
Die amerikanische
Dichterin Patricia Lockwood hat für den
New Republic Donald Trumps Wahlkampf in New Hampshire
beobachtet. Das Ergebnis ist weniger eine politische Reportage als ein Trip in eine andere Welt - bei dem ihr einige schöne Beobachtungen gelingen. Zum Beispiel diese: "Je länger er sprach, desto mehr klang Trump wie ein reicher Mann, der beim Dinner einer
jungen Frau, deren Pass ihr Gesicht und ihre Frische ist, die
Bedingungen des Arrangements erklärt: Er würde sie am Arm tragen, sie zu den Lichtern drehen, sie würde ihm in der Öffentlichkeit den Vortritt lassen, er würde ihr gerade genug geben, um sie zu halten. Ich schrieb in mein Notizbuch: 'Trump bietet an,
unser Sugardaddy zu werden? Er will Amerika zu seiner Trophäenfrau machen?' Was er wirklich versprach, war die Freiheit, sich in der Welt zu bewegen wie er es tut, unter seinem Schutz, nach seinen Gesetzen. Ich gehöre niemandem, erklärt er uns unermüdlich, nicht den Lobbyisten, nicht den Republikaner-Bossen, nicht den Washington-Insidern. Ich stecke in niemandes Tasche,
hüpft in meine. Seine Frauen, das mag Ihnen aufgefallen sein, werden hübscher und hübscher. Es ist geübte Verführung. Das hat schon öfter funktioniert. Wir ignorieren es auf eigene Gefahr."
Anders als
viele europäische Kunstkritiker ist Ellen Handler Spitz
enttäuscht von der großen
Hieronymus-Bosch-Ausstellung im Noordbrabants Museum. Die Kuratoren haben dem Maler
jede Ambiguität ausgetrieben und "sich statt dessen entschieden, Bosch, einen gläubigen Katholiken, ausschließlich als
religiösen Moralisten darzustellen, der einer einzigen Überzeugung anhing: dass nämlich
die Menschheit in einer Welt des Bösen um das Gute kämpft. Durch Texte und den Audioguide trommeln die Aussteller diese Botschaft in die Ohren tausender Besucher, die täglich in die Ausstellung strömen." Aber wenn das alles wäre, würden wir heute wohl kaum noch über Bosch sprechen, meint Spitz.
Außerdem: Aaron Bady
stellt Helen Oyeyemi vor, eine Autorin, die viel mit
Silvina Ocampo gemeinsam habe. Und Maggie Doherty
erinnert an die Feministin
Kate Millett, die in Amerika gerade wiederentdeckt wird.