Outlook hat in dieser Woche das alljährliche "
Bollywood Special" zu bieten, in dem sich diesmal alles um die Stars bzw. Superstars dreht. Es gibt zum einen Umfragen dazu, wer die größten und beliebtesten Stars aller Zeiten sind - natürlich gewinnt
Amitabh Bachchan bei den Männern sehr deutlich, bei den Frauen ist die Lage weniger klar (
hier die Ergebnisse in vielen Einzelkategorien).
Die noch einmal engere Beziehung, die die
südindischen Fans zu ihren Stars haben,
schildert im spannendsten Artikel Sadanand Menon. Er weiß nicht nur von den fließenden Übergängen zwischen Leinwand und Wirklichkeit zu berichten, sondern diagnostiziert auch einen dramatischen
Wandel im Heldenbild: "Männliche Helden im südindischen Kino waren lange Zeit androgyn. Sowohl männliche als weibliche Fans fanden sie attraktiv. Fast alle bedeutenderen Helden des Südens der 50er bis 70er Jahre hatten in früheren Phasen ihrer Karriere
Frauenrollen gespielt. Damals waren die Körper der männlichen Stars weit vom gegenwärtigen Machismo und seiner aggressiven Maskulinität entfernt."
Bhaichand Patel
vergleicht die
weiblichen Stars der Gegenwart mit denen von einst und findet nicht, dass die größere Freizügigkeit in Filmen jüngerer Zeit ein Gewinn ist: "Bis vor kurzem bekam man in indischen Filmen nicht viel zu sehen von den weiblichen Hauptdarstellerinnen. Sie waren vom Hals bis Fuß züchtig bedeckt. Einige Stars von heute, Aishwarya Rai, Bipasha Basu und Kareena Kappor, sind durchaus bereit, einiges zu zu zeigen... Aber diese Frauen sehen aus wie
Barbie-Puppen, nicht wie normale Menschen, exquisit, aber aus Plastik. Den Reiz ihrer Vorgängerinnen, die wir nur in Saris gewickelt kannten, haben sie nicht."
Naman Ramachandran
erzählt die Geschichte des
Superstar-Zeitalters, in dem die Stars zu gottgleichen Idolen wurden - eine Phase, die erst im Jahr 1969 einsetzt.