Magazinrundschau - Archiv

The New Republic

168 Presseschau-Absätze - Seite 8 von 17

Magazinrundschau vom 07.05.2013 - New Republic

Auch die USA haben ihre Probleme mit dem Service und den Preisen der Telekoms. Da könnte John B. Judis' Porträt der Aktivistin Susan Crawford und ihre aggressiven Strategien inspirierend sein. Sie hat es mit ihren Kampagnen so weit gebracht, dasss sich Telekom-Chefs nicht mehr mit ihr auf ein Podium setzen. Nun wird sie von Blogs wie BoingBoing als Chefin der Netzbehörde Federal Communications Commission (FCC) vorgeschlagen. Nötig wär's: Comcast-Kunden geben im Schnitt 153 Dollar monatlich für Internet, Telefon und TV aus, Franzosen nur 34 Dollar bei besserer Netzqualität (vielleicht hat Sascha Lobo doch recht, wenn er hier mehr staatliche Investitionen fordert?). Crawfords Strategie für die USA sähe nach Judis so aus: "Sie würde die Telekoms ebenso gründlich renovieren, wie es die New Dealers einst bei der Elektroindustrie nach Jahren der Preistreiberei und des lückenhaften Service taten. Sie brachen nationale Holdings auf, erließen strengere Regelwerke und subventionierten Strom in Regionen, die die Industrie mied. Allerdings glaubt sie, dass die Telekoms - deren Lobbyaktivitäten nur von Pharma und Versicherung übertroffen werden - solche Maßnahmen torpedieren würden."

In der Titelgeschichte berichtet Jeffrey Rosen über ein Treffen von Free-Speech-Verantwortlichen der großen Internetkonzerne (Twitter, Google, Facebook etc.) über die Frage, welche Inhalte sie zulassen und welche nicht. Eine große Gefahr für die Redefreiheit geht für Rosen von europäischen Gesetzen aus, die die Beleidigung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen unter Strafe stellt. Diese Logik setzt sich zusehends in internationalen Organisationen fort: "Bei einem Treffen in Dubai stimmte eine Mehrheit der 193 Mitglieder der International Telecommunication Union, einer Organisation der UN, einem Vorschlag der Länder China, Russland, Tadschikistan und Usbekistan zu, der ominöse 'internationale Normen und Regeln zu Standardisierung des Verhaltens von Ländern in Information und Cyberspace' vorsieht."

Magazinrundschau vom 14.05.2013 - New Republic

Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet die 73-jährige Autorin Margaret Atwood (400.000 Followers auf Twitter) so ausgiebig und begeistert mit den neuesten Internettechnologien experimentiert?, fragt Leon Neyfakh in der New Republic und erklärt es damit, dass sie das Netz als Technik begreift, die wie andere Überlebenstechniken auf ganz einfache Bedürfnisse reagiert. Als eine Technik begreift sie etwa auch die Wurfbewegung, die im Baseball praktiziert wird: ""Was bedeutete das Werfen für die Menschen? Es bedeutete, dass sie auf Distanz töten konnten", sagt sie. "Und es trug zur Gleichheit zwischen Gruppenmitgliedern bei: Du kannst auf mich schießen, so wie ich auf dich schießen kann, auch wenn einer von uns David und der andere Goliath ist." Das Internet, das sie als "Rauchsignale in anderer Form" beschreibt ist für sie nicht so anders. Beides "hilft den Schwachen in ihrem Kampf gegen die Starken" und verringert die Bedeutung physischer Distanz."

Sehr instruktiv liest sich der Artikel des Sprachkolumnisten John McWhorter über die Tweets des Bostoner Attentäters Dschochar Zarnajew - nebenbei informiert der Artikel über neueste Entwicklungen im amerikanischen Jugendslang. Es stellt sich heraus, dass Zarnajew in seiner Sprachnutzung absolut integriert war und sich wie viele weiße Jugendliche den Slang der Schwarzen angeeignet hat, wie McWhorter an mehren Tweets aufzeigt: "Die Ironie ist, dass Sprachmuster schwarzer Leute, die lange Zeit vom Mainstream-Amerika so verachtet wurden, nun genau das sind, was für ein bescheidenes Immigrantenkind wahre Amerikanität auszeichnet. Ein durchgehendes Thema modernen schwarzen Bewusstseins ist die Angst vor den Kosten der Assimilation und dass weiße Amerikaner die Kultur der Schwarzen auslöschen. Aber wir übersehen, wie schwarz die amerikanische Massenkultur über die letzten 15 Jahre selbst geworden ist, so dass Formen des Englischen, die wir mit Hiphop oder der Serie "The Wire" assoziieren als spontane Äußerungsformen eines Dschochar Zarnajew wiederkehren."

Außerdem in TNR: eine große Reportage von Graeme Wood über Drogen in Georgien.

Magazinrundschau vom 30.04.2013 - New Republic

Adam Kirsch stellt einige Dichter vor, von denen man hierzulande kaum je gehört hat: Georgianische Dichter allesamt, die, so T.S. Eliot einst in boshafter Stimmung, "alles streicheln, was sie anfassen". Sie liebten besonders die Natur, die sie in schwärmerischen - oft etwas zu schwärmerischen - Tönen besangen. Kirsch las jetzt ein Buch über den Dichter Edward Thomas, der zwar unter Georgianern lebte, aber selbst keiner war. Der 1917 im Ersten Weltkrieg getötete Dichter war depressiv und in vielem ein echter Modernist, meint Kirsch: "Thomas ist of ein trauriger Dichter, manchmal sogar ein selbstmitleidiger, in der großen viktorianischen Tradition des Selbstmitleids. Aber in seinen feinfühligsten Momenten weiß er, wie man Natur so beschreibt, dass ihre Heiligkeit eingefangen wird ohne sie als heilig zu beschreiben - zufrieden zu sein mit einer Erfahrung, die er nicht beherrschen oder verlängern kann. In solchen Momenten versucht Thomas gar nicht mehr, das Gedicht zu beherrschen, und er erreicht eine abklingende Einfachheit, die den Leser unwiderstehlich an chinesische Poesie erinnert. Etwas von dieser Qualität kann man sogar in einem seiner berühmtensten englischen Gedichte hören, 'Adlestrop':

The steam hissed. Someone cleared his throat.
No one left and no one came
On the bare platform. What I saw
Was Adlestrop - only the name

And willows, willow-herb, and grass,
And meadowsweet, and haycocks dry,
No whit less still and lonely fair
Than the high cloudlets in the sky.

And for that minute a blackbird sang
Close by, and round him, mistier,
Farther and farther, all the birds
Of Oxfordshire and Gloucestershire.'"

Außerdem: Cara Parks singt ein Loblied auf die Reporterin Janet Malcolm
Stichwörter: Sky, Malcolm, Janet, Kirsch, Adam

Magazinrundschau vom 23.04.2013 - New Republic

Der Politikwissenschaftler Olivier Roy glaubt nicht, dass die beiden Brüder Zarnajew Mitglieder von Al Qaida waren, wie er im Interview erklärt. Das Problem junger Attentäter im Westen sei eher, dass sie überhaupt keine echte Verbindung zu ihrer muslimischen Community haben. "Globalisierung und Individualisierung sind hier die Stichworte. Sie verbinden sich nicht mit einer Organisation, sondern mit dem Netz. Sie verbinden sich mit einer virtuellen Umma, nicht mit der realen Gesellschaft. Die meisten von ihnen haben in der westlichen Gesellschaft keine Kontakte geknüpft. Sie sind vielleicht in die Moschee gegangen, waren aber nie wirklich Teil einer Gemeinde, sie haben kein wirkliches, soziales Leben. Ihr soziales Leben findet im Internet statt."

Magazinrundschau vom 09.04.2013 - New Republic

Ja, Hugo Chavez hat etwas für die Armen getan, konzediert Enrique Krauze in einem kurzen und scharfen Artikel über die Zukunft Venezuelas - und soziale Solidarität sei eine der Grundvoraussetzungen für Demokratie in Lateinamerika. Aber leider habe Chavez alle anderen Grundvoraussetzungen für Demokratie zerstört. Krauze setzt auf die Opposition: "Nach Jahren interner Streitigkeiten hat sie sich hinter einem intelligenten und mutigen Anführer vereint, Henrique Capriles. Während Chavez' physischem Verfall hat sich die Opposition in Sprache und Aktionen klug zurückgehalten, jeder Triumphalismus hätte zu einem katastrophalen Rückschlag führen können. Nun kann sie ihre latente Stärke nutzen."

Magazinrundschau vom 12.03.2013 - New Republic

In einem längeren Artikel zeichnet Paul Berman die Entwicklung nach, die Hugo Chavez' Einstellung zum Marxismus nahm, und liefert zugleich ein sehr beeindruckendes Porträt des ganzen Mannes. Berman hatte Chavez 2002 bei einer Veranstaltung in New York getroffen und gefragt, was er von den Sandinisten halte. "Chavez war ein kleiner Mann. Ich bin von mittlerer Größe. Er starrte nach oben und in diesem Blick lage dieselbe Intensität und Kraft, die er vor einigen Minuten noch vom Podium nach unten ins Publikum ausgestrahlt hatte, nur dass diesmal ich das ganze Publikum war. Seine Backen besaßen die gleiche prächtige gepanzerte Qualität wie die Brustmuskeln bestimmter Menschen. Er glühte. Er zögerte einen Moment, vielleicht um sein Ohr an die Besonderhieten meiner spanischen Syntax zu gewöhnen. Und dann schien der Bug seines militärischen Torsos nach vorn, in meine Richtung zu branden und er formulierte seine Antwort scharf und analytisch. Er bewundere die Sandinisten, sagte er. Die Sandinisten hätten großartige Dinge getan. ... Aber die Sandinisten hätten einen Fehler begangen. Sie hätten den Marxismus umarmt. Dies habe zu ihrem Untergang geführt. Ich war überrascht. Er erklärte, dass in Nicaragua die Sandinisten in Konflit mit der Wirtschaft geraten waren. Aber diese Art von Konflikt sei unnötig gewesen. Darin lag der Fehler."

Sarah Williams Goldhagen liefert einen instruktiven Überblick über die Architektur neuer Bibliotheken - dabei geht es ihr weniger um repräsentative Großbauten als um Stadtbibliotheken. Sie nennt unter anderem die von Anne Fougeron entworfene Ingleside Branch Public Library in San Francisco und Peter Q. Bohlins Ballard Library in Seattle. "Als Louis Kahn 1965 eine Bücherei für die Phillips Exeter Academy entwarf, stellte er die Institution selbst in Frage. Was genau soll eine Bibliothek sein? Er kam mit einer ganz einfachen Antwort: Eine Bibliothek beginnt, wenn jemand 'ein Buch ans Licht bringt'. Ingleside und Ballard halten an Kahns Diktum fest, dass dies die Haupterfahrung einer Bibliothek sein muss. Fougeron und Bohlin benutzen Oberlichter, Lichtschachte, Innenfenster, Fensterwände, um natürliches Licht im Überfluss in und durch ihre Projekte zu leiten, und dabei arbeiten sie sorgfältig mit Reflektion, Filtern, Projetktionswänden, Screens und Schatten, um dem Auge Ermüdung zu ersparen."

Angesichts des großen Erfolgs von Tom Hoopers Filmadaption der Musicaladaption von Victor Hugos Roman "Les Misérables" überlegt der sehr fleißige Paul Berman, was die Faszination dieses Werks ausmacht, sucht nach Vorbildern Hugos und findet sie bei Virgil, Erzbischof Fénelon und vor allem François-René de Chateaubriand: "Sein Thema in 'Les Misérables' - der Existenzkampf der Armen, der durch die Industrielle Revolution erstmals in der Geschichte ein lösbares Problem geworden war - entspricht in seinem Maßstab Chateaubriands Geschichten von christlichen Martyrern und gemarterten Indianern. Hugos und Chateaubriands Themen sind womöglich, auf einer tieferen Ebene, dieselben. Diese gigantischen Gedichte waren großartige Feiern der Großartigkeit selbst, und die Großartigkeit beider Autoren entpuppt sich als eine Würdigung des wahrsten, schönsten, göttlichsten und fortschrittlichsten aller Gefühle: der Traurigkeit."

Magazinrundschau vom 19.02.2013 - New Republic

Dann und wann, genauer: immer zwischen zwei Büchern, verliert Ian McEwan den Glauben an die Literatur. Warum, fragt er sich dann, soll er sich für die Gefühle und Kämpfe irgendeines erfundenen Henry interessieren? "In diesen Momenten denke ich, ich werde sterben ohne Anna Karenina zum fünften Mal gelesen zu haben oder Madame Bovary zum vierten Mal. Ich bin 64. Wenn ich Glück habe, bleiben mir noch zwanzig gute Lesejahre. Lehrt mich etwas über die Welt! Bringt mir die Kosmologen, die über die Erfindung der Zeit schrieben, die Chronisten des Holocaust, den Philosophen, der sich den Neurowissenschaften zugewendet hat, den Mathematiker, der einem Strohkopf die Schönheit der Zahlen beschreiben kann, den Forscher über Entstehung und Fall von Imperien, die Kenner des Englischen Bürgerkriegs. Abgesehen von einigen weit auseinanderliegenden Vergnügungen, was habe ich oder weiß ich am Ende eines weiteren Romans über Henrys Reue oder Triumpf?" Schade, dass McEwan die Frage nicht weiterdenkt, sondern dann doch schnell in die Kuhwärme der Literatur zurückflüchtet.

Fast dreißig Jahre, nachdem Philip Larkin den Tod des Essays verkündet hatte, erscheinen mehr Essaybände als je zuvor. Aber sind es wirklich Essays? Adam Kirsch beugt sich kritisch über die neuen Bücher von Davy Rothbart, Sloane Crosley und ihr Vorbild David Sedaris und stellt fest, dass sie eher Humoristen sind, die "kurze, lustige Klatschgeschichten darüber erzählen, was ihnen alles für merkwürdige Dinge passiert" sind. Dafür erfinden sie, so Kirsch, ein fiktionales Alter Ego, das ihren Namen trägt und sich nett idiotisch benimmt. Kirsch geht das auf die Nerven. Er empfiehlt als Antidot Sheila Hetis Roman How Should a Person Be?: "Wo die neuen Essayisten die Realität fiktionalisieren, um ein Image aufzubauen, benutzt Heti angeblich reale Menschen und sogar Dokumente - Emails, mitgeschnittene Unterhaltungen - um das klassische fiktionale Projekt des Bildungsromans, die Bildung eines genuinen Selbsts, zu forcieren. Die Ernsthaftigkeit ihrer Suche wird belegt durch ihre Bereitschaft, ihrer Romanfigur 'Sheila Heti' zu erlauben, wirklich - nicht lustig - grandios, dumm und narzisstisch zu sein, wie es ein konventioneller Essayist sich niemals trauen würde."

Außerdem: David Thomson verreißt "Side Effects", den letzten Film von Steven Soderbergh, den er generell völlig überschätzt findet. In der Titelgeschichte "The Republicans. Party of White People" blickt Sam Tenenhaus zurück auf eine Zeit, als die Republikaner größere Anhänger von affirmative action für Minderheiten waren (das schließt den Bürgerkrieg ein) als die Demokraten und damit auch erfolgreicher.

Magazinrundschau vom 12.02.2013 - New Republic

Der oft wenig respektvolle Kunstkitiker Jed Perl hat auch am Werk des wunderbaren Ai Weiwei manches auszusetzen, ist aber so höflich, es in Fragen zu kleiden: "So fest und bewunderungswürdig Ai gegen das chinesische Regime einsteht, in seiner Kunst neigt er zu stark zu Scherzen und Ironie, die in der Wiederholung banal werden. Sollen die 1001 Chinesen, die er zur Documenta brachte, ein Readymade sein? Und würde er auf den Einwand, dass fast sein gesamtes Schaffen dem Schaffen amerikanischer Künstler ähnelt - ob es seine Boxen sind, die an Judd erinnern, seine Möbel, die auch von Richard Artschwager sein könnten, oder seine Stahlstangen, die an Robert Morris und Carl Andre denken lassen - antworten, dass er es genau so meine und aus der amerikanischen "Original"-Idee ein Readymade mache? Und wenn er Antiquitäten kaputtmacht oder anderweitig verändert - ist das dann seine Version eines 'Readymade aided', wie es Duchamp einst nannte?"

Außerdem: Michael Kinsley beschreibt sein Leben als Journalist in amüsanten (und unfreundlichen) Briefen.

Magazinrundschau vom 22.01.2013 - New Republic

Jed Perl kriegt es hin, einen Verriss zu schreiben, der zugleich eine Hymne ist, und umgekehrt. Er lobt die Virtuosität, mit der die Kuratorin Leah Dickerman die Ausstellung "Inventing Abstraction" im MoMA hängte, für ihre Virtuosität und Stimmigkeit und wirft ihr im selben Atemzug Purismus vor, verständlich, wenn man bedenkt, dass sie Paul Klee und Joan Miró nicht in der Ausstellung zuließ, weil sie in ihren Bildern Rudimente der Gegenständlichkeit witterte. "Vielleicht hat Dickerman Miró unter Surrealismus abgelegt, den manche ebenfalls als eine Art der Abstraktion ansehen. Und offenbar hatte sie vor, zumindest einen Klee in die Ausstellung aufzunehmen, seine 'Hommage an Picasso', aber wahr ist doch, dass Klee ein ebenso zentraler Akteur in der Ausstellung hätte sein müssen wie Léger, Malewitsch oder Arp. Je mehr ich über den Ausschluss Mirós und Klees nachdenke, desto schwerer ist er zu verstehen. Manche mögen sagen, dass 'Inventing Abstraction' eine alte Linie des Museum of Modern Art widerspiegelt, das Abstraktion oft (aber nicht immer) als Einbahnstraße in eine immer größere Reinheit ansah. Aber wenn die MoMA-Vision von Abstraktion die späteren abstrakten Expressionisten einschließt, dann ist es vollends sinnlos, Miró und Klee auszuschließen, deren poetisches Verständnis abstrakter Kunst die Avantgarde der Vierziger so tief beeindruckte." Die Illustration zeigt Klees "Hommage an Picasso".

Außerdem in der New Republic: Lydie DePillis' launige Reportage von der Consumer Electonics Show in Las Vegas.

Magazinrundschau vom 11.12.2012 - New Republic

Paul Berman schickt der EU einen anerkennenden und nur ganz leicht spöttischen Glückwunsch zum Nobelpreis. Im großen und ganzen hat sie ihn verdient, findet Berman. Warum aber ist dann die Stimmung in Europa so trübsinnig? "Man kann eine europäische Erfolgsstory wie das heutige Polen besichtigen und findet sogar dort überall ernsthafte Denker, Helden der Revolution 1989, die einem sagen, dass es seit der Wende abwärts gehe mit Polen. Was ist los mit diesen Leuten? Vor fast hundert Jahren bemerkte Paul Valéry etwas ähnliches, und er fürchtete schon damals ein Gefühl der Müdigkeit und Erschöpfung, als sei Europa nicht mehr in der Lage irgendetwas zu erreichen. Da das Gefühl so alt ist, kann man es nicht ganz auf die EU schieben."
Stichwörter: Berman, Paul, Abwärts