Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Aber auch ein Stein in der Hand

10.09.2009. In der FAZ staunt die Künstlerin und Filmemacherin Shirin Neshat über die Frauen der grünen Revolution. Nicht das Regietheater, das Anything Goes ist das Problem des deutschen Theaters, meint der Tagesspiegel. Techcrunch liest die Anzeigen von Bing auf, äh, Google, und empfiehlt dann Bing. Welt und SZ berichten über die Aussperrung der chinesischen Autorin Dai Qing von einem Sympsion in Frankfurt.

Eigentlich eine lächerliche Grenze

09.09.2009. In der FR erzählt Charlotte Gainsbourg, wo bei ihr die Grenze in Lars von Triers "Antichrist" erreicht war. Der Calgary Herald zeigt, dass ein Schutz des Urheberrechts im traditionellen Sinn ein anderes Rechtsgut kaputtmachen wird: die Privatsphäre. In Berlin forderten Vertreter der Verwerterindustrien jahrelange Vorratsdatenspeicherung, meldet Heise. Gawker berichtet über Zensur beim Verlag Conde Nast, der eine Reportage über Putins Aufstieg in Russland selber lieber nicht veröffentlicht. Die SZ fürchtet das Schlimmste für das Istanbuler Kulturhauptstadtjahr 2010.

Die Rettung muss gelingen

08.09.2009. Techcrunch präsentiert den Life-Recorder: Ein kleines Gerät, das dein ganzes Leben aufzeichnet und durchsuchbar macht. Einige deutscher Blogger legen ein "Internet-Manifest" mit 17 Behauptungen über Journalismus vor. Die taz versucht, die komplizierte Debatte um das Google Book Settlement aufzudröseln. Viel diskutiert wird über das Ehrenmal für gefallene Bundeswehrsoldaten. Der Tagesspiegel erklärt, wie sich  Club Contemporary Classical anhört. In der FAZ präsentiert Patri Friedman seine Idee für eine Neuordnung der Weltpolitik: schwimmende Inseln.

Nichts ist heute verloren als der Verlust

07.09.2009. In der Welthauptstadt des deutschen Theaters, Wien, startete die Saison mit Schimmelpfennig und einem "Faust", vor dem niemand graut. Die NZZ plädiert  für Demokratie in Libyen. In der SZ wendet sich Burkhard Müller gegen Attrappen kriegszerstörter Bauten in den deutschen Städten. In der FAZ rät Kunstkritiker Ulf Erdmann Ziegler zum Glühbirnenhamstern. Und Frank-Walter Steinmeier fordert in einem in den Blogs veröffentlichten Wahlkampftext ein Leistungsschutzrecht für Zeitungsverlage.

Bizarrer Bastard

05.09.2009. Die NZZ sucht nach Gründen für den Niedergang Pakistans. Im Freitag erklärt Christoph Schlingensief, warum er es überhaupt nicht ehrenhaft findet, über seinen Krebs zu schweigen. In der Welt erklärt Leszek Kolakowski, warum wir den Sinn für das Heilige brauchen. In der FR will Ulrich Beck nicht mehr über die globale Ungleichheit hinwegsehen. In der taz versucht Lars von Trier, die Geheimnisse von Charlotte Gainsbourg zu ergründen. Die SZ sah eine durchgeknallten Nicolas Cage in Werner Herzogs "Bad Lieutenant".

Irritierende Schnalz- und Knackgeräusche

04.09.2009. Im Standard fragen Adam Krzeminski und Martin Pollack: Warum schweigen die Österreicher zum 1. September? In der Jungle World erklärt Karl Rössel, Kurator der Ausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg", warum historische Redlichkeit auch die Darstellung der Kollaboration gebietet. Die FAZ findet "Die Kunst ist super" nicht bleifrei. In der FR erklärt Peter Schneider, warum er sich nicht nur nicht mit Springer versöhnen, sondern sogar ein neues Tribunal verkrachen will. Springer würdigt die neue deutsche Käsekultur.

Der durchs Bein getriebene Schleifstein

03.09.2009. In Cargo schreibt  Elfriede Jelinek über das  Unheimliche schlechthin in Lars von Triers neuem Film. Und Daniel Kehlmann fragt in der Zeit aus Anlass des gleichen Films: Was ist, wenn böse Frauen existieren? Nicht ohne Mufti: Die Welt greift den Eklat um die Berliner Ausstellung über die "Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" auf.  Cicero fordert eine deutsche Fortschrittspartei. Die NZZ besucht Michael Jackson auf dem Friedhof.

Ausgestopft und ausgestellt

02.09.2009. In der FR erklärt der chinesische Literaturfunktionär Li Pengyi, warum alle Verlage des Landes marktwirtschaftlich operieren sollen und nur das Publishing House for Tibetan Studies die Unterstützung der Partei braucht. Das Blog Bewegliche Lettern hat Kevin Kelly übersetzt: Das Internet ist eine Kopiermaschine. In der SZ denkt Slavenka Drakulic über Tito nach. Und alle Filmkritiker haben für Venedig gepackt. 

Ein Kontakt mit Kermani

01.09.2009. In der Financial Times fürchtet der Hachette-Verleger, dass Google und Amazon den Buchmarkt ruinieren. Der SZ graut vor dem Regionalpopulismus der Lega Nord. Der Tagesspiegel macht sich Sorgen um Literaturen, wo die Hälfte der Stellen gestrichen wird. Welt und Berliner Zeitung greifen Putins neue Position zum Hitler-Stalin-Pakt auf: Verwerflich, aber verständlich.

Kontrollversagen, Kartelle, Korruption

31.08.2009. In der Welt erinnert sich Andrzej Wajda an den Kriegsbeginn in Polen. In der FR vermisst der Politologe Harvey C. Mansfield Esprit und Schärfe in der Politik. In der taz erzählt Gabriele Goettle, warum nicht nur die Armen, sondern auch die Supermärkte von den "Tafeln" profitieren. Die NZZ greift rumänische Debatten um Mihail Sebastian auf. Die SZ zieht eine ziemlich traurige Bilanz des Wiederaufbaus von New Orleans.