Die
taz bildet mit mehreren europäischen Zeitungen (etwa der
Libération, der ungarischen
HVG und der
Gazeta Wyborcza) einen Rechercheverbund, um den Aktivitäten
europäischer Rechtspopulisten vor der als entscheidend geltenden
Europawahl im Mai 2019 zu beobachten. Im
Editorial heißt es: "Europa ist RechtspopulistInnen dabei negativer und positiver Bezugspunkt zugleich: Sie dämonisieren die EU als Angriff auf die nationale Souveränität - und bilden gleichzeitig auf europäischer Ebene
Allianzen. Eine Internationale der NationalistInnen mag in der Vergangenheit selten gut funktioniert haben. Heute aber gibt es mehr als nur Parallelen unter den rechten Parteien Europas: Es gibt Synergien, Kooperationen, Koordination. Teils ist dies erst in Ansätzen spürbar, wie bei der Verbindung zwischen
AfD und dem französischen
Rassemblement National, der früher Front National hieß. Teils haben sich schon klare Achsen gebildet, wie jene zwischen der
FPÖ in Österreich und
Fidesz in Ungarn." Ein ausführlicher
Artikel des Dossiers widmet sich der
Medienpolitik dieser Parteien, die etwa die
öffentlich-rechtlichen Sender gleichschalten und Zeitungen schließen oder mit Staatsanzeigen gefügig machen.
(Via
turi2)
Russland versucht mit einigen Medien Einfluss auf die
linke Szene in Deutschland zu gewinnen,
berichtet Jan-Henrik Wiebe bei
t-online.de. Unter anderem erregte ein Medium namens
Redfish jüngst Aufsehen mit der
Dokumentation eines Polizeieinsatzes gegen einen Schwarzen, der sich der Festnahme widersetzte und dessen Festnahme zu Flaschenwürfen des umstehenden Kreuzberger Publikums führte: "Was nur wenige User, die auf den Clip reagieren, ihn kommentieren und weiterverbreiten, wissen dürften:
Redfish ist Teil des staatlichen
russischen Medienbetriebs Rossija Sewodnja. Nach Aussage der Chefin Lizzie Phelan gegenüber
t-online.de ist es eine hunderprozentige Tochter der Videoagentur Ruptly, die wiederum zu
RT, ehemals
Russia Today, gehört. Sender und Agentur gehören dem
staatlichen russischen Rundfunk. Weder im Impressum noch in der Selbstbeschreibung wird diese Verbindung öffentlich gemacht."
Der schöne Sommer war
Gift für die Medien,
berichtet Dirk Stascheit bei
turi2 mit Blick auf die neuesten
IVW-Zahlen (mit denen die Auflage einigermaßen objektiv gemessen wird): Die Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland bluten bei der verkauften Auflage auch im 3. Quartal mehrheitlich rote Tinte. Die Platzhirsche an der Spitze leiden am meisten:
Bild verliert fast 10 Prozent und verkauft mit 1,52 Millionen Zeitungen 166.000 weniger.
Fußball Bild, die eigentlich die Auflage steigern sollte, ist da schon eingerechnet. Die
Bild am Sonntag rutscht sogar um fast 11 Prozent auf 831.717 ab. Nicht besser ergeht es den aktuellen Magazinen: Der
Spiegel sackt um 6,7 Prozent auf 716.663 verkaufte Exemplare ab, der
Stern büßt 12,8 Prozent ein und verkauft nur noch 514.889 Hefte."