbing

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.02.2019 - Medien

Das ZDF gründet den eingestellten Sender ZDFKultur neu, allerdings im Internet - Was dort versucht wird, ist zum großen Teil allerdings nicht mehr Fernsehen, erläutert  ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler im Gespräch mit Michael Hanfeld von der FAZ. Das ZDF kooperiere hier etwa mit Museen: "Wir schaffen gemeinsam etwas Besonders, das es so bislang nicht gibt. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: In der 'Digitalen Kunsthalle' können Ausstellungen digital neu komponiert werden. Werke finden dort virtuell zusammen, die sonst nur mit größtem Aufwand oder gar nicht an einem Ort gezeigt werden können. Wenn eine Ausstellung geschlossen wird, weil Umbauten im Museum anstehen, können wir sie in der 'Digitalen Kunsthalle' fortsetzen."

Zeit Online meldet, dass seit gestern die Chefredakteurin der weisrussischen Nachrichtenwebsite tut.by, Marina Solotowa, in Minsk vor Gericht steht: "Ihr werden 'Untätigkeit' und Fahrlässigkeit vorgeworfen, weil Mitarbeiter von tut.by unerlaubt Dienste der staatlichen Nachrichtenagentur Belta genutzt haben sollen."

In seiner taz-Kolumne versammelt Michael Brake Aussagen über das digitale Leben, die man viel zu selten hört: "'Das Facebook-Profil von meinem Ex? Das schau ich mir erst wieder an, wenn ich aus der Sache emotional raus bin.' (Daniel, 27). 'Meine Passwörter hab ich alle im Kopf. Natürlich mit Zahlen, Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung.' (Hannah, 41) 'Ah, die Startseite von Spiegel Online wurde aktualisiert. Wie praktisch, dass mir diese Information über den Artikel gelegt wird, den ich gerade lesen will.' (Sari, 28)"
Stichwörter: ZDF, Minsk, Das Minsk

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.02.2019 - Medien




In den französischen Medien hacken sie sich gerade gegenseitig die Augen aus: Eine Schar von ungefähr dreißig jungen, männlichen und recht bekannten Online-Journalisten ist aufgeflogen, die sich bereits vor etlichen Jahren zu der Facebook-Gruppe Ligue du LOL zusammengefunden hatte: um Spaß zu haben, über andere herzuziehen - und Frauen zu belästigen. Ans Licht gekommen sind die Aktionen, weil sich einige der Beteiligten auf Twitter gegenseitig ihre Scheinheiligkeit vorwarfen. Daraufhin berichteten mehrere Frauen, wie sie belästigt wurden. Franceinfo gibt eine hervorragende Zusammenfassung: "Es folgten etliche andere Posts, darunter der von Daria Marx, einer Aktivistin gegen die Diskrimierung von Dicken: 'Mehrere Jahre lang waren ich und andere  Freundinnen Zielscheiben von diesen kleinen Pariser Typen, die sich einen Dreck um uns scherten', schrieb Marx laut Libération: 'Ich bin dick, also darf ich nichts sagen'. 'Eines Tages hat ein Mitglied dieser Liga ein Pornobild einer dicken blonden Tussi, die mir ein wenig ähnlich sieht, auf Twitter gepostet und gemeint, er habe mein Sextape gefunden.' Etliche Frauen beschreiben ähnliche Methoden der Belästigung." Und wie Libération berichtet, wurden bei der HuffPost.fr bereits Ende 2018 drei Journalisten entlassen, die das gleiche Spiel in der Gruppe "Radio Bière Foot" getrieben hatten.

In der Führungsetagen der ARD zirkuliert ein 89-seitige Papier des "Berkeley International Framing Institute", das der ARD empfiehlt, die Debatte über die eigene Existenzberechtigung zu "framen". Herausgekommen sind dabei 89 Seiten "Neusprech", berichtet Joachim Huber im Tagesspiegel: "Der monatliche Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro ist auch kein Rundfunkbeitrag, im Framing der Gegner auch 'Zwangsabgabe' oder 'Zwangsgebühr' genannt, sondern 'eine proaktive, selbstbestimmte (da demokratisch entschiedene) Beteiligung der Bürger am gemeinsamen Rundfunk ARD'. Dieses Narrativ gilt, und es muss wieder und wieder betont werden."

Christian Meier erklärt in der Welt, wer Elisabeth Wehling ist, eine deutsche Linguistin, die Das Berkeley Institute gründete und die übrigens in deutschen Talkshows häufiger als Expertin auftritt: "Sie erklärt dann vor allem, wie 'Framing' funktioniert. Der Fachbegriff bezeichnet eine Technik, mit deren Hilfe man einer bestimmten Zielgruppe einen sprachlichen Rahmen ('frame') vorgibt. Dieser Rahmen soll es ermöglichen, gesellschaftliche Diskussionen über umkämpfte Themen in eine gewünsche Richtung zu lenken. Wehling hat über diese Technik das Sachbuch 'Politisches Framing' geschrieben." Wehling sei für das umfangreiche Papier "branchenüblich honoriert", sagt eine ARD-Sprecherin zu Meier.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.02.2019 - Medien

In Wired lässt sich auch Antonio García Martínez den Optimismus nicht nehmen, auch wenn jetzt selbst die digitale Avantgarde - BuzzFeed, Vice, die Huffington Post- ihre Mitarbeiter entlässt. Der Journalismus stirbt nicht, sondern kehrt zu seinen Wurzeln zurück! "Wenn man heute Twitter, die Blogosphäre und parteiliche  Seiten wie Daily Kos oder National Review den Gründervätern zeigte, würden sie sie sofort erkennen. Ein wiederauferstandener Benjamin Franklin hätte heute keinen Job bei der Washington Post, sondern einen anonymen Twitter-Account mit einer riesigen Schar von Followern, die er dazu nutzen würde, seine politische Gegner zu trollen."

The Daily Beast lässt aus der Affäre um Jeff Bezos die Luft raus: Der Bruder von Bezos Geliebter hat dem National Enquirer anzügliche Mails des Paares geliefert. Der Mann arbeitet für Trump.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.02.2019 - Medien

Roland Tichy hat einen Artikel von seiner Seite Tichys Einblick genommen, weil der Madsack-Konzern Unterlassung von ihm verlangte. Der Artikel handelte von dem kleinen Medienimperium der SPD - sie ist unter anderem über ihre Holding DDVG neben Madsack am Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) beteiligt, das zahlreiche Lokalmedien mit Stoff aus Berlin versorgt. Tichy tut melodramatisch so, als müsse er einer Übermacht weichen, schreibt Stefan Niggemeier dazu in Uebermedien: "Er nimmt die eigene Kapitulation als Beleg dafür, dass man Wahrheiten nicht mehr aussprechen darf, die den Mächtigen missfallen." Zu Tichys Artikel, den Niggemeier dankenswerter Weise resümiert, sagt er: "Tichy verband zutreffende, bekannte Fakten, die er als geheim oder wenigstens unbekannt darstellte, mit wüsten Unterstellungen... Indirekt empfahl er CDU-Politikern, dem RND keine Interviews mehr zu geben, und Lesern von Zeitungen, die irgendwie mit dem RND kooperieren, ihre Abos zu kündigen." Dass die Medienbeteiligungen der SPD problematisch sind, sieht allerdings auch Niggemeier.

Tichys Taktik verfängt allerdings, ergänzt Stefan Winterbauer bei Meedia: "In einschlägigen rechten Blogs und so genannten Alternativmedien, unter anderem beim berüchtigten PI-News, sowie in zahlreichen Tweets und YouTube-Videos wird nun das Narrativ von der 'bösen SPD' gesponnen, die versucht ihren angeblichen Medieneinfluss mit juristischen Tricks zu verschleiern, Links auf die archivierte Originalstory oft inklusive."

In einem epischen Interview mit Benedict Neff und René Scheu in der NZZ spricht Springer-Chef Mathias Döpfner über den Fall Relotius, Leistungsschutzrecht, Islamismus, Israelfeindlichkeit, den grassierenden Antiamerikanismus und die politisch recht homogene linksliberale Medienlandschaft in Deutschland: "Mehrere Studien zeichnen ein ähnliches Bild: Deutsche Journalisten fühlen sich weit überwiegend linken Parteien nah, während die Verteilung unter den Bürgern - also Lesern - anders aussieht. Wenn Medien politische Positionen der Bevölkerung so verzerrt repräsentieren, führt das auf die Dauer zu einer Entkoppelung."

Buzzfeed, Vice und Huffington Post, alles Online-Medien, die fast ausschließlich auf Verbreitung über Facebook setzten, bauen massiv Stellen ab (auch die deutschen Redaktionen sind zum Teil betroffen). Ihr Problem ist, dass sie der Willkür von Facebook zu stark ausgesetzt waren, schreiben Anne Fromm und Peter Weissenburger in der taz: "Ab 2015 zum Beispiel entstand in der Branche ein Video-Hype. Facebook hatte behauptet, Anzeigen ließen sich neben Videos besser verkaufen als neben Text. Also zogen die Redaktionen Personal aus dem Bereich Text ab, um mehr Videos zu produzieren. Ende 2016 kam heraus: Facebooks Video-Zahlen waren aufgeblasen. Anfang 2018 veränderte das Netzwerk dann seinen Algorithmus und platzierte die Statusmeldungen von Freunden höher als die der Nachrichtenredaktionen. Die Besuchszahlen bei Vice und Buzzfeed brachen radikal ein."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.02.2019 - Medien

Eine ziemlich irre Geschichte: Jeff Bezos wirft dem Boulevardblatt National Enquirer in einem Blogbeitrag bei Medium vor, ihn mit der Veröffentlichung kompromittierender Fotos erpressen zu wollen und veröffentlicht Mails des Enquirer. Der Enquirer steht Donald Trump sehr nahe und wird unter anderem verdächtigt, dem ehemaligen Playmate Karen McDougal Schweigegeld bezahlt zu haben, damit sie nicht über eine Affäre mit Trump plaudert. Zeit online bringt die Ticker, die das Geschehen zusammenfassen und Bezos zitieren: "Wenn ich mich in meiner Position nicht gegen diese Erpressung wehren kann, wie viele Leute können es dann? Natürlich will ich keine persönlichen Fotos veröffentlicht sehen, aber ich werde auch nicht bei ihren allseits bekannten Erpressungsmethoden mitmachen, bei ihren politischen Gefälligkeiten, politischen Attacken und Korruption."

Nebenbei enthält Bezos's Blogbeitrag ein bemerkenswertes Bekenntnis zur Washington Post, die er vor einigen Jahren gekauft hat und die für ihre kritische Berichterstattung über Trump bekannt ist. Selbst wenn sie die Dinge für ihn kompliziere, so Bezos, "bereue ich meine Investition keineswegs. Die Post ist eine kritische Institution mit einem kritischen Auftrag. Meine Verantwortung für die Post und meine Unterstützung ihrer Mission, die unerschütterlich bleiben wird, ist das, worauf ich am stolzesten sein werde, wenn ich neunzig Jahre alt bin und auf mein Leben zurückblicke, falls ich das Glück habe, so lange zu leben."

Chinesen sind süchtig nach Serien - die erfolgreichste Serie, eine Art chinesisches "Games of Thrones", die am Kaiserhof des 18. Jahrhunderts spielt, schaffte es an einem einzigen Tag auf 530 Millionen Zuschauer, schreibt Lea Deuber in der SZ. Natürlich zensiere die chinesische Regierung auch in den Serienproduktionen, um ihre Agenda durchzusetzen: "2016 verbot China 'vulgäre, unmoralische und ungesunde Inhalte', die die angeblich 'dunkle Seite der Gesellschaft' zeigen würden. Kein TV-Drama solle 'abnormale sexuelle Beziehungen und Verhalten wie Inzest, gleichgeschlechtliche Beziehungen, sexuelle Perversion, Belästigungen, Vergewaltigungen und Gewalt zeigen', heißt es dazu in den staatlichen Vorschriften."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.02.2019 - Medien

Der Tagesspiegel versucht, mit teuren Branchen-Newslettern unter dem Titel "Background" Geld zu verdienen, etwa zu den Themen Energie und Klima und zu Digitalisierung, berichtet Grit Eggerichs im Deutschlandfunk: "Vergleichbar mit dem 'Background' ist Politico Europe. Die Redaktion in Brüssel erstellt täglich Newsletter zu Themenbereichen wie Mobilität, Brexit und Digitalisierung - zu haben ab 7.000 Euro im Jahr. Wie beim 'Background' werden die Texte exklusiv weitergegeben: Wer eine Lizenz hat, darf die Inhalte nicht weiterverbreiten, sie nicht in sozialen Netzwerken teilen und sie nirgends zitieren."

Im SZ-Interview mit Caspar Busse spricht Mark Thompson, Vorstandschef der New York Times, der es mit 3,4 Millionen Digitalabonnenten und 150 Millionen Lesern im Monat blendend geht, über 600.000 neue Abonnenten nach der Trump-Wahl, Ein-Dollar-Abos, das hehre Ziel von zehn Millionen Abonnenten bis zum Jahr 2025 und die Zukunft des Print-Journalismus: "Print ist heute noch sehr profitabel für uns. Das Problem ist nur, dass das Zustellsystem in den USA immer schlechter wird, auch wenn wir noch fast jede Ecke erreichen. Die Kosten für Produktion und Zustellung werden immer höher, die Anzeigen gehen zurück. Die gedruckte Zeitung wird damit immer teurer, ein Abo außerhalb von New York kostet heute schon mehr als 1000 Dollar im Jahr." Auch die New York Times veröffentlicht heute ihre Erfolgszahlen.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.02.2019 - Medien

(Via turi2) Das digitale Abo-Modell und die Paywall sind für Medien auch nicht unbedingt die Lösung, um den Wegfall von Print und sinkende Werbeeinahmen zu kompensieren, schreibt Sascha Mattke bei heise.de unter Bezug auf eine wissenschaftliche Studie des Reuters-Instituts (mehr hier). "Für jeden einzelnen Anbieter mag es so aussehen, als wäre ein digitales Abonnement für seine Inhalte für einen niedrigen zweistelligen Euro-Betrag pro Monat durchaus attraktiv. Aber das Internet ist voll von solchen Angeboten. Insgesamt betreiben deutsche Print-Medienhäuser laut einer Übersicht ihres Verbandes BDZV mittlerweile 217 Websites mit Bezahl-Option. Wenn man sich als Leser nicht auf einzige Quelle festlegen will, kommen schnell hohe Summen zusammen.

Wie es den Zeitungen im Print ergangen ist, erzählt taz-Geschäftsführer Andreas Bull in einem Artikel über das eigene Problem der taz mit den Print-Abos: "Mit rund 15,5 Millionen in der gesamten Republik verkauften Exemplaren wurden im 4. Quartal 2018 täglich 670.000 Tageszeitungen weniger verkauft als im Vorjahresquartal, ein Verlust von 4,1 Prozent. Das geht Quartal für Quartal und Jahr für Jahr so, in den letzten zehn Jahren büßte die Branche 33,5 Prozent ein, der Tageszeitungsmarkt schrumpfte um 7,8 Millionen tägliche Exemplare. Am ärgsten traf es dabei die Bild-Zeitung, die in diesem Zeitraum allein mehr als 1,8 Millionen an täglicher Auflage verlor, ein Minus von 55 Prozent!

Andrian Kreye unterhält sich in der SZ mit John Micklethwait von Bloomberg News über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Journalismus: "Bisher eliminiert künstliche Intelligenz vor allem die langweiligen Arbeiten der Journalisten. Das Generieren von Zahlen. Das Transkribieren von Interviewaufnahmen. Alle repetitiven Aufgaben kann man automatisieren. Und sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.02.2019 - Medien

Amerikanische Online- und Printmedien entlassen zur Zeit Hunderte von Journalisten, und das in Zeiten, wo das Interesse an News größer ist denn je. Farhad Manjoo sieht die Entlassungen in der New York Times als Katastrophe. Schuld sind mal wieder die sozialen Netze: "Wir befinden uns inmitten eines anhaltenden globalen Informationskriegs. Wir vertrauen unser Leben Technologien an, die Misstrauen und Fälschung säen und wenig Raum für Nuancen und Komplexität lassen, die uns aufteilen in ignorante und meckernde Stämme. Diese Ära sollte für Journalisten und Journalismus wie gerufen kommen - eine Profession, die gewiss oft irrt und doch der beste Weg ist, den wir kennen, um gegen die Sintflut von Gerüchten und Verlogenheit anzukämpfen."

Weitere Artikel: Die Welt hat die sechs Artikel, die Claas Relotius in der Zeitung veröffentlichte, überprüft und kommt zu dem Ergebnis: Bei zwei Texten gibt es Zweifel am Wahrheitsgehalt.