Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
22.09.2009. Wer aus dem Hitler-Stalin-Pakt gelernt hat, muss jetzt Georgien helfen!, rufen europäische Intellektuelle in der Welt. Die taz feiert atonale Popmusik von David Sylvian. In der FR erzählt Bei Ling, wie mies es Homosexuellen in China ergeht. Die SZ überlegt, wie man einen Toten auf Facebook beerdigt. In der FAZ warnt Pirat Jens Seipenbusch vor der Manipulation von Internetnutzern. In der Huffington Post ahnt Jimmy Wales, was die alten Medien an Wikipedia so schockiert: die Massen sind intelligent!
21.09.2009. Siegfried Lenz stellt im Tagesspiegel die Frage des Neuschreibens. Das Blog Digitale Notizen antwortet auf Georg M. Oswalds Kritik an den Internetforen der Zeitungen. Die FAZ und die SZ besuchen die Grabkammern von Qatna. Außerdem in der SZ: Ernst-Wilhelm Händler kritisiert Günter Grass für sein "exemplarisch unaufrichtiges Leben." In der FAS bewundert Frank Schirrmacher die andere Intelligenzform der Nerds, warnt aber vor deren Auswirkungen auf die Verlage.
19.09.2009. In der taz erklärten Daniel Cohn-Bendit, Harald Welzer und Claus Leggewie, warum wir eine Transformation brauchen und warum die nicht von oben kommen kann. In der Welt sieht Henryk M. Broder Israels Existenzrecht immer mehr in Frage gestellt: von klugen, sensiblen und kritischen europäischen Intellektuellen. In der FR beklagen die Architekten Christoph Mäckler und Wolfgang Sonne die Verschandelung unserer Städte durch Dämmstoffe. Die SZ überlegt, warum Menschen ihre persönlichen Daten ins Internet stellen. Die FAZ besucht Orhan Pamuks "Museum der Unschuld".
18.09.2009. Die NZZ erklärt den Zusammenhang zwischen den Überflutungen in Istanbul vor einer Woche und den Enteignungen von Griechen, Juden und Armeniern vor einigen Jahrzehnten. Der Guardian bringt einen Bericht über Dutzende Morde an Homosexuellen im Irak. Abdolkarim Soroush veröffentlich in seinem Blog einen offenen Brief an Ayatollah Khamenei. In der FAZ erzählt der Exilautor Bei Ling, wie er sich beim Symposion der Frankfurter Buchmesse in der letzten Woche fühlte.
17.09.2009. In der SZ spricht Ai Weiwei über das eigentliche Problem in China. In ihrem Blog beschreibt die E-Book-Verlegerin Kassia Krozser, warum sie aufgibt und warum es sich lohnt weiterzumachen. Die Welt erklärt, warum Faruk Hosni als Unesco-Präsident problematsich ist, nicht nur wegen seiner antisemitischen Äußerungen. In der Zeit nimmt Thea Dorn gegen den Freitag-Aufruf zum Abzug aus Afghanistan Stellung. Die FAZ erinnert an die "Beutepartnerschaft" zwischen Hitler und Stalin vor siebzig Jahren.
16.09.2009. Schon wieder eine Religion! Der Boston Globe informiert über den Dudeism, der bereits 50.000 Priester hat. Die SZ zeigt, wie Ai Weiwei eine Operation am Gehirn dokumentiert, nachdem die chinesische Polizei ihn krankenhausreif geschlagen hat. In der taz wendet sich Wolgang Sofsky gegen zu viel Staat. Die FR freut sich: Die Buchmesse lenkt ein, Tibet-Aktivisten dürfen Flugblätter verteilen. Die FAZ formuliert Vorbehalte gegen den "sadistischen Strippenzieher" Lars von Trier.
15.09.2009. Die NZZ bescheinigt den Veranstaltern des Frankfurter China-Symposiums multiple Biegsamkeit und dem Panel rückgratfreien Diskurs. Für die Chinesen war das Verhalten von Buchmessechef Boos ein Sieg, meint die SZ. Die FR stellt das "Freedom Theatre" aus Palästina vor. In der Welt erklärt Wolf Lepenies, warum Madame heute nicht mehr wie ihre Köchin schreiben möchte. Die FAZ wittert eine Krise des politischen Journalismus. Die taz gedenkt der Lehman Brothers.
14.09.2009. Desaster, Fiasko. Gesichtsverlust. Entschuldigungen. Fast alle Zeitungen berichten vom China-Symposion der Frankfurter Buchmesse. Der Turmsegler erzählt Episoden aus Wolfgang Koeppens letzter Lebensstation im jüdischen Altenheim von München. Die SZ reagiert säuerlich auf das "Internet-Manifest". Die Welt fragt: Wie geht's weiter mit dem Berliner Schloss? Im Perlentaucher reklamiert Ralf Bönt ein Recht der Gesunden auf Verdrängung der Krankheit.
12.09.2009. In der FR betrachtet Dai Qing die aufgebundenen Füße des chinesischen Volks. Die NZZ begibt sich auf eigene Gefahr in Roberto Bolanos Abgrund "2666". In der Welt gibt Christoph Schlingensief einen Einblick in Angela Merkels trockenen Humor. In der taz fordert Norbert Bolz den Staat zu Selbstbegrenzung auf. Die SZ porträtiert den israelischen Schriftsteller Avraham Burg.
11.09.2009. "Wir müssen eine Plattform der freien Rede garantieren", sagte Börsenvereinschef Gottfried Honnefelder noch vor zwei Monaten zur Welt. Es dürfen auch alle Chinesen auf der Buchmesse frei reden, außer denen, die ausgeladen werden. Die Zeitungen berichten groß. Die FR weiß, was die Umweltaktivistin Dai Qing sagen wollte. Die SZ bringt Auszüge aus der Rede, die der ausgeladene Autor Bei Ling am Samstag in Frankfurt halten wollte.