Der marokkanische Journalist
Soulaiman Raissouni wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt und befindet sich wegen eines Hungerstreiks am 92. Tag in einem extrem geschwächten Zustand,
berichtet Lea Fauth in der
taz. In Marokko scheint man oppositionelle Journalisten gern wegen angeblicher Vergehen zu verurteilen, die nichts mit ihrer journalistischen Tätigkeit zu tun haben. Raissouni "soll einen
LGBTI-Aktivisten vergewaltigt haben. Er selbst bestreitet das. Seine Frau, die an einem Dokumentarfilm über LGBTI-Rechte in Marokko arbeitete, hatte den Aktivisten zu sich nach Hause eingeladen. Wie frei dieser sich äußert, ist fraglich, da er in Marokko als Homosexueller selbst als Straftäter gilt und
heftiger Repression ausgesetzt ist. Auszuschließen ist eine Vergewaltigung trotzdem nicht. Eine rechtsstaatliche Aufklärung der Tat hat es allerdings nicht gegeben." Ebenfalls für die
taz berichtet Barbara Oertel aus Georgien, wo der Kamermann
Alexander Laschkarawa bei Ausschreitungen gegen eine Gay-Pride-Parade so brutal angegriffen wurde, dass er seinen Verletzungen erlag.
Ungewöhnlicher Aufruhr in der
ARD, wo Redakteure gegen Entscheidungen ihrer Chefinnen protestieren,
berichtet Claudia Tieschky in der
SZ. Der "
Weltspiegel" soll vom frühen Sonntagabend in die Montagnacht verlegt werden.
Politikmagazine werden gerupft. Programmchefin
Christine Strobl verteidigt sich damit, dass die Inhalte in die Mediatheken und sozialen Medien diffundieren sollen, damit auch
jüngeres Publikum sie zur Kenntnis nehmen: "Ein neues Gesetz, das noch dieses Jahr beschlossen werden soll, sieht vor, dass
ARD,
ZDF und
Deutschlandradio selbst entscheiden können, welche Programme sie
überhaupt noch als klassisches TV und welche sie online zur Verfügung stellen - ausgenommen ist ein kleiner Pflichtkanon, der weiter linear gesendet werden muss. Es ist kein Geheimnis, dass die neuen Programmwelten
Geld kosten werden, das anderswo eingespart werden muss."
Außerdem: Bei den
Uebermedien schildert der Journalist Klaus Ungerer sein Überleben im
sterbenden Zeitungsgewerbe: von der noch von Schirrmacher dargereichten 3000-Mark-Pauschale bei der
FAZ bis zum geschassten Textchef beim
Freitag.