Netzpolitik bringt ein kleines Dossier über
Google und die Presse. Das Google-Programm "
Digital News Initiative" mit seinen 150 Millionen großzügig an Medienprojekte ausgeschütteten Dollar, stellt die kooperierenden Medien in ein
schiefes Licht,
meint Alexander Fanta: "Wer heute über Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft berichtet, kommt an dem Internetriesen Google und seinen Mitbewerbern Facebook, Apple, Amazon und Microsoft nicht vorbei. Ob es nun um die Zukunft des
Urheberrechts geht, die Entwicklung von künstlicher Intelligenz, selbstfahrenden Autos oder
politischen Debatten und Wahlkämpfe im Netz: Überall sind die großen Internetfirmen relevant und ein Machtfaktor. Wer von diesen Firmen Geld nimmt, wird gegenüber der Öffentlichkeit erst noch
seine Unabhängigkeit unter Beweis stellen müssen."
Dass Google mit seinem Fonds
tatsächlich innovativ ist, kann man nicht behaupten, so Fanta im
Hauptartikel des Dossiers: "Ein großer Teil der Google-Fördergelder geht an
etablierte,
alte Medienhäuser. In den ersten vier Förderrunden gingen 54 Prozent der Projekte an profitorientierte Medien und Verlage - in Deutschland waren fast alle großen Häuser dabei, DuMont, Holtzbrinck, Funke und
WAZ. Wenn man aus ungefähren Angaben Googles die Summen hochrechnet, gehen sogar
70 Prozent des Geldes an kommerzielle Medien."
15 Millionen Euro aus dem Google-Geld fließen an deutsche Medien. Ingo Dachwitz
schlüsselt auf, an welche: Die
FAZ erhielt 500.000 Euro,
Spiegel online 700.000 Euro, die
taz 100.000 Euro, die
Wirtschaftswoche 600.000 Euro.
In der
FAZ ist Stephan Löwenstein nicht erstaunt über die
Medienpolitik der FPÖ. Vorgestern wurde eine interne Mail des Innenministeriums publik, die besagte, dass nur
bestimmte Medien mit Informationen versorgt werden sollen (unser
Resümee). Dass die Mail aber nicht direkt vom Minister, sondern von einem untergeordneten Mitarbeiter kommt, hält Löwenstein ebenfalls für plausibel: "Nicht nur die sprachliche Unbeholfenheit, die Mischung aus bürokratischen Floskeln und Stammtischparolen, lässt vermuten, dass da keiner mehr drübergelesen hat. Hauptsächlich aber hat der Verfasser eine österreichische Weisheit missachtet: '
A Schriftl is a Giftl.' So etwas macht man vielleicht, aber man schreibt es doch nicht auf!"