
In Frankreich liegt ein
Gesetz zur Verabschiedung vor, das den Umgang mit der
Leugnung des armenischen Völkermords regeln soll. Eine breite Front vor allem aus Geschichtswissenschaftlern. angeführt von
Pierre Nora, Vorsitzender der Initiative
Liberte pour l'
Histoire, verwahrt sich im so genannten
Appel de Blois gegen diesen gesetzlich verordneten Umgang mit Geschichte und fordert den Senat auf, der Ratifizierung nicht zuzustimmen. Sein Hauptargument: Dieses Gesetz "terrorisiere" die Historiker und spanne sie in ein "politisch korrektes Joch", das "ihre Arbeit behindere". Eine der interessantesten Gegenpositionen dazu nimmt
Bernard-Henri Levi ein, der seinerseits argumentiert, die Leugnung eines Verbrechens wiederhole es. In seinen Bloc-notes
schreibt er: "Nicht die Gesetze, sondern die
Leugner des Verbrechens terrorisieren die Historiker. Diese Gesetze sind nicht dazu da, die Forscher zu behindern, sondern sie von dieser Wunde, dieser Pest von Verfälschern zu befreien. Nehmen wir nur das einzige dieser Gesetze, das derzeit funktioniert: das so genannte Gesetz Gayssot, das die Leugnung des Holocaust unter Strafe stellt. Das ist ein Anti-Le-Pen-Gesetz, ein Gesetz gegen antisemitische Verunglimpfung. Die Unterzeichner des Appells von Blois sollen mir
einen einzigen Wissenschaftler nennen, der dadurch in seiner Forschungs- und Meinungsfreiheit beeinträchtigt
worden wäre."