Magazinrundschau - Archiv

The Economist

428 Presseschau-Absätze - Seite 23 von 43

Magazinrundschau vom 03.10.2006 - Economist

Der Economist ist ausgesprochen froh, dass die EU-Verhandlungen im finnischen Tampere gescheitert sind, nationale Polizei- und Justizaufgaben an Brüssel abzugeben. "Auch wenn es kaum jemand weiß - schon heute erlaubt ein europäischer Haftbefehl einem Richter in einem EU-Land die Verhaftung eines Verdächtigen in einem anderen EU-Land... Würde der spanische Richter Baltasar Garzon seinen Haftbefehl für Augusto Pinochet heute ausstellen, müsste Großbritannien (wo Pinochet sich aufhielt) den ehemaligen chilenischen Diktator vermutlich an Spanien ausliefern." Das war der Europäischen Kommission jedoch nicht genug, sie wollte noch mehr Kompetenzen nach Brüssel verlagern. Aber ein so weitgehender Verzicht auf nationale Souveränität setzt, so der Economist, enormes Vertrauen in die EU voraus. Das Motto im Augenblick sei aber: "In Europe we don't trust."

Weitere Artikel: Der Economist lobt den deutschen Kulturbetrieb für sein perfektes Timing: Nichts hätte den Sinn und Zweck der deutschen Islamkonferenz - den islamischen Fundamentalismus vom Islam zu scheiden - deutlicher machen können als der Skandal um die Absetzung der Mozart-Oper "Idomeneo". Sehr angetan zeigt sich der Economist von Ashley Kahns Hommage an das Jazz-Label Impulse ("The House that Trane Built: The Story of Impulse Records"), das faszinierende Einblicke in die Sessions von John Coltrane, Miles Davis & Co bereithält. Musik zum Buch gibt es auch - in Form einer 4-CD-Box.

Außerdem zu lesen: Wie erreicht werden soll, dass Rumänien und Bulgarien, aber nicht die dort herrschende Korruption zum Jahresbeginn der EU beitreten, ob sich das geopolitische und militärstrategische Bündnis zwischen den USA und der Türkei dem Ende neigt, und was vom Schweizer Referendum zur Einwanderungspolitik zu halten ist. Und schließlich stellt der Economist die virtuelle Online-Welt "Second Life" vor, ein metaphysisches Universum, in dem unter anderem auch Handel betrieben wird, was nun die Großen der Werbeindustrie auf die Bildfläche ruft, zum Entsetzen vieler Mitglieder.

Magazinrundschau vom 26.09.2006 - Economist

Mit seiner Zitatwahl war der Papst zugegebenermaßen schlecht beraten, doch seine Botschaft ist es Wert, gehört zu werden, kommentiert der Economist die umstrittene Regensburger Rede. "Zwei Dinge liegen ihm besonders am Herzen. Zum einen, dass Christen in vielen muslimischen Staaten nicht die selbe religiöse Freiheit genießen wie die meisten Muslime im Westen. Zum anderen, dass zu viele islamische Geistliche im Namen des Glaubens verübte Gewalt zu befürworten oder zumindest zu dulden scheinen. Dies war das Hauptanliegen seiner Regensburger Rede, in der er versucht hat, wie er später darlegte, 'zu erklären, dass nicht Glaube und Gewalt zusammengehören, sondern Glaube und Vernunft'. Der Wert dieser Botschaft angesichts der derzeitigen weltpolitischen Situation ist kaum zu überschätzen. Es ist nur schade, dass sie auf solch ungeschickte Art und Weise formuliert wurde, dass sie ausschließlich Antworten in Form von verbrannten Bildern, grausigen Drohungen und viel aufrichtig empörtem Protest hervorrief."

Weitere Artikel: "Wähle, als hinge Dein Leben davon ab. Das tut es nämlich" - Die Republikaner üben sich angesichts der anstehenden Kongresswahlen im Angsteinjagen, wie der Economist säuerlich berichtet. Noch saurer stoßen ihm allerdings die Aufnahmepraktiken der Ivy-League-Universitäten auf, die Daniel Golden in seinem Buch "The Price of Admission: How America's Ruling Class Buys Its Way into Elite Colleges - and Who Gets Left Outside the Gates" aufgedeckt hat. Der Economist widmet der kämpferisch engagierten Kriegberichterstatterin und gefürchteten Journalistin Oriana Fallaci einen hymnisch-deftigen Nachruf. Und empfiehlt allen Gläubigen, Atheisten und Agnostikern, Richard Dawkins' erfrischend respektlose Religionskritik "The God Delusion" zu lesen.

Und schließlich ist es wieder Zeit für das Dossier Technology Quaterly, in dem es diesmal unter anderem um Chinas Vision einer auf erneuerbare Energien zurückgreifenden, energetisch selbstgenügsamen Ökopolis (als Audio-Interview), um Software zur Bekämpfung von Versicherungs- und anderen Betrügern, und um den Paradigmenwechsel von der Glühbirne zur LED geht.

Magazinrundschau vom 19.09.2006 - Economist

Der Economist kommentiert die Ausstellung von Holocaust-Karikaturen in Teheran, mit der das iranische Regime die angebliche westliche Doppelmoral hinsichtlich der Redefreiheit aufzeigen will. "Dutzende Karikaturen, und insbesondere die iranischen Beiträge (die Ausstellungsbeiträge stammen aus vielerlei Ländern, wie etwa Italien, Brasilien und Indien), sind offen antisemitisch. Die Bildersymbolik ist grotesk und vorhersehbar: Davidsterne verwandeln sich in Hakenkreuze; die Freiheitsstatue hebt den Arm zum Hitlergruß. Subtil sind die Karikaturen nicht, und vielleicht ist auch deshalb die Ausstellung eher schwach besucht. Ihr Korrespondent vor Ort hatte sie ganz für sich, ehe weitere ausländische Journalisten eintrafen. Dies mag Mahmud Ahmadinedschad nicht stören: Der Verdacht liegt nahe, dass die Ausstellung, wie auch seine ungeheuerlichen Einzeiler, auf das Ausland abzielt."

Weitere Artikel: Einen geradezu hymnischen Nachruf widmet der Economist dem ungarischen Dissidenten und Schriftsteller Gyorgy Faludy, der auf die Sicherheit des Exils verzichtete und es vorzog, ins Gefängnis zu gehen, weil er es für seine Aufgabe hielt, die Gräueltaten der Kommunisten zu bezeugen. Geradezu ins Schwärmen gerät der Economist beim Besuch des neu eröffneten historischen Grünen Gewölbes in Dresden. Der Economist stellt Amerikas unabhängigsten Republikaner vor: Lincoln Chafee, den Senator von Rhode Island. Und schließlich rekapituliert der Economist das seltsame politische Ende des Tony Blair.

Magazinrundschau vom 12.09.2006 - Economist

Über das tatsächliche Ausmaß und die Folgen der Erderwärmung herrscht auch in wissenschaftlichen Kreisen Uneinigkeit, meldet der Economist, fordert jedoch von der Weltpolitik angesichts des unberechenbaren Risikos mehr Weitsicht. Der weltweiten klimapolitischen Trägheit hält er entgegen, dass es durchaus nichts Neues sei, für die kommenden Generationen Sorge zu tragen: "Regierungen tun es die ganze Zeit. Sie verwenden einen geringen Anteil ihrer Steuereinnahmen darauf, ein Berufsheer aufrechtzuerhalten, nicht etwa, weil sie meinen, ihr Land stünde unmittelbar vor einer feindlichen Invasion, sondern weil die Konsequenzen, sollte dies passieren, katastrophal wären. Privatpersonen tun es auch. Sie investieren einen kleinen Teil ihrer Einkünfte in eine Hausratsversicherung, nicht etwa weil sie der Überzeugung sind, dass ihr Zuhause im Laufe der nächsten Woche abgefackelt wird, sondern weil die Folgen, sollte dies passieren, verheerend wären." Eine ausführliche Dokumentation findet sich im Dossier dieser Ausgabe.

Weitere Artikel: Pat Buchanans nativistisches und negativistisches Buch "State of Emergency: The Third World Invasion and Conquest of America" verdient es nach Ansicht des Economist, "paläokonservativ" genannt zu werden. Joseph Stiglitz' zweites Buch zum Thema Globalisierung ("Making Globalisation Work") weist ihn abermals als "Künstler des Unmöglichen" aus, bedauert der Economist.

Außerdem zu lesen: Warum der Wahlsieg der schwedischen Sozialdemokraten auf der Kippe steht, obwohl das schwedische Modell vielerorts zum Vorbild erklärt wird, was Frankreichs Präsidentschaftsanwärter Segolene Royal und Nicolas Sarkozy gemeinsam haben (vage Äußerungen über radikale Reformen), dass Deutschland und Italien für ihren - wenn auch zaghaften - Reformkurs Lob verdienen, und schließlich dass es sich nicht gehört, dass der risikofreudige australische Krokodilfan Steve Irwin letztendlich von einem Fisch zur Strecke gebracht wurde.

Magazinrundschau vom 05.09.2006 - Economist

Was im Augenblick unter dem Titel Biotechnologie läuft, ist bloße Herumbastelei, meint der Economist. Die Zukunft gehört den synthetischen Biologen, die noch nie dagewesene Lebewesen völlig neu erschaffen wollen, mit universalen DNA-Bausteinen, die wie Legosteine beliebig miteinander kombinierbar sind. "Im Moment sind die BioBricks wie Lego noch ein Spielzeug. Sie wurden bisher nur für Studien herangezogen, die als erster Leistungsbeweis dienen sollten, wie Fotografien von Filmen, die aus modifizierten Bakterien bestehen, aber noch nicht für ernsthafte Anwendungen. Doch es eine Menge von ihnen, viele auf der allen zugänglichen 'Registry of Standard Biological Parts' des MIT."

Derartige offene "Wetware" zieht Biohacker an, die der Economist in einem zweiten Artikel vorstellt. "Biohacking ist noch nicht wirklich etwas für einen Teenager mit einem Samstagsjob und Taschengeld, aber die Preise fallen. Nutzt man eine gebrauchte Ausrüstung, ist ein einfaches Heim-Biotech-Labor wahrscheinlich schon für weniger als 50 000 Dollar zu haben. Verständlicherweise gibt es noch relativ wenige Hobby-Biotechnologen. Aber das scheint sich zu ändern."

Desweiteren werden die Änderungen resümiert, die der 11. September in Amerika verursacht hat, ein philosophischer Ansatz zur Verbesserung der Verschlüsselungstechnologie präsentiert und die Probleme der Video-Website YouTube beim Geldverdienen diskutiert.
Stichwörter: Biotechnologie, Spielzeug

Magazinrundschau vom 29.08.2006 - Economist

Es geht den Zeitungen an den Kragen, behauptet der Economist im Aufmacher. Eine Zukunft ohne Zeitungen, in der Regierungen, Körperschaften und Menschen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden, und in der sich der Journalismus in die Welt der stubenhockender Blogger zurückgezogen hat, brauche man sich deshalb allerdings nicht ausmalen. Eher wie folgt: "Eine Elite-Gruppe von seriösen und online überall verfügbaren Zeitungen, unabhängige, von karitativen Organisationen unterstützter Journalismus, Tausende von eifrigen Bloggern und gut informierten Bürger-Journalisten: Allen Anzeichen nach wird die nationale Konversation, wie Arthur Miller die aufgeklärte Zeitungsöffentlichkeit nannte, lauter denn je sein." Welchen Schwierigkeiten die Zeitungen auf dem Weg in diese Zukunft begegnen, schildert der Economist in einem Sonderbericht.

Auch der Economist legt den Finger auf die "Grassnarbe" und registriert bei der Lektüre von Günter Grass' Autobiografie verwundert, wie sehr sich die Schilderung der Kriegserlebnisse von der der Nachkriegserlebnisse unterscheidet. "Was auffällt ist, dass seine Kriegserinnerungen nicht überzeugend wirken. In der Tat ist dieser Teil des Buches farblos und voller Stereotypen. Viele der Szene könnten - und der Verdacht lässt sich nicht beseitigen, dass es auch so ist - genauso gut Grass' zahlreichen Kinobesuchen entsprungen sein. (?) Der Zweifel bleibt: Wie kann es sein, dass seine Erinnerung von diesen wenigen Monaten des Kampfes dem Leser so schwach vorkommt?"

Außerdem ist zu lesen, wie grandios Alaska sich darauf versteht, seine geografische Randlage in Regierungssubventionen umzusetzen, dass sich britische Arbeitgeber zu Recht über unqualifizierte Schulabgänger beklagen und - im Nachruf - wie sinnlich der kürzlich verstorbene General Alfredo Stroessner, Nachkomme deutscher Vorfahren und Diktator Paraguays von 1954 bis 1989, im einzigen Interview, das er je gab, das Wort "Ordnung" aussprach.

Magazinrundschau vom 18.07.2006 - Economist

Der amerikanische Kongress hat in erschreckendem Maße an Glaubwürdigkeit verloren, meldet der Economist, und daran sind nicht nur ein paar faule Äpfel schuld: Mit dem ganzen Baum stimmt etwas nicht. "Glaubt man (den langjährigen Kongress-Beobachtern) Tom Mann und Norman Ornstein, haben die derzeitigen Probleme des Kongresses dreierlei Ursachen. Die erste Ursache ist ein Präsident mit zügellosen Ambitionen und eine exekutivlastige Auslegung der Verfassung. Die zweite Ursache ist das Abstimmungsverhalten der Republikaner, die in beiden Kammern nur eine knappe Mehrheit haben und die Politik als ein Um-jeden-Preis-gewinnen-Spiel betreiben. Der dritte Faktor ist der 11. September und der darauf folgende 'Krieg', der der Bush-Regierung erlaubt hat, die Legislative zu missachten. Mit dem Ergebnis, dass sich das Madisonsche System von 'checks and balances' in etwas verwandelt hat, das einem parlamentarischen System nur noch ähnlich sieht."

Weitere Artikel: Präsidenten-Dämmerung - laut Economist mehren sich in den USA die Stimmen, die George Bushs Amtsenthebung fordern. Und viel eher als Zidane ist es Jacques Chirac, der nach Ansicht des Economist die rote Karte verdient. Nach "Gunner Palace" und "Occupation Dreamland", so der Economist begeistert, blüht jetzt die zweite - und ungemein beeindruckende - Generation des im Irak gedrehten cinema verite. Dazu gehört James Longleys "Iraq in Fragments", Laura Poitras' "My Country, My Country" und Andrew Berends' "The Blood of My Brother".

Magazinrundschau vom 11.07.2006 - Economist

Der Economist nimmt George Bushs anstehenden Deutschland-Besuch zum Anlass, über die deutlich herzlicher gewordenen deutsch-amerikanischen Beziehungen nachzudenken. Doch Deutschlands neue außenpolitische Wärme bedeutet noch lange keinen Schulterschluss mit dem transatlantischen Partner, warnt das Magazin. "Angela Merkel ist pragmatischer als viele Amerikaner meinen. Sie hat Deutschlands bilaterale Beziehungen zurechtgerückt, doch in der Substanz hat sich die deutsche Außenpolitik nur wenig verändert." Die große Gefahr liegt für den Economist darin, "dass Amerika sich zu viel Hilfe von Deutschland erwarten könnte, sowohl was den Iran angeht, als auch den Balkan oder Russland. Frau Merkel hat zwar die Bande mit Washington erneuert und gleichzeitig gezeigt, dass sie kein Schoßhündchen ist, indem sie Kritik an Guantanamo geübt und die Amerikaner dazu gedrängt hat, den direkten Dialog mit dem Iran zu suchen. Doch selbst diese politische Akrobatin könnte ihr Gleichgewicht verlieren, sollte sie zu innig umarmt werden."

Weitere Artikel: Ein Jahr nach den Londoner Bombenattentaten, die einhellig als Weckruf für die Pflege der interkulturellen und -religiösen Beziehungen in Großbritannien betrachtet wurden, stellt der Economist irritiert fest, dass die Regierung außer Frust nichts zustandegebracht hat. Außerdem hat das Magazin im US-Senat eine seltene Erscheinung ausgemacht: Barack Obama, demokratischer Senator aus Illinois und Sohn eines kenianischen Moslem, ist ein "schwarzer Politiker, der nicht nur eine ethnische Enklave, sondern die gesamte Nation anspricht". Wie der Economist berichtet, sorgt Kuwaits beherzter Demokratie-Versuch für Unbehagen in der arabischen Welt.

Und gibt es ein Dossier zu Pakistan: Afghanistans Nachbar stellt nicht nur ein unerhörtes Sicherheitsrisiko dar, es ist auch unwahrscheinlich, dass Präsident Pervez Musharraf sein Versprechen, die für Instabilität und Extremismus sorgenden zerrütteten und räuberischen Institutionen im Sinne einer "aufgeklärten Mäßigung" zu erneuern, einlösen kann.

Magazinrundschau vom 04.07.2006 - Economist

Der Economist ist dem Paradies einen gehörigen Schritt näher gekommen, und das verdankt er Kevin Rushbys ausgezeichneter Kulturgeschichte des Paradieses ("Paradise: A History of the Idea that Rules the World") und Alessandro Scafis Studie zur Paradies-Kartografie ("Mapping Paradise: A History of Heaven on Earth"). Dass Paradiesdarstellungen mit derselben geografischen Sorgfalt wie Navigationskarten erstellt wurden, mag heute verwundern, doch "den vormodernen Kartografen ging es um die Navigation der spirituellen, und nicht der säkulären Art. Sie versuchten, Zeit und Raum auf eine Weise darzustellen, die auch heute noch schön ist, die aber auch verblüfft. Ihre Karten zeigten Gott, die Geschichte und menschliche Freuden und Leiden, oftmals aus der Bibel. Der Garten Eden war ein wirklicher Ort, genauso wie Adam ein wirklicher Mensch war."

Außerdem zu lesen: Wie der Economist feststellen muss, ist die Demokratie im Nahen Osten schon wieder aus der Mode gekommen. Und schließlich erweist der Economist Barbara Epstein, der charismatischen Mitbegründerin und Herausgeberin der New York Review of Books, im Nachruf die letzte Ehre.
Stichwörter: Kartografie

Magazinrundschau vom 27.06.2006 - Economist

Ist die amerikanische Angst vor "Eurabien" (sprich: einem muslimischen Europa) berechtigt, fragt der Economist im Aufmacher und antwortet: Jein. Mit der amerikanischen Sorge um Europas Umgang mit seiner muslimischen Minderheit kann man noch umgehen, meint er Economist in einem weiteren Artikel, aber warum fühlen sich die USA bemüßigt, den Europäern Ratschläge in Sachen Integration zu geben? "Der Unterschied zwischen Amerika und Europa im Umgang mit dem Islam geht auf Grundsatzfragen wie den Grenzen der Rede- und Handlungsfreiheit zurück. Amerikas politische Kultur misst der Religionsfreiheit große Bedeutung zu - und dazu gehört auch das Recht, seinen Glauben in einer Art zu bekunden, die andere für exzentrisch halten ... Die amerikanische Gesellschaft ist offen für religiöse Auseinandersetzungen - und für neue Zugriffe auf alte theologische Fragen - was nicht im selben Maße auf Europa zutrifft."

Weitere Artikel: Die besten Parodien sind bekanntlich die, bei denen man nicht weiß, ob sie ernst gemeint sind oder nicht. Und tatsächlich weiß der Economist nicht, ob er über den wilden, falschen und unlogischen Kritikerjargon in Tom McCarthys Tim-und-Struppi-Buch "Tintin and the Secret of Literature" lachen oder weinen soll. Sicher ist jedoch: Tim-Erfinder Herge hätte sich köstlich amüsiert. Für den Fall, dass der Zeitungscartoon aussterben sollte, hat sich KAL (alias Kevin Kallaugher und neuerdings Hauscartoonist des Economist) schon mal etwas Neues ausgedacht: den 3D-Cartoon fürs Internet. Weiter legt der Economist den Finger auf deutsch-deutsche Vergangenheitsbewältigungsprobleme. Und schließlich wird berichtet, wie die britische Strafvollzugspolitik es fertigbringt, sowohl zu hart als auch zu nachgiebig zu sein.